Graz "Ein gutes Leben für alle – Wirtschaft anders gestalten"

Attac-Lehrgang Graz, Wintersemester 2018/19

in Kooperation mit der URANIA Steiermark

Attac Graz und die URANIA vermitteln fundiertes Fachwissen über Wirtschaft, Politik und alternative Ansätze.
"Wir müssen die Märkte beruhigen", "alternativlos"... wie ist das zu verstehen? Dieser Lehrgang richtet sich an alle, die volkswirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und alternative Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten kennenlernen möchten. Anhand von aktuellen Themen wie der Finanz- und Eurokrise oder den unterschiedlichen Freihandelsabkommen erwerben die TeilnehmerInnen fundiertes Grundlagenwissen über Wirtschaft, Politik und alternative Ansätze, wie Wirtschaft anders organisiert werden kann. In aufeinander aufbauenden Modulen bringen erfahrene ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen aktuelle Einblicke in das globale Wirtschaftsgeschehen.


Eckdaten zum Lehrgang:
Beginn: Freitag, 12. Oktober 2018
Zeit: jeweils Freitag, 17.00-20.00 Uhr
Dauer: 9 Module
Ort: URANIA, Burggasse 4/I, 8010 Graz

Kosten: € 98,- für Mitglieder (URANIA oder Attac) Nichtmitglieder: € 118,-
Einzelmodul: € 15,- für Mitglieder € 20,- für Nichtmitglieder

Organisation und Betreuung: Dr.in Ulrike Peuerböck, Attac Graz

Anmeldung: Urania Graz
0043 316/8256880

Kursprogramm

Modul 1, 12.10.2018
Kapitalismus – oder was? Über Marktwirtschaft und die ökonomische Verfassung unserer Gesellschaft
AoUProf. Dr. Christian Lager, Volkswirt
Die grundlegenden Funktionsweisen der herrschenden Wirtschaftsordnung sollen verstanden werden. Zentrale Begriffe wie Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft oder Neoliberalismus werden kritisch analysiert. Damit wird auch die Frage nach Alternativen aufgeworfen, allerdings ohne den Anspruch, die „richtige Antwort“ gleich mitliefern zu können.

Modul 2, 9.11.2018
Von der maßlosen Ökonomie zu einer Ökonomie der Fülle
AoUProf. Mag. Dr. Bernhard Ungericht, Leiter für Wirtschaftsethik Uni Graz
Unsere Wirtschaft kann als „Ökonomie der Maßlosigkeit“ betrachtet werden. In ihr gilt, dass es „nie genügt“. In seinen Ausführungen skizziert Bernhard Ungericht die „Ökonomie der Maßlosigkeit“, die Geschichte ihrer Durchsetzung und Legitimation, ihre enormen Konsequenzen für das private und gesellschaftliche Leben jetzt und in Zukunft, sowie Auswege und Elemente lebensdienlicher Ökonomie.

Modul 3, 30.11.2018
Wie wird gesellschaftlicher Reichtum verteilt?
Mag. Markus Meister, MA, Welthaus Graz
Reichtum umverteilen - ein gerechtes Land für alle! Die Einkommen der Beschäftigten sind weit hinter der Entwicklung der Gewinne und Vermögenseinkommen zurückgeblieben. Zugleich wurden Steuern auf große Vermögen, hohe Einkommen und Gewinne gesenkt und Kapitalmärkte entfesselt. Viele große Konzerne drücken sich notorisch vor der Steuer. Reichtum und Macht konzentrieren sich in immer weniger Händen. In der Politik dominieren die Interessen der wirtschaftlich Mächtigen. Hier liegen die Ursachen der sozialen und politischen Spaltungen und Probleme. An den Missständen in diesem Land sind nicht die Armen, die Erwerbslosen oder die Schutzsuchenden schuld.

