25.07.2013, Attac zu Preismanipulation: Finanzinvestoren raus aus den Rohstoffmärkten


Attac fordert demokratische Preisregulierung

Angesichts neuer Vorwürfe der Preismanipulation (bei Aluminium) durch Banken wie Goldman Sachs fordert das globalisierungskritische Netzwerk Attac wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise auf den Rohstoffmärkten. „Rohstoffmärkte sind ein riesiger Spielplatz für Finanzinvestoren wie Hedge Fonds und Pensionsfonds geworden. Diese Spekulation hat in den letzten Jahren zu Preisspitzen und hohen Schwankungen geführt, die nichts mit Fundamentaldaten zu tun haben. Das schadet den KonsumentInnen und führt im Falle agrarischer Rohstoffe nachgewiesenermaßen zu einem Anstieg des Hungers. Finanzakteure müssen von den physischen Rohstoffmärkten ausgeschlossen werden. Ihre Aktivitäten auf Derivatemärkten müssen zudem stark reguliert werden“, fordert Alexandra Strickner von Attac Österreich.

Das aktuelle Beispiel zeigt, dass Finanzinvestoren nicht nur auf Derivatemärkten sondern immer öfter auch als Händler auf physischen Märkten auftreten um ihre Spekulationsgewinne zu erhöhen. Die notwendige Regulierung der Finanzmärkte allein ist daher nicht ausreichend. „Wir müssen verhindern, dass es für Finanzinvestoren lohnend ist selbst als physische Händler aufzutreten. Daher ist bei wichtigen Rohstoffen langfristig eine demokratische Preisregulierung mit Preiskorridoren, die sich an fundamentalen Entwicklungen orientieren, und Interventionsmöglichkeiten nötig. Diese kann etwa im Rahmen der UNO, aber auch auf nationaler und EU-Ebene stattfinden“, erklärt Strickner.

Auf den Finanzmärkten fordert Attac, den unkontrollierten außerbörslichen Handel („over the counter“, OTC) mit Derivaten stark einzuschränken und nur für physische Händler bei hohen Sicherheitsauflagen und Berichtspflichten zu ermöglichen. An den Börsen selbst müssen neue Produkte und Händler einer Zulassungspflicht unterworfen werden. Positionslimits müssen sicherstellen, dass physische Händler und nicht - wie derzeit – Finanzinvestoren den Rohstoffderivatehandel dominieren. Eine mehrstufige Finanztransaktionssteuer kann zudem kurzfristige Preisschwankungen reduzieren. Der Eigenhandel der Banken mit Rohstoffderivaten sollte völlig untersagt werden.