02.02.2009, WSF: Globaler Aktionstag am 28. März verabredet


Konzepte für Wege aus der Weltwirtschaftskrise erarbeitet

Die mehr als 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 9. Weltsozialforums, das gestern im brasilianischen Belém zu Ende geht, rufen gemeinsam für den 28. März - kurz vor dem G20-Gipfel am 2. April in London - zu einem weltweiten Aktionstag für eine soziale Bewältigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf. Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" wird auch Attac Österreich gemeinsam mit anderen Organisationen zu einem Aktionstag in Wien aufrufen.

"Die von den G20 zu erwartenden kosmetische Korrekturen werden nicht reichen. Das Finanzsystem muss auf völlig neue Füße gestellt und der globale Reichtum umverteilt werden", sagt Alexandra Strickner von Attac Österreich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des WSF erarbeiteten daher einen umfassenden Maßnahmen-Katalog. Dieser sieht vor, dass das Finanzsystem öffentlich und demokratisch kontrolliert sein muss und nicht profitorientiert sein darf. Unter dem Dach der Vereinten Nationen und nicht beim Internationalen Währungsfonds IWF müssten folgende Schritte vereinbart werden: Die Gründung einer internationalen Steuerbehörde und einer globalen Finanzmarktaufsicht, die Stabilisierung von Wechselkursen und ein Mechanismus zur Schuldenstreichung, insbesondere für die Länder des Südens. Zudem müssten die Steueroasen geschlossen werden.

"Das Weltsozialforum hat ? anders als das Weltwirtschaftsforum in Davos - gezeigt, wie durch demokratische Diskussionsprozesse soziale und ökologische Lösungen für die Krisen des Kapitalismus erarbeitet werden können", betont Strickner. Das WSF habe die aktuelle Dynamik der Proteste gegen die unsozialen Antwortender Reichen und Mächtigen auf die Krise und ihr "business as usual" verstärkt.

Die Vertreterin von Attac Österreich beim Weltsozialforum in Belém (Brasilien), Alexandra Strickner, ist heute, 2.2. noch unter folgender Rufnummer für Rückfragen und Interviews erreichbar:
++55 91 8407 5732 (brasilianisches Handy)
alexandra.strickner(at)attac.at

Internet:
Erklärung der Versammlung der sozialen Bewegungen beim WSF 2009:"No vamos a pagar por la crisis, que la paguen los ricos" (dt.: Wir zahlen nicht für diese Krise. Die Reichen müssen sie bezahlen" (spanischer Text, Übersetzung folgt)
http://www.movimientos.org/fsm2009/show_text.php3?key=13671
alexandra.strickner(at)attac.at
WSF-Seite von Attac Deutschland
www.attac.de/wsf2009 

Homepage des WSF 2009: 
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