Internationale Netzwerke & Prozesse

Ein großer Teil unserer politischen Arbeit wird in internationalen Netzwerken koordiniert und umgesetzt, gemeinsam mit vielen anderen Organisationen. Nachfolgend ein Überblick für Netzwerke, an denen Attac Österreich oder europäische Attac-Gruppen beteiligt sind.

Netzwerke im Bereich Finanzmärkte & Steuergerechtigkeit

Make Finance Work
ist ein gemeinsamer Raum für Netzwerke, soziale Bewegungen und zivilgesell-schaftlichen NGOs in Europa, die zur Finanz-und Wirtschaftskrise arbeiten. Hier analysieren wir die Krise, erarbeiten Alternativen als Antwort auf solche Krisen und entwickeln gemeinsame Strategien. Schwerpunkt unserer Arbeit: Finanztransaktionssteuer, Nein zu Spekulation auf Lebensmitteln und Nein zur Finanzialisierung der Natur. Website: http://www.makefinancework.org

Tax Justice Network
setzt sich für Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten ein und lehnt Geheimhaltungspraktiken ab. Unterstützt faire Spielregeln im Steuerbereich und stellt sich gegen Schlupflöcher und Verzerrungen bei Besteuerung und Regulierung und gegen den Missbrauch, der aus diesen folgt. Fördert die Einhaltung von Steuergesetzen (Tax Compliance) und lehnt Steuerhinterziehung, Steuervermeidung und all jene Mechanismen ab, die es Vermögenseigentümern und -verwalterInnen ermöglicht, sich aus der Verantwortung gegenüber den Gesellschaften zu stehlen, von denen sie und ihr Wohlstand abhängen. Website: www.taxjustice.net  Blog: http://steuergerechtigkeit.blogspot.com

Netzwerke im Bereich Handels- und Investitionspolitik

Alternative Trade Mandate
Die Allianz "Alternative Trade Mandate" ist ein Zusammenschluss von fast 50 Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eine alternative europäische Handelspolitik zu entwerfen, die die Bedürfnisse von Mensch und Natur vor Profitinteressen stellt. http://www.alternativetrademandate.org/ 

Our World is not For Sale
Globales Netzwerk von sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen das aus dem Widerstand gegen die WTO Ministerkonferenz in Seattle 1999 entstanden ist. Im Rahmen dieses Netzwerkes wurde die globale Kampagne gegen die Ausweitung von Freihandel koordiniert. Neben dem Fokus auf WTO, bilaterale und regionale Handeslabkommen und alternative Handelspolitik verfolgt das Netzwerk auch die G20 Politik und Prozesse. Website: www.ourworldisnotforsale.org 

Seattle to Brussels Network
Europäisches Netzwerk, das Anfang 2000 gegründet wurde und die Kampagne gegen die Ausweitung der WTO Agenda in Europa koordiniert hat. Heute liegt der Fokus des Netzwerkes auf Kampagnen gegen die aktuelle europäischen Außenhandels- und Investitionspolitik,  sowie in der Arbeitung eines alternativen Handelsmandats. Website: www.s2bnetwork.org 

Enlazando Alternativas Netzwerk
Bilaterales Netzwerk in dem lateinamerikanische und europäische Bewegungen, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen sich gegen die bilateralen und bi-regionalen Handelsabkommen zwischen der EU und Lateinamerika und Karibik organisieren. Ein wichtiger Fokus der Arbeit ist auch jener zu transnationalen Konzernen und die Organisation von „Peoples Tribunals“ (Tribunal der Völker). Website: www.enlazandoalternativas.org

Europäische Sozial- und Wirtschaftspolitik

Joint Social Conference
Netzwerk aus Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und europäischen Netzwerken u.a. im Sozialbereich. Entstanden 2009, aus dem Europäischen Sozialforenprozess heraus mit dem Ziel einmal im Jahr eine gemeinsame Konferenz zu europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitischen Fragen abzuhalten. Website: www.jointsocialconference.eu

