Attac FAQ

Antworten auf oft gestellte Fragen

Fragen rund ums Mitmachen

Wie kann ich mich bei Attac engagieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei Attac aktiv zu sein. Wer sich für spezielle Attac-Themen interessiert, ist bei einer Inhalts- oder Querschnittsgruppe bestimmt gut aufgehoben. Die Regionalgruppen sind über ganz Österreich verstreut – und wo es noch keine gibt, können Interessierte ja eine neue gründen! Mehr...

Weiters sucht Attac auch immer Frewillige für "Spezialaufgaben" wie fotografieren, übersetzen, etc.

Eine gute Möglichkeit, sich mit den Attac-Themen vertraut zu machen und sich mit anderen auszutauschen bietet die alljährlich im Juli stattfindende Attac-Sommerakademie.

Mit einer Mitgliedschaft können Sie die Stimme von Attac noch stärker machen und ihr mehr politisches Gewicht verleihen. Auch mit einer Spende können Sie Attac unterstützen und uns helfen, Informationsarbeit, Veranstaltungen und Kampagnen zu bestreiten.

Muss ich mich bei Finanzmärkten auskennen, um bei Attac aktiv sein zu können?

Als Attac-AktivistIn muss man natürlich kein/e ExpertIn sein! Einer der wichtigsten Grundsätze von Attac ist ja, dass Finanzmärkte und Globalisierung (und all die anderen Attac-Themen, die damit eng zusammenhängen) für jede und jeden verständlich gemacht werden kann. Es sind Themen, die unser aller Leben in irgendeiner Weise beeinflussen, also sollten auch alle Menschen das Recht auf Informationen haben, die nicht nur ExpertInnen verstehen. Attac betreibt eine „ökonomische Alphabetisierung“ und strebt nach einer Veränderung des politischen Diskurses über Globalisierung und Wirtschaftspolitik.

Kann ich bei Attac ein Praktikum machen?

Wir freuen uns über interessierte und engagierte Menschen und bieten - vor allem im Rahmen größerer Veranstaltungen wie z.B. der Attac-Sommerakademie - die Möglichkeit, ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren. Bewerbungsunterlagen bitte an: infos(at)attac.at

Politische Fragen

Warum gründet Attac keine Partei?

Attac ist parteiunabhängig - und das soll auch so bleiben. Es gibt einen breiten EU-weiten Konsens, dass Attac keine Partei werden will. Politisches Leben beschränkt sich ja nicht auf das Parlament und Parteien, es findet vermehrt in NGOs und BürgerInnen-Initiativen statt.

Warum gibt Attac keine Wahlempfehlung ab?

Für Attac gibt es in dieser Frage eine klare Position: Attac äußert sich grundsätzlich nicht zu Parteien oder Regierungskonstellationen, sondern zu Sachpolitik soweit sie die für Attac relevanten Themen betrifft. Attac misst alle Parteien an ihrer Demokratie- und Verteilungspolitik.

Warum ist Attac bei Aktion/Kampagne XY nicht dabei?

Die Frage nach der öffentlichen Präsenz oder Absenz bei wichtigen Ereignissen beschäftigt uns immer wieder. Attac hat einen thematischen Kernbereich, der den Hauptteil unserer Aktivitäten in Anspruch nimmt. Wenn die Attac-Aktivität zu anderen Themen kaum öffentlich sichtbar ist, liegt das nicht an der Unwichtigkeit des Themas sondern an der Begrenztheit von Ressourcen. Der Großteil der Attac-Arbeit passiert ehrenamtlich. Ohne eine oft unbefriedigende inhaltliche Eingrenzung unserer Aktivitäten wäre es uns nicht möglich, unser Engagement dauerhaft fortzuführen.
Attac lebt zu einem Großteil von dem, was AktivistInnen initiieren - und das liegt in der Verantwortung jeder/jedes Einzelnen.

Wie demokratisch ist Attac?

Attac bezieht seine Legitimation durch die politische Glaubwürdigkeit, die sich in der (auch finanziellen) Unterstützung von derzeit knapp 10.000 Menschen in Österreich manifestiert. Diese Menschen und etliche weitere SympathisantInnen tragen unsere Forderungen aktiv mit. Alle grundlegenden Positionen von Attac werden auf der zweimal jährlich stattfindenden AktivistInnenversammlung legitimiert. Die Mitglieder von Attac Österreich sind auch berechtigt auf der jährlichen Generalversammlung den Vorstand (das koordinierende Gremium) zu wählen.  Darüber hinaus basiert die Arbeit von Attac auf dem Engagement von hunderten ehrenamtlich tätigen Aktivistinnen und Aktivisten in ganz Österreich.

