Die UNO rechnet damit, dass die Tobinsteuer, je nach Steuersatz, zwischen 80 und 270 Milliarden Dollar Einnahmen bringen könnte. Zum Vergleich: Um die schlimmste Armut und die gravierendsten Umweltschäden zu beseitigen, sind laut UNO 225 Milliarden Dollar vonnöten - jährlich. Die gesamte Entwicklungshilfe der Industrienationen beläuft sich auf rund 50 Milliarden Dollar pro Jahr.
Um für Nationalstaaten einen Anreiz zu bieten, die Steuer einzuheben, könnten sie aber einen Teil der Steuereinnahmen behalten. Die UNO könnte schließlich die internationalen Gelder verteilen, zum Beispiel das Entwicklungsprogramm (UNDP), den Frauenfonds (UNIFEM), das Umweltprogramm (UNEP) oder der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC).
Bereits Tobin hatte angeregt, dass die von Haus aus internationalen Einkünfte auch international verwendet werden sollten. Allerdings schlug er nicht vor, das Geld für die Armutsbekämpfung, sondern zur Stärkung von Weltbank und Währungsfonds zu verwenden. In diesem Punkt unterscheiden sich die Positionen von Tobin und Attac. In einem Spiegel-Interview distanzierte sich Tobin überdies von der globalisierungskritischen Bewegung, allerdings musste er im selben Interview zugeben, dass er „die Details der Attac-Vorschläge nicht genau“ kenne.


