29.11.2009, Attac: WTO-Doha-Runde endlich zu Grabe zu tragen


Neue Handelsregeln in der UNO nötig / "Lehnen Gewalt als Mittel des Protests ab"

<pre>Die Welthandelsorganisation (WTO) versucht sich ab morgen, Montag in
Genf neu zu legitimieren. Die Rezepte bleiben jedoch dabei die alten:
Liberalisierung und Deregulierung im Interesse der großen Konzerne.
Attac fordert daher, die Doha-Runde endlich zu Grabe zu tragen. Ihr
Scheitern würde die Chance für einen Neubeginn eröffnen.

"Wir brauchen keinen neuen Schwung für alte Lösungen. Wir benötigen
einen Neubeginn für ein demokratisches multilaterales Welthandelssystem
in der UNO. Handel muss ein Mittel sein, um Menschenrechte,
Ernährungssouveränität und Nachhaltigkeit, nicht aber Konzernprofite zu
verwirklichen", fordert Alexandra Strickner von Attac Österreich.

Die WTO hat in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass ihre Politik
katastrophale soziale und ökologische Folgen hat. Ein Abschluss der
Doha-Runde würde die Klimakrise durch Ausweitung der Emissionen, die
Finanzkrise durch weitere Deregulierung und Hungerkrise durch
Handelsliberalisierung und Spekulation weiter verschärfen.

Attac: "Lehnen Gewalt als Mittel des Protests ab."

Zur den Ereignissen auf der WTO-Demonstration in Genf am 28.11. erklärt
Strickner: "Wir stehen für friedliche und kreative Proteste, inhaltliche
Kritik und Alternativen. Unser Ziel ist es, Proteste so zu gestalten,
dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen. Wir lehnen Gewalt
als Mittel des Protests, bei dem bewusst Menschen in Gefahr gebracht
werden, ab. Wir unternehmen alles um dies zu gewährleisten.

Konfrontationen dürfen nicht herbeigeführt werden, sie existieren
bereits weltweit: Es ist gewalttätig, politische Regeln festzulegen, die
dazu führen, dass Menschen entrechtet werden, verarmen oder verhungern.
Auch darauf wollen wir - friedlich - die Aufmerksamkeit lenken."
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Medienanprechpartnerin in Genf:
Alexandra Strickner, Obfrau Attac Österreich +41 788 760 163

Attac blogt (ab dem Wochenende) aus Genf: www.attac.org/de/wto

Website der Schweizer Organisationen in Genf
http://www.anti-omc2009.org/?lang=de

Website des globalen Netzwerkes für gerechte Handelspolitik "Our World
Is Not For Sale" www.ourworldisnotforsale.org

Während der offiziellen WTO-Ministerkonferenz von Montag, 30. November,
bis Mittwoch, 2. Dezember, starten jeden Mittag von einem Zelt vor dem
offiziellen WTO-Verhandlungsort aus Aktionen gegen die WTO (Montag:
Aktionstag Wirtschaftskrise; Dienstag: Aktionstag Landwirtschaft;
Mittwoch: Aktionstag Klima)

Am Donnerstag, 3. Dezember, startet die Karawane "Handel macht Klima"
von Genf nach Kopenhagen, um die WTO-Gegenaktivitäten mit Protesten zum
Klimagipfel zu verbinden. Erwartet wird die Karawane am Mittwoch, 9.
Dezember, in Kopenhagen.</pre>