08.02.2018, Widerstand lohnt sich: Der Großflughafen Notre-Dame-des-Landes wird nicht gebaut


Dritte Piste in Wien muss ebenfalls verhindert werden

Nach jahrzehntelangen Protesten hat die französische Regierung Ende Jänner 2018 das Aus für den geplanten neuen Großflughafen in der Nähe der westfranzösischen Stadt Nantes beschlossen.

Seit den 1960er-Jahren sollte der Flughafen gebaut werden. Ebenso lange dauerte der Widerstand von AnwohnerInnen und UmweltaktivistInnen gegen das Projekt an. Im Fokus der Proteste standen die zu erwartende hohen Lärmbelastung sowie eine Abnahme der Artenvielfalt in der Region. Seit Jahren haben  rund 150 Aktivisten das Baugelände besetzt. Der Protest war über Jahrzehnte ein Symbol des Widerstandes der französischen Umweltbewegung.

Ungeachtet der Entscheidung gegen den Bau will die Regierung die rund 400 Hektar große Zone räumen lassen. Die BesetzerInnen wollen jedoch nicht  gehen, sondern den von ihnen gewonnen Raum nutzen, um alternative Lebensweisen zu entwickeln. Gegen die für das Frühjahr angekündigte Räumung rufen die Besetzer_innen landesweit und darüber hinaus zu einer Solidaritätsdemonstration am 10. Februar auf dem besetzten Gelände auf. Das europäische Attac-Netzwerk begrüßt in einer gemeinsamen Erklärung der europäischen Attac-Gruppen das Ende des Projekts und unterstützt die Forderung der BauplatzbesetzerInnen, auf dem Gelände bleiben zu können.

Dritte Piste in Wien muss verhindert werden

Der Ausbau des Flughafens Wien ist den Berechnungen zufolge das klimaschädlichste Projekt Österreichs. Außerdem würden die lokalen Lärm- und Abgasbelastungen stark ansteigen: Die geplante dritte Flugbahn ist so ausgerichtet, dass die Flüge noch mehr als zuvor direkt über die am dichtesten besiedelten Ballungsräume Österreichs geleitet würden.

Anstatt dort, wo möglich, Flugverkehr zu reduzieren, wird dieses umweltschädlichste Verkehrsmittel stark subventioniert. Die Pläne zum Bau einer dritten Piste am Flughafen Wien müssen so schnell wie möglich beendet werden. Es wird Zeit, dass Klimaschutz nicht nur gepredigt und in internationalen Verträgen besiegelt wird, sondern in der Praxis auch zur Umsetzung kommt.