Attac ist diesen Menschen in der täglichen Arbeit rechenschaftspflichtig, sowohl inhaltlich als auch was die Transparenz der finanziellen Gebarung betrifft. Auch in zahlreichen anderen Ländern ist das globale Attac-Netzwerk in dieser Art legitimiert.

Die demokratische Praxis beschränkt sich unserer Ansicht nach nicht auf die Tätigkeit gewählter politischer Parteien (bzw. auf das Recht, diese alle fünf Jahre zu wählen): Viele gesellschaftliche Errungenschaften sind nicht von Parteien erstritten und durchgesetzt worden. Man denke hier nur an die Friedensbewegung, die Umweltbewegung, die Wahlrechtsbewegung für Frauen, die Bürgerrechtsbewegung in den USA und viele andere Bewegungen wie eben die globalisierungskritische Bewegung.

Demokratische Partizipation ist darauf angewiesen, dass eine größtmögliche Anzahl von Menschen und Interessen in öffentliche Debatten einbezogen wird. Dazu gehören neben Parteien auch Verbraucherschutzorganisationen, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften – und eben auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Attac sowie viele andere mehr.

Gegenwärtig werden den Menschen jedoch immer mehr Entscheidungen der direkten Mitbestimmung und Kontrolle entzogen. Gewichtige Entscheidungen fallen unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Hinterzimmern, in denen oftmals Lobbyisten einen privilegierten Zugang zu politischen EntscheidungsträgerInnen haben.

Inhaltliche Fragen

… aber sind nicht die Zinsen Ursache aller Probleme?

Unser Finanzsystem ist die Ursache vieler sozialer und wirtschaftlicher Fehlentwicklungen. Die Ansicht, eine Abschaffung des Zinses würde all diese Probleme lösen, wird der Komplexität der Wechselwirkungen zwischen Finanzsystem, Wirtschaft und Gesellschaft nicht gerecht.

Die Hauptursache für Ungleichverteilung, Überproduktion und Finanzblasen liegt im Wesen der kapitalistischen Marktwirtschaft und ihrer Produktionsweise auf den Arbeitsmärkten. ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen konkurrieren mit den MitbewerberInnen am Markt und müssen wettbewerbsfähig sein. Daraus ergibt sich ein Zwang zum Investieren und - um investieren zu können - zu Geldvermehrung und Wachstum (Profitorientierung). Sind (noch) keine Profite oder kein eigenes Startkapital vorhanden, nehmen die MarktteilnehmerInnen Kredite gegen Zinsen auf.

Zinsen sind also nicht die Ursache des Wachstums, sondern liegen in der Logik konkurrierender Märkte. Geringe Zinsen führten historisch gesehen sogar zu den höchsten Raten an Wirtschaftswachstum. Ein längerfristig über der Wachstumsrate liegender Zinssatz ist jedoch tatsächlich ein Problem, da er Investitionen in die Realwirtschaft abwürgt und eine Umverteilung zum Geldvermögen erfolgt.

Ein Gegenbild zum Kapitalismus wäre nicht ein Kapitalismus ohne Zinsen und mit „anderem Geld“, sondern eine gesellschaftlich regulierte Wirtschaft, die sich an sozialen Bedürfnissen und ökologischen Grenzen orientiert. Im derzeitigen marktwirtschaftlichen System werden Verteilungsfragen vor allem Profitraten und Löhne, Steuern, Finanzmärkte und viele andere Mechanismen geregelt. Dort - und nicht in einer zinslosen Geldwirtschaft - sieht Attac zentrale Ansatzpunkte für Veränderung.

Wie kann ich mein Geld ethisch korrekt anlegen?

Attac gibt generell keine Empfehlungen für Produkte und/oder Firmen ab. Unser Anliegen ist die Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen in einer Weise, dass Finanzmärkte allen nützen. Ethische Veranlagung macht verträglichere Optionen innerhalb des bestehenden Systems möglich, ändert aber nichts am System an sich. Jede Veranlagung wird zum Teil des bestehenden Systems. Die Finanzmärkte sind so verflochten, dass es bei jedem Investment eine Kette von weiteren Geschäften gibt (z.B. zur Absicherung), über die der/die AnlegerIn keine Kontrolle hat. Das ist aber schon beim Sparbuch so - da kann auch niemand kontrollieren, was die Bank mit dem Geld dann tut.

