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Die EU vor den Wahlen zum Europäischen Parlament: Aussichten für eine politische Ökonomie für alle in Europa

Wien
Beginn:Mi. 08.05.19, 18:00
Veranstaltungsort:Wien
Adresse:ÖFSE, Sensengasse 3, 1090 Wien, Alois Wagner-Saal

Präsentation des EuroMemo 2019 und der Zeitschrift Kurswechsel Heft 1/2019

Mehr als zehn Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise befindet sich die Europäische Union nach wie vor im Modus des „muddling-through“. Das Projekt der Europäischen Einigung scheint gefangen zwischen den Befürwortern/innen vertiefter Integration und EU-skeptischen Kräften, die für eine Stärkung nationaler Souveränität eintreten.

Als Folge der Krise haben insbesondere rechtsnationalistische Kräfte an politischem Boden quer durch Europa gewonnen. Sie gelten als der wahrscheinliche Gewinner der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament Ende Mai dieses Jahres. Das drohende Ausscheiden des Vereinigten Königsreichs (UK) aus der EU war ein weiterer Wendepunkt in der jüngeren Geschichte der europäischen Integration. Während der Brexit demonstriert, dass ein Ausstieg aus der EU grundsätzlich möglich ist, führt er doch zugleich die gravierenden Probleme eines solchen Prozesses vor Augen.

Vor diesem Hintergrund ist die entscheidende Frage, ob die Vision eines progressiven europäischen Projekts noch aufrechterhalten werden kann. Das heißt eines Projektes, das eine politische Ökonomie für alle mit dem Schwerpunkt auf sozialer Inklusion, breiter politischer Beteiligung und ökologischer Nachhaltigkeit verfolgt. Das EuroMemo 2019 und Heft 1/2019 der Zeitschrift Kurswechsel analysieren die jüngsten Entwicklungen in Europa und unterstreichen die Notwendigkeit alternativer Politiken. Die im Gefolge der globalen Finanzkrise seit 2008 durchgesetzte Wirtschaftspolitik muss geändert werden. Der Fokus sollte auf sozial inklusiver wirtschaftlicher Entwicklung und entschlossener sozial-ökologischer Transformation liegen. Den Verlockungen des ökonomischen Nationalismus und des autoritären Populismus muss entgegengetreten werden. Die Zukunft der Europäischen Integration wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die Demokratie zu vertiefen und eine Politik der Solidarität und sozialen Gerechtigkeit für alle