Attac Lehrgang 2021

Welche Veränderungen braucht die Wirtschaft?

Die Corona Krise hat die Krisen der Wirtschaft verschärft – noch höhere Arbeitslosigkeit, Arm und Reich driften weiter auseinander, Klimanotstand, Vertrauensschwund in die Demokratie u.a.
Die Märkte, die angeblich alles zum Guten regeln, versagen. Staat und Politik müssen die großen gesellschaftlichen Systeme funktionsfähig halten.

Dieser Lehrgang richtet sich an alle Menschen, die neugierig auf grundlegende Veränderungen der Wirtschaftsweisen sind. Sie können gesellschaftspolitische Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten kennen-lernen, damit ein gutes Leben für alle auf unserem Planeten möglich ist.

Neben dem Analysieren verschiedener Krisen wollen wir uns dem Neustart und zukunftsweisenden Lösungen widmen. Wie kann eine gerechte Wirtschaft aussehen, wo muss angesetzt werden und was können wir tun?

Beginn: Freitag, 15. Oktober 2021

Zeit: jeweils Freitag, 17.00-20.00 Uhr

Dauer: 9 Module

Ort: URANIA, Burggasse 4/I, 8010 Graz

Kosten: € 98,- (URANIA oder Attac) Nichtmitglieder: € 118,-

Einzelmodul: € 15,- für Mitglieder € 20,- für Nichtmitglieder


Organisation und Betreuung: Dr. Ulrike Peuerböck, Attac Graz

Anmeldung und Information:

Österreichische URANIA für Steiermark, Burggasse 4/I, 8010 GRAZ, 0316-8256880, uraniaATTAC@urania.at

Modul 1

15.10.2021 Das Wirtschaftssystem als Ursache multipler Krisen

AoUniv.Prof.i.R. Dr. Peter Rossmann und DI (FH) René Schuster, Südwind, beide Attac Graz

Fragen wir nach der derzeitigen Krise, werden wir – abgesehen von Corona – noch andere Antworten bekommen: Klimakrise, Wirtschaftskrise, Schuldenkrise, Energiekrise, Demokratiekrise, Finanzkrise, Hungerkrise, Kriege, Geschlechter- und Migrationskrise. Eine tiefgreifende vielfältige Krise hat die Welt schon vor Corona bestimmt. Diese ineinander verzahnten Krisenphänomene wurden aber mit Corona augenfälliger und brisanter: Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit, widersprüchliche Wachstums-prognosen, weitere Umverteilung nach oben, soziale Spaltungen, Misstrauen in Regierungen. Welche Teile der Krise haben uns persönlich betroffen? Wir suchen Ansatzpunkte einer Erklärung und wollen uns der Frage nähern, wie wir gemeinsam gegensteuern können.

Modul 2

29.10.2021 Die ökologische Krise

Jakob Mayer MSc, WEGC/Universität Graz und als Gast Fridays for Future

Schon kurz vor Beginn der Corona-Pandemie haben die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Klimaschutz begonnen sich grundlegend zu verändern. Zahlreiche Win-Win-Optionen für die Verschränkung von Klimaschutz und gesellschaftlichem Wohlbefinden sind auch für Österreich erzielbar. Wir widmen uns den erforderlichen Rahmenbedingungen und sozio-ökonomischen Implikationen des kohlenstoffneutralen strukturellen Wandels. Welche Barrieren gilt es zu überwinden, wie unterscheiden sich die Voraussetzungen für Industrie, Verkehr und Gebäude? Was können Einzelpersonen beitragen, wo bedarf es einer politischen Stoßrichtung? Und wie fließen die Herausforderungen der Corona-Pandemie in diese Überlegungen mit ein?

Modul 3

12.11.2021 Soziale Ungleichheit durch globale Verantwortung überwinden
Mag. Markus Meister MA, Welthaus Graz

Die sozialen, ökologischen und ökonomischen Krisen sind nur mit globaler Verantwortung überwindbar. Während zu viele nicht wissen, wie sie über die Runden kommen, sind selbst im Zuge der Covid-19-Krise die Überreichen noch reicher geworden. Durch die weitere Intensivierung des internationalen Handels soll ein Ausweg aus der Krise gefunden werden. Freihandelsabkommen führen jedoch zu einer Zunahme der Asymmetrien zwischen armen und reichen Weltregionen und zwischen Mächtigen und Benachteiligten. Notwendige Regelungen, wie Lieferkettengesetze, laufen Gefahr, dass diese bereits vor Inkrafttreten verwässert werden. Profitinteressen multinationaler Konzerne und die Interessen der Mehrheit der Menschen passen nicht zusammen. Daher: Globale Verantwortung statt profitorientierter Eigeninteressen.

