Attac-Lehrgang Wien „Wirtschaft verstehen – Wirtschaft gestalten“

Attac-Lehrgang, Wintersemester 2017/18

in Kooperation mit dem VHS Polycollege Margareten Wieden

Der Grundlagen-Lehrgang richtet sich an alle Menschen, die volkswirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und alternative Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten kennenlernen möchten.

Anhand von aktuellen Themen (wie z.B. dem Brexit, der Ausweitung von Klagsrechten für Konzerne durch Freihandelsverträgen und dem geplanten Bau einer dritten Piste am Flughafen Schwechat) erwerben die TeilnehmerInnen fundiertes Grundlagenwissen über Wirtschaft, Politik und alternative Ansätze, wie Wirtschaft anders organisiert werden kann. In aufeinander aufbauenden Modulen bringen erfahrene ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen aktuelle Einblicke in das globale Wirtschaftsgeschehen.


Eckdaten zum Lehrgang:
9 Abende, ca. zweiwöchentlich, jeweils Mittwochs von 18 bis 21 Uhr (Achtung: Kick-off Termin von 17 bis 21 Uhr), im Zeitraum Oktober 2017 bis Jänner 2018.

Ort: VHS Stöbergasse, 1050 Wien

Kosten: € 239; inkludiert Online-Unterrichtsmaterialien, Pausenverpflegung, weiterführende Literatur- und Linklisten und eine Teilnahmebestätigung/Zertifikat.

Für den Lehrgang kann der AK-Bildungsgutschein eingesetzt werden.

WBA-zertifiziert (ECTS-System): Der Lehrgang ist mit 1,5, ECTS bei der Weiterbildungsakademie akkreditiert.

Lehrgangskoordination:
Georg Zenta
Vorstandsmitglied Attac Österreich
Margaretenstraße 166/3/25, A-1050 Wien
georg.zenta(at)attac.at

Anmeldung: VHS Polycollege Margareten

Kursprogramm

Modul 1 - 11. Oktober 2017 (Achtung: Kick-off Termin von 17 bis 21 Uhr!):
Einführung in die Grundbegriffe und Denkrichtungen in der Ökonomie 1
Georg Zenta, Attac

Bruttoinlandsprodukt, Wachstum, Handelsbilanzüberschuss, Neuverschuldung, Haushaltsdefizit etc. etc. - Fachbegriffe, von denen einige auf den ersten Blick nur schwer verständlich klingen. Im ersten Modul wollen wir die wichtigsten Ziele und Kenngrößen der Wirtschaftspolitik kennenlernen und uns mit aktuellen Zahlen der Wirtschaftsstatistik vertraut machen.

Modul 2 - 25. Oktober 2017:
Einführung in die Grundbegriffe und Denkrichtungen in der Ökonomie 2
Miriam Rehm und Matthias Schnetzer, AK Wien

Aufbauend auf den ersten Termin stellen wir uns einerseits der Frage, was Wirtschaftspolitik überhaupt ist, was betriebswirtschaftliches von volkswirtschaftlichem Denken unterscheidet und kommen dann zu den wichtigsten Denkrichtungen in der Ökonomie, die anhand von Fragen wie Arbeitslosigkeit, Verteilung, Wachstum usw. erklärt werden.

Modul 3 - 8. November 2017:
Steuern und Verteilung
Romana Brait, AK Wien

Wer zahlt welche Steuern und warum? Wie sieht die Einkommens- und Vermögensverteilung in Österreich aus? Wozu sind Steuern gut und was passiert mit ihnen? Wem nützen Privatisierungen?Das Modul „Steuern und Verteilung“ gibt Einblicke in die Welt der öffentlichen Finanzen und zeigt Wege auf, wie Staaten mit Hilfe von Staatsfinanzierung, Abgaben- und Budgetgestaltung wichtige wirtschafts-, umwelt- und verteilungspolitische Ziele erreichen und sogar Finanzmärkte stabilisieren können.

