Attac-Lehrgang Graz „Wirtschaft verstehen – Wirtschaft gestalten“

Attac-Lehrgang Graz, Wintersemester 2017/18

in Kooperation mit der Urania Graz

Attac Graz und die URANIA vermitteln fundiertes Fachwissen über Wirtschaft, Politik und alternative Ansätze.
"Wir müssen die Märkte beruhigen", "alternativlos"... wie ist das zu verstehen? Dieser Lehrgang richtet sich an alle, die volkswirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und alternative Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten kennenlernen möchten. Anhand von aktuellen Themen wie der Finanz- und Eurokrise oder den unterschiedlichen Freihandelsabkommen erwerben die TeilnehmerInnen fundiertes Grundlagenwissen über Wirtschaft, Politik und alternative Ansätze, wie Wirtschaft anders organisiert werden kann. In aufeinander aufbauenden Modulen bringen erfahrene ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen aktuelle Einblicke in das globale Wirtschaftsgeschehen.


Eckdaten zum Lehrgang:
Beginn: Freitag, 20. Oktober
Zeit: jeweils Freitag, 17.00-20.00 Uhr
Dauer: 9 Module
Ort: URANIA, Burggasse 4/I, 8010 Graz

Kosten: € 98,- für Mitglieder (URANIA oder Attac) Nichtmitglieder: € 118,-
Einzelmodul: € 15,- für Mitglieder € 20,- für Nichtmitglieder

Organisation und Betreuung: Dr. Ulrike Peuerböck, Attac Graz

Anmeldung: Urania Graz
0043 316/8256880

Kursprogramm

Modul 1, 20. 10. 2017
Einführung in die Grundbegriffe und Denkrichtungen in der Ökonomie 1
AoUProf. Dr. Christian Lager, Volkswirt
Dieses Modul gibt einen Überblick über zentrale ökonomische Begriffe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Zahlungsbilanz, wie z.B. Bruttoinlandsprodukt, Kapital, Investitionen, Budgetdefizit, Wechselkurs, Ab(Auf)wertung. Wichtige theoretische Konzepte werden besprochen und unterschiedliche ökonomische Paradigmen (Klassik u. Keynes vs. Neoklassik) werden hinterfragt.

Modul 2, 10. 11. 2017
Einführung in die Grundbegriffe und Denkrichtungen der Ökonomie 2
Mag. Dr. Leo Kühberger, Historiker und Kulturanthropologe
In diesem Modul werden wir Begriffen wie Ware, Wert und Kapital auf den Grund gehen. Auch wenn diese Begriffe für die Geschichte des ökonomischen Denkens zentral sind, spielen sie in den zeitgenössischen Theorien keine Rolle. Diese Kategorien sind jedoch noch immer ein Instrument zur Kritik und zur Überwindung des Kapitalismus. Wir werden uns auch damit beschäftigen, warum diese Begriffe, vor allem in der Art, wie sie von Karl Marx verwendet wurden, heute als "veraltet" und "überholt" gelten. Wir werden also diskutieren, wie weit Wirtschaftstheorien objektiv sind oder einfach von den jeweiligen Interessen und Machtverhältnissen abhängen.

Modul 3, 17. 11. 2017
Geschichte der Wettbewerbsideologie und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen
AoUProf. Mag. Dr. Bernhard Ungericht, Internationales Management
Das Wettbewerbsprinzip ist zum gesellschaftlichen Definitionszentrum geworden. Es prägt unser Selbstbild und die Art, wie wir mit anderen interagieren. In den industrialisierten Ländern führt diese Ideologie dazu, dass die Bevölkerungen mehrheitlich drastischen Einschnitten der sozialen Wohlfahrt und einer Umverteilung von unten nach oben zustimmen. Wie konnte es dazu kommen? Im Vortrag und der Diskussion geht es um die Wurzeln der Wettbewerbsideologie und ihre sozialen Konsequenzen.

Modul 4, 01. 12. 2017
Steuern und Verteilung
Ass.Prof. Dr. Gerhard Wohlfahrt, Volkswirt
Wer zahlt welche Steuern und warum? Wie sieht die Einkommens- und Vermögensverteilung in Österreich aus? Wozu sind Steuern gut und was passiert mit ihnen? Das Modul "Steuern und Verteilung" gibt Einblicke in die Welt der öffentlichen Finanzen und zeigt Wege auf, wie Staaten mithilfe von Staatsfinanzierung, Abgaben- und Budgetgestaltung wichtige wirtschafts-, umwelt- und verteilungspolitische Ziele erreichen können.

Modul 5, 19. 01. 2018
Eurokrise & Finanzkrise 1

Modul 6, 26. 01. 2018
Eurokrise & Finanzkrise 2
Mag.a Lisa Mittendrein, Soziologin, Sozioökonomin, Attac Österreich
Seit 1975 zählt der Internationale Währungsfonds 158 Finanzkrisen. Im Rahmen der beiden Module zur "Eurokrise & Finanzkrise" analysieren wir Ursachen von Finanzmarktkrisen und ihre Auswirkungen am Beispiel verschiedener europäischer Staaten. Die aktuelle Krisenpolitik wird kritisch unter die Lupe genommen, Alternativen zur Krisenbewältigung aufgezeigt, und das Konzept der gemeinwohlorientierten Finanzwirtschaft vorgestellt.

Modul 7, 09. 03. 2018
Freihandelsabkommen und Investitionsabkommen
Mag.a Alexandra Strickner, Vorstandsmitglied Attac Österreich
Freihandels- und Investitionsabkommen wie TTIP, CETA, TiSA u.a. stellen eine Gefahr für Umwelt, Demokratie und die Rechte von KonsumentInnen und ArbeitnehmerInnen dar. Die EU will Abkommen dieser Art mit vielen weiteren Ländern abschließen. Die Probleme und Auswirkungen der Freihandelspolitik werden besprochen und konkrete Ansätze hin zu einer sozial und ökologisch verträglichen Globalisierung aufgezeigt.

Modul 8, 23. 03. 2018
Ernährungssouveränität und nachhaltige Landwirtschaft
DI. Irmi Salzer, Landschaftsplanerin, ÖBV via campesina austria
Die Industrialisierung der Landwirtschaft und Förderung eines globalen Agrarmarktes durch Freihandelsabkommen sind wesentliche Ursachen für zerstörte bäuerliche Betriebe, übernutzte Ressourcen und enorme Markt- und Machtkonzentrationen in den Händen weniger Agrar-, Lebensmittel- und Einzelhandelskonzernen sowie für mehr als eine Milliarde hungernde Menschen. Dem gegenüber orientiert sich das Konzept der Ernährungssouveränität am Menschenrecht auf Nahrung und dem Recht von Menschen die Art und Weise der Produktion, Verteilung und des Konsumierens von Lebensmitteln selbst zu bestimmen. Wege hin zur einer nachhaltigen Agrarpolitik sind das Thema dieses Abends.

Modul 9 13. 04.2018:
Ein gutes Leben für alle - Wirtschaft anders gestalten
Mag.a Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin
Das letzte Modul widmet sich der Frage, wie eine globale Wirtschaft in Zukunft aussehen könnte, die ein gutes Lebens für alle ermöglicht. Welche gesamtgesellschaftlichen Ziele und Prinzipien des Wirtschaftens sollten beachtet werden? Welche Schritte zur Umsetzung sind notwendig? Anhand verschiedener Beispiele wird gezeigt, dass alternative Wirtschaftskonzepte bereits eine breite Basis in der Wissenschaft und Zivilgesellschaft gefunden haben.