Modul 4

26.11.2021 Und wer zahlt die Corona-Krise?

Ass.Prof. Dr. Gerhard Wohlfahrt, Institut für Volkswirtschaftslehre Uni Graz

Finanzielle Corona-Hilfspakete wurden in Milliardenhöhe in die Wirtschaft gepumpt. Dies vor allem, um die Auswirkungen der Lockdowns und Schließungen im Zuge der Corona-Pandemie abzufedern. Doch am Ende der Krise wird abgerechnet. Wir haben somit eine Verteilungsdebatte. Da tun sich verschiedenste Möglichkeiten auf. Wir wollen einige in diesem Modul beleuchten und abwägen. Was wäre eine gerechte Verteilung und welcher Weg führt dorthin?

Modul 5

10.12.2021 Was unsere Demokratie jetzt braucht

AoUProf. Mag. Dr. Bernhard Ungericht, Nachhaltige Wirtschaft - Ethik und Transformation am Institut für Unternehmensrechnung und Reporting, Uni Graz

Demokratie gilt in unserem Typus von Gesellschaft als hoher Wert. Die Wirtschaft hingegen ist nach wie vor demokratiefreie Zone. Mehr noch: Konzerne beeinflussen internationale Wirtschaftsabkommen, Regierungen, unterstützen Wahlkämpfe und besetzen gezielt Posten in öffentlichen Bereichen. Wirtschaftsdemokratie ist eine fast in Vergessenheit geratene Forderung, die insbesondere nach den Gräueln der beiden Weltkriege erhoben wurde. Was unter Wirtschaftsdemokratie verstanden wird und welche gesellschaftlichen Konsequenzen damit möglicherweise einhergehen wird im Vortrag behandelt.

Modul 6

14.1.2022Konzernmacht brechen

Lena Gerdes MSc, Wirtschaftsgeografie Uni Wien, Attac Konzernmachtgruppe

In der Krise haben Staat und Politik Konzerne unterstützt. Gewinnausschüttungen bekamen aber Private.

Große Konzerne wachsen, die Marktwirtschaft wird zur Machtwirtschaft. Sie beeinflussen Regierungen und Weltorganisationen, indem sie politische und juristische Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten umgestalten. So gelingt es den großen Konzernen, einen konzernfreundlichen neoliberalen Konsens zwischen Wirtschaft, Politik und wichtigen Medien herzustellen. Wir wollen diesen Mechanismus beleuchten und überlegen, wie wir dazu beitragen können, Konzernmacht zu schwächen.

Modul 7

28.1.2022Mehr für Care

Karin Schuster MA, DGKP, Radiojournalistin, Attac Graz und Gast von Mehr für Care

„Mehr für Care“ nimmt die Verlierer*innen der Krise in den Fokus. Das sind vor allem Frauen. In ihren Berufen systemrelevant, schlecht entlohnt, doppelt und dreifach belastet. Es geht also vor allem um Berufsgruppen der Kinderbetreuung, Bildung, Pflege und Gesundheit. Die Corona-Krise zeigte auf, dass Frauen die große Last der Pandemie schultern – mit negativen Folgen für die Alterssicherung. Da braucht es ein feministisches Konjunkturpaket.

Modul 8

11.3.2022Wie kann eine Wirtschaft für alle aussehen?

Dr. Raul Zelik,Politikwissenschafter und Schriftsteller, D. „Wir Untoten des Kapitals“ (2020)

Der Neustart nach Corona: Ein Kurswechsel zu ökonomischen Alternativen, Wirtschaftsdemokratie und Vergesellschaftung. In diesem Modul soll der Aufbau von transformativer Macht besprochen und Sackgassen dazu aufgezeigt werden. Wie können wir in Bewegung kommen, um eine Wirtschaft zu schaffen, die für alle sorgt? Welche Wege für ein gutes Leben für alle gibt es und wie kommen wir dorthin?

Modul 9

25.3.2022 Wie weiter? Was hat das mit mir zu tun?

Attac Graz

Was können wir aus den einzelnen Modulen zusammenbauen, um zu einem guten Leben für alle zu kommen. Wachstumsmythos, eine sozial-ökologische und geschlechtergerechte Gesellschaft, Wirtschaftsdemokratie und andere Themen sollen Visionen ermöglichen.

Wie kann ein gutes Leben für alle auf unserem Planeten aussehen? Welche Wege gibt es dorthin und wie können wir dafür aktiv handeln?