Modul 4 + 5: 22. November und 6. Dezember 2017:
Schwerpunktthema: Die Zukunft Europas
Lisa Mittendrein, Ralph Guth, Valentin Schwarz, Attac

Rekordarmut in Südeuropa, Militär an den Außengrenzen, der Brexit am Horizont: die europäische Union entwickelt sich in eine fragwürdige Richtung. Dennoch ist die rechtspopulistische Forderung nach einem Austritt und mehr Nationalismus keine Lösung. In diesen beiden Modulen analysieren wir die Rolle der EU in verschiedenen Feldern, von der Finanz- und Flüchtlings- hin zur Agrar- und Militärpolitik mit dem Ziel, einen Weg hin zu einem solidarischen Europa zu finden. Zu einem Europa, das ein Gutes Leben für Alle ermöglicht.

Modul 6 - 13. Dezember 2017:
Alternative Handelspolitik
Attac CampaignerInnen-Team

Freihandels- und Investitionsschutzabkommen wie TTIP, CETA, TiSA u.a. stellen eine zunehmende Gefahr für Umwelt, Demokratie und die Rechte von KonsumentInnen und ArbeitnehmerInnen dar. Die Probleme und Auswirkungen der Freihandelspolitik werden besprochen und konkrete Ansätze hin zu einer sozial und ökologisch verträglichen Globalisierung aufgezeigt. Was wäre eine emanzipatorische Handelspolitik, die Menschenrechte, die rechte der Natur und Demokratie ins Zentrum stellt und demokratische Handlungsspielräume sicherstellt? In diesem Modul lernen wir, wie Handel und Handelspolitik kooperativ gestaltet werden kann.

Modul 7 - 10. Jänner 2018:
Zukunftsfähig Wirtschaften – Klimapolitik im Spannungsfeld zwischen Profit und globaler Verantwortung
Ruth Fartacek und Michael Torner, KlimAttac

Die politische Debatte rund um den geplanten Bau der dritten Piste am Flughafen Schwechat oder etwa die Verankerung von Wirtschaftswachstum als Staatsziel in der Umweltpolitik zeigen einen Grundlegenden Widerspruch zwischen Kapital- und menschlichem Überlebensinteresse auf. Ungeachtet der Absichtserklärungen auf der Pariser Klimakonferenz setzen Politik und Konzerne weiterhin auf fossile Energie und Wachstum und heizen so den Klimawandel weiter an. Vor allem aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft kommen neue Ansätze und Ideen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise, die Natur und Menschen vor Profite stellen.

Modul 8 - 24. Jänner 2018:
Agrarökonomie und Ernährungssouveränität
AgrarAttac Team

Die Industrialisierung der Landwirtschaft und Förderung eines globalen Agrarmarktes durch Freihandelsabkommen sind wesentliche Ursachen für zerstörte bäuerliche Betriebe, übernutzte Ressourcen und enorme Markt- und Machtkonzentrationen in den Händen weniger Agrar-, Lebensmittel- und Einzelhandelskonzernen sowie für mehr als eine Milliarde hungernde Menschen. Dem gegenüber orientiert sich das Konzept der Ernährungssouveränität am Menschenrecht auf Nahrung und dem Recht von Menschen die Art und Weise der Produktion, Verteilung und des Konsumierens von Lebensmitteln selbst zu bestimmen. Wege hin zur einer nachhaltigen Agrarpolitik sind das Thema dieses Abends.

Modul 9 - 31. Jänner 2018:
Demokratisierung statt autoritärer Wende
Alexandra Strickner, Rainer Hackauf, Attac

Die Wiederkehr der "starken Männer" in die Politik, die vermeintlich einfache, zumeist autoritäre "Lösungen" für globale Probleme anbieten, ist weltweit im Gange. Damit verschärfen sie bestehende Krisendynamiken noch weiter. Wir stellen dieser Tendenz die Demokratisierung aller Lebensbereiche entgegen. Wie sieht eine demokratische Wirtschaftsweise, eine demokratisches Finanzsystem und eine partizipativer Staatshaushalt aus und wie können wir alles dazu beitragen?


Zertifikatsverleihung bei regelmäßiger Anwesenheit.