11.11.2003, Großes Treffen der GlobalisierungskritikerInnen in Paris


60 AktivistInnen von Attac Österreich beim 2. Europäischen Sozialforum

Vom 12. - 16. November findet in der französischen Hauptstadt das 2. Europäische Sozialforum statt. Bis zu 60.000 Menschen aus 60 Ländern werden sich in 55 Konferenzen, 270 Seminaren und fast 300 Workshops inhaltlich und organisatorisch vernetzen. Themenschwerpunkte sind dieses Mal der EU-Konvent, die Osterweiterung und soziale Rechte. Ziel dieses Treffens ist der Abbruch des neoliberalen Experiments in der Wirtschaftspolitik und ein Kurswechsel für eine menschenfreundliche Wirtschaft, die Demokratisierung der EU, faire Nord-Süd-Beziehungen, Nein zum Krieg und Friede mit der Natur. Attac Österreich wird sich mit einer über 60-köpfigen Delegation am ESF beteiligen.

ESF

Anders als in Florenz wird das ESF in Paris dezentral an vier Veranstaltungsorten abgehalten: La Vilette, St.Denis, Bobigny und Ivry-sur-Seine. Durch zahlreiche kulturelle Aktivitäten ist die ganze Stadt eingebunden. An den vier Hauptorten gibt es große Eröffnungsevents.

Attac

Mit und von Attac Österreich fahren mehr als 60 Personen, davon 50 in einem Bus, der Rest per Zug. Übernachten werden die Attac-Delegationen in zwei Schlafsäalen, im Complexe Paul Eluard, 66 rue Alcide Vellard und im Gymnase Auguste Delaune, rue Auguste Delaune, beide in Bobigny. Insgesamt kommen rund 700 Attac-AktivistInnen aus 20 Ländern nach Paris. Aus Frankreich selbst kommen Tausende dazu.

Programm

Die Attac-Schwerpunkte werden innerhalb der enormen Programm- und Themenvielfalt beim Aufbau des globalen Steuergerechtigkeitsnetzwerks (tjn) liegen, bei der Vernetzung zum EU-Konvent sowie bei der Vernetzung gegen Sozialabbau. Cornelia Staritz, Ökonomin und Vorstandsmitglied von Attac Österreich, wird am 14. November auf der Konferenz 3 / Achse 2 (Against the deregulation of public services, assessment of privatisations, laws of commercial competition, GATS) zum Thema "GATS und Liberalisierungen/ Privatisierungen auf EU-Ebene und national" sprechen (Freitag, 14 novembre, 9 - 12 Uhr, Saint Denis, Chapiteau stade de France). "Fünfzehn Jahre neoliberale Wirtschaftspolitik haben ein eindeutiges Ergebnis gebracht, so Staritz: geringeres Wachstum, steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Sozialleistungen. Liberalisierungen und Privatisierung in der Grundversorgung wird die Armut in der EU erhöhen", so Staritz. Deshalb treten wir für starke, aber demokratisierte öffentliche Dienstleistungen ein. Mit der weltweiten Durchsetzung von Steuergerechtigkeit können wir uns auch wieder starke öffentliche Schul-, Gesundheits-, Pensions- und Verkehrssysteme leisten. In der EU-Verfassung soll daher nicht das neoliberale Programm zugunsten einer Minderheit verankert werden, sondern soziale Rechte für alle Menschen", so Staritz.

Demo 15. November

Den Vorschlägen und Forderungen der sozialen Bewegungen, NGOs, Kirchen und Gewerkschaften wird am Samstag, dem 15. November, mit einer großen Abschlusskundgebung Nachdruck verliehen. Die Demonstration setzt sich um 14 Uhr vom Place de la Republique aus in Bewegung und steht unter dem Motto "Für ein Europa der Rechte in einer Welt ohne Krieg."