Chronik

Nachruf auf Julius Hanak (1933 – 2019)

Julius Hanak hatte die Leitung der evangelischen Militärseelsorge von 1980 bis 1998 inne. Wie Bischof Chalupka betonte, waren für Hanak in seiner aktiven Zeit als evangelischer Militärsuperintendent die Themen Friedensethik, die internationale Vernetzung in der Militärseelsorge, aber auch die Sorge für die weltweite Gerechtigkeit, das Engagement in der ökumenischen Bewegung und für die Entwicklungszusammen-arbeit zentrale Anliegen.

Julius Hanak habe sich auch intensiv für die Einführung eines Zivildiensts und für die Abschaffung der „Gewissensprüfung“ als Voraussetzung dafür eingesetzt. Sein Sohn Werner Hanak schrieb, dass Julius am 18. Dezember von uns gegangen ist.

Er hat einen steilen Weg zurückgelegt. Seine Eltern aus der Arbeiterklasse haben ihm ein Studium ermöglicht und er brachte es zum Doktor der evangelischen Theologie und zum Leiter der evangelischen Militärseelsorge in Österreich. Diese Aufgabe hat er durch aus kontrovers angelegt, hat sich für den Zivildienst eingesetzt. Sowohl innerhalb als auch außerhalb seines Berufes, oft im Verbund mit seiner Frau Illi, kämpfte er für lokale und globale Gerechtigkeit. Steile Wege beschritt er auch, wenn er abschaltete, und das konnte er gut. Mit seiner Frau überquerte er das gesamte Mont-Blanc-Massiv (Hochzeitsreise! Die diamantene Hochzeit erlebten meine Eltern gemeinsam noch diesen Juli!). Sechs Mal war er am Matterhorn, mehrmals nahm er in den 1970er Jahren an 100km-Läufen teil. Konsequenterweise war er zwischen 1972 und 1984 auch Seelsorger der österreichischen Olympiamannschaften.

Hannes Eichmann, Ö1-Redakteur, schrieb, dass Julius 1971 sein "Militärseelsorger" in Ebelsberg war. Ein un-typischer Offizier, der mit den Soldaten Axel Cortis Jägerstätter-Film diskutierte und auf dessen Büro-Tür der Spruch stand "stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin". Für mich als unfreiwillig Wehrdienstverpflichteter (Zivildienst kam erst 2 Jahre später) war Superintendent Hanak Trost und Lichtblick im österreichischen Bundesheer!
Gerhard Kofler, Attac-Aktivist, lernte Julius erst bei der Attac-Sommerakademie 2019 in Klagenfurt kennen. Sie nahmen am Workshop „Transformationspfad Rotes Wien“ teil und waren von den Leistungen der Wiener Sozialdemokraten in den 1920-er Jahren tief beeindruckt. Dabei gab Julius auch den Anstoß zur Gründung der Inhaltgruppe „FriedensAttac“.

Bereits 2011 bei der Attac-Sommerakademie  unterstützte Hanak  Raimund Sobotka bei dem Anliegen, eine Querschnittsgruppe "SeniorInnen-Attac" zu gründen, die seither in Wien aktiv ist.

Die Attac-Mitglieder, die ihn kennenlernten, erinnern sich in Dankbarkeit, wie er ihnen offen, aufmerksam und im besten Sinne des Wortes „auf Augenhöhe“ begegnete. Wir werden uns in seinem Sinne bemühen, weiter für Gerechtigkeit einzutreten.

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