Netzwerke im Bereich Demokratie

ALTER EU
Die Allianz für Lobbying Transparenz und Ethikregulierung (Alliance for Lobbying Transparency and Ethics Regulation (ALTER-EU) ist eine Koalition von mehr als 160 zivilgesellschaftlichen Gruppen, Gewerkschaften und AkademikerInnen in Europa, die über den wachsenden Einfluß von Konzernlobbyisten auf die politische Agenda der EU besorgt sind. Dieser Einfluß führt zu einem Verlust von Demokratie in den EU Entscheidungsprozessen und die Verhinderung oder Verschleppung von Reformen für eine progressive Sozial-, Umwelt- und Konsumentschutzpolitik. Website: http://www.alter-eu.org 

Ernährungssouveräntität und Klimagerechtigkeit

Europäisches Forum für Ernährungssouveränität
Das Europäische Forum für Ernährungssouveräntität ist ein Zusammenschluß von progressive Bauern- und Bäuerinnenbewegungen (u.a. Via Campesina), umweltpolitischen und globalisierungskritischen Bewegungen, sozialen Bewegungen die für Land kämpfen (Reclaim the Field), die sich für Ernährungs-souveränität in Europa einsetzen. Das erste europäische Forum für Ernährungssouveränität fand 2011 in Krems, Österreich statt. Attac war im Vorbereitungskommittee dieses Forums: www.nyelenieurope.net/
Teil dieses Forums ist die Arbeitsgruppe, die für eine andere Agrarpolitik im sinne der Ernährungssouveränität kämpft. www.nyelenieurope.net/foodsovcap/

Climate Justice Now / Climate Justice Action
Climate Justice Now ist ein globales Netzwerk von Organisationen und sozialen Bewegungen welche für Klimagerechtigkeit kämpfen. Website: http://www.climate-justice-now.org/.  Climate Justice Action ist ein globales Netzwerk von Personen und Organisationen, welche auf der Basis von Einheit, Respekt und Vertrauen Aktionen unternehmen, um den globalen Klimawandel zu verhindern. Website: www.climate-justice-action.org

Sozialforenprozess

2001 wurde u.a. auch von Attac Frankreich, der Sozialforenprozess ins Leben gerufen. Dieser Prozess war der Beginn eines neuen widerständigen Zyklus. Das erste Weltsozialforum wurde explizit als Gegengipfel zu jenem der globalen Wirtschaftselite in Davos konzipiert. Deshalb – und auch im Zusammenhang der weltweiten Proteste gegen die US-geführten Kriege – wurde die Sozialforen-bewegung zu einer Art Katalysator für diese vielfältigen Bewegungen. Der zentrale Slogan des Sozialforenprozesses ist, dass die Geschichte nicht zu Ende ist, und eine andere Welt möglich ist. Aus dem Weltsozialforenprozess haben sich auch regionale Sozialforen entwickelt – so auch das Europäische Sozialforum. Attac Österreich hat sich von Beginn an in diesen Prozessen engagiert. 

Weltsozialforen
Das globale Attac Netzwerk ist im Rat des Weltsozialforums vertreten. Das Weltsozialforum fand 2001 das erste Mal in Porto Alegre statt. Bis 2005 fand es jährlich statt (2002: Porto Alegre, 2003 Porto Alegre, 2004 Mumbai, 2005 Porto Alegre). Seit 2005 findet das Weltsozialforum alle zwei Jahre statt: 2007 in Nairobi, Kenia. 2009 in Belem, Brasil, 2011 in Dakar, Senegal. 2013 findet das Weltsozialforum in Tunesien oder Ägypten statt. Website: weltsozialforum.org 

Europäisches Sozialforum 
Das Europäische Sozialform (ESF) fand zum ersten Mal 2002 in Florenz statt. Attac war in dem ESF Prozess von Anfang an aktiv engagiert und hat bei allen Europäischen Foren teilgenommen – 2003 in Paris, 2004 in London, 2006 in Athen, 2008 in Malmö und 2010 in Istanbul. Seit dem ESF in Istanbul ist der europäische Sozialforenprozess nicht mehr sehr dynamisch. Für Herbst 2012 ist ein Seminar in Florenz geplant – 10 Jahre nach dem ersten ESF. Allerdings sind aus dem ESF sehr viele europaweite Netzwerke entstanden. Website: http://www.fse-esf.org