Klimagerechtigkeit

Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ist bereits so hoch, dass das Klimasystem aus dem Gleichgewicht gebracht worden ist. CO2-Konzentration und weltweite Temperaturen sind in den letzten 50 Jahren rascher als jemals zuvor auf der Erde angestiegen und werden in den kommenden Jahrzehnten sogar noch schneller zunehmen. 

Das Ungleichgewicht des Klimasystems führt unter anderem zu stärkeren und häufigeren Extremen bei Hitze- und Regenverteilungen, bei tropischen Wirbelstürmen, Hurricanes und Taifunen, extremen Überflutungen und Dürreperioden, Verlust von Biodiversität, Erdrutschen, steigendem Meeresspiegel, Trinkwassermangel, kürzeren Anbauperioden, geringeren Erträgen, Verlust oder Verschlechterung von Ackerland, verringerter landwirtschaftlicher Produktion, Verlusten bei Viehherden, Zerstörung von Ökosystemen und verringertem Fischbestand.

Die Folgen wiegen schwer: Nahrungsmittelkrisen, Hunger, Krankheit, Tod, Vertreibung und die Auslöschung von nachhaltigen Lebensweisen. In Wechselwirkung damit stehen die Einführung von genetisch modifizierten Lebewesen, Monokulturen im Ackerbau und industrialisierte Landwirtschaft, die allesamt stark durch die Konzerne gefördert werden. Diese Phänomene bedrohen die Stabilität und Diversität von Ökosystemen ebenso wie die Existenz von Kleinbauern- und bäuerinnen und tragen zu ihrer Verarmung bei und untergraben die Nahrungsmittelsouveränität. 

Zusammen mit wachsender sozialer Ungleichheit und einer schweren Beeinträchtigung unserer gemeinsamen Umwelt zerstören diese Effekte des Klimawandels bereits das Leben von Millionen von Menschen sowie ihre lokalen Gemeinschaften. 

Diese unmittelbaren Ursachen sind das Ergebnis eines nicht-nachhaltigen weltweiten Wirtschaftssystems. Es beruht auf ungleichem Zugang zu begrenzten Ressourcen sowie auf den Vorteilen, die aus deren Nutzung erwachsen. Dieses System setzt die Aneignung der lokalen, nationalen und weltweiten öffentlichen Güter durch lokale und globale Eliten voraus.