Was die ethische Veranlagung selbst betrifft, gibt es einige zentrale Punkte zu beachten. Mittlerweile bieten praktisch alle Banken und Versicherungen ethische Veranlagungen an. Aber es gibt keine einheitlichen Kriterien und schon gar keine unabhängigen Prüfstellen. Daher macht jeder Anbieter, was er für ethisch hält bzw. glaubt, gut als "ethisch" verkaufen zu können.
Die Funktionsweisen sind sehr unterschiedlich. Oft geht es nach dem Ausschlussprinzip, z.B. dass keine Waffen produzierenden Unternehmen oder keine Atomenergie enthalten sein darf. Manche Banken bieten auch Immobilienfonds unter dem Titel ethischer Veranlagung an.

Deswegen ist dringend anzuraten, sich die Kriterien des jeweiligen Produkts genau anzusehen. Letzten Endes kann jede/r nur selbst entscheiden, welche Kriterien einem wichtig sind und ob das Schwergewicht z.B. eher auf Ökologie oder auf sozialer Verträglichkeit liegen soll.
Auf der Website der Katholischen Sozialakademie Österreich (KSÖ): > www.geldundethik.org gibt es zahlreiche Tipps zum Thema ethische Geldanlage.

Wie ist das Verhältnis von Attac und dem Projekt „Demokratische Bank“?

Das Projekt „Bank für Gemeinwohl“ (vormals „Demokratische Bank“) wird von der 2014 errichteten BfG Eigentümer/-innen- und Verwaltungsgenossenschaft eG getragen und ist vollkommen unabhängig von Attac.
Alle Informationen sowie Kontaktmöglichkeit zum Projekt „Bank für Gemeinwohl“ gibt es unter www.mitgruenden.at.

Die Idee einer „Demokratischen Bank“ mit deren Einbettung in den Kontext weitreichender politischer Veränderungen und Regulierungen im Finanzsystem nahm ihren Ursprung bei Attac Österreich. Im „Projektpapier Demokratische Bank“ (2010) wurde festgehalten: „Attac verfolgt die langfristige Vision eines demokratischen Bankensystems. Kurzfristig begrüßt Attac jedoch als ersten Schritt die Selbstgründung einer Demokratischen Bank als GenossInnenschaft durch engagierte Personen der Zivilgesellschaft (Attac als Organisation wird sich nicht an der Gründung der Demokratischen Bank beteiligen).“

Sonstige Fragen

Welche Veranstaltungshinweise werden auf die Attac-Homepage gestellt?

Wir haben für unseren Newsletter, die Website und Facebook die – notwendige - Regel, ausschließlich Attac-Veranstaltungen oder Veranstaltungen mit Attac-Beteiligung aufzunehmen. Wir müssen da leider streng sein, da diese Medien sonst bald überquellen und völlig unüberschaubar würden und jedes Mal die (berechtigte) Frage kommen würde, warum diese oder jene externe Veranstaltung nicht dabei ist.

Dürfen wir das Attac-Logo bei unserer Veranstaltung verwenden?

Das Attac-Logo soll nur bei jenen Publikationen oder Veranstaltungen eingesetzt werden, wo wir tatsächlich mitorganisieren bzw. ausreichend inhaltlich eingebunden sind.

Ich bin auf die Website www.attac-austria.org gestoßen – was hat das mit Attac zu tun?

Attac hatte diese Domain vor vielen Jahren genutzt und dann zugunsten der Adresse > www.attac.at zurückgelegt. Wir haben leider keinen Einfluss auf die Inhalte der oben genannten Adresse.

Ist meine Spende an Attac steuerlich absetzbar?

Leider ist es in Österreich so, dass Spenden als freiwillige Zuwendungen grundsätzlich nicht abzugsfähig sind, sondern nur an taxativ aufgelistete Organisationen von der Steuer absetzbar sind. Die gelisteten Organisationen sind hier angeführt.

Mehr Info gibt es dazu z.B. beim BMF oder beim Fundraising-Verband Österreich.

Attac Österreich setzt sich auch seit einigen Jahren dafür ein, dass die Kriterien für die Listung in der begünstigen Spendenliste ausgeweitet werden und auch "zivilgesellschaftliche Bildungsarbeit" als Kriterium aufgenommen wird. Vor 2012 waren etwa auch Umwelt- und Naturschutz, behördlich bewilligte Tierheime sowie Freiwillige Feuerwehren NICHT spendenbegünstigte Zweck - seit 2012 sind sie das.