Modul 4, 11.01.2019
Von der Finanzkrise zur Staatsfinanzierungskrise in Europa
Michael Eigner, MA, Politökonom und Philosoph und Julia Litofcenko, MSc BA, Sozialwissenschaftlerin, beide FinanzAttac
Was sind die Ursachen der 2008 ausgebrochenen Finanzkrise? Wie ist die privatwirtschaftliche Finanzkrise zu einer Staatsfinanzkrise geworden? Nach diesen Fragen wollen wir herausfinden, was aus der Krise gelernt wurde und was die EZB mit den Staatsschulden zu tun hat. Geht es um die demokratische Wiedereinhegung der Märkte oder um die Stabilisierung des Finanzkapitalismus? Welche Konflikte gibt es um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer? Wird aus Geld nun Bitcoin?
Es gibt also viele Fragen, denen wir in diesem Modul nachgehen und gemeinsam zu Visionen kommen wollen.

Modul 5, 18.01.2019
Die Zukunft Europas
Dr.in Elisabeth Klatzer, Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin, Vorstandsmitglied Attac Österreich
Rekordarmut in Südeuropa, Militär an den Außengrenzen, der Brexit am Horizont: Die europäische Union entwickelt sich in eine fragwürdige Richtung. Dennoch ist die rechtspopulistische Forderung nach einem Austritt und mehr Nationalismus keine Lösung. In diesem Modul analysieren wir die Rolle der EU in verschiedenen Feldern, von der Finanz- und Flüchtlings- hin zur Agrar- und Militärpolitik - mit dem Ziel, einen Weg hin zu einem solidarischen Europa zu finden. Zu einem Europa, das ein gutes Leben für alle ermöglicht.

Modul 6, 08.02.2019
Anders Handeln
Mag.a Alexandra Strickner, Ökonomin, Vorstandsmitglied Attac Österreich
Die Freihandels- und Investitionsschutzabkommen stellen eine Gefahr für Umwelt, Demokratie und die Rechte der KonstumentInnen und ArbeitnehmerInnen dar. Was wäre eine emanzipatorische Handelspolitik, die Menschenrechte, die Rechte der Natur und Demokratie ins Zentrum stellt? Welche globalen Handelsalternativen zum Handelsdiktat multinationaler Konzerne gibt es? Anders Handeln soll aufzeigen, dass Handel und Handelspolitik kooperativ gestaltet werden kann.

Modul 7, 01.03.2019
Wem gehört das Klima? Klimapolitik im Spannungsfeld zwischen Profit und globaler Verantwortung   
Dr.in Barbara Reiter, Arbeitsbereich praktische Philosophie Uni Graz
In diesem Modul wird die Problematik des Wachstumszwangs thematisiert. Wie können wir das Verhältnis von Menschen zur nicht-menschlichen Natur verstehen? Inwiefern sind wir für den Klimawandel und seine Folgen verantwortlich und was können wir tun? Ein wichtiges Thema ist der Umgang mit Menschen, die aufgrund der Konsequenzen des Klimawandels zu uns als Flüchtlinge kommen. Diesen Fragen gehen wir nach, indem wir überlegen, wie „gutes Leben“ unter gegenwärtigen Bedingungen zu denken ist und wie wir uns dabei auf die Idee des Gemeinwohls beziehen können.

Modul 8, 22.03.2019
Agrarökonomie und Ernährungssouveränität
Mag. Carla Weinzierl, Politische Ökonomin, Vorstand Attac Österreich
Eine Grundbedingung für die Herausbildung des heutigen Wirtschaftssystems war die Einhegung landwirtschaftlicher Flächen. Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, ist von fundamentaler Bedeutung für unsere Wirtschaftsweise. Eine Vielzahl großer politischer Themen hängt direkt mit dem Ernährungssystem zusammen: Handel und Arbeitsrechte, Klima und Umwelt, Energie und Gesundheit, soziale und territoriale Fragen. Agrarpolitik geht uns alle an, nicht nur Bäuerinnen und Bauern.

Modul 9, 05.04.2019
Her mit den Alternativen!
Karin Schuster MA, Medienfachfrau, Attac Graz
Wie wird bereits heute Wirtschaft anders gestaltet? In diesem Modul lernen Sie Gruppen aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Bereichen kennen. AkteurInnen präsentieren ihre Ideen einer neuen Wirtschaft und auch, wie sie diese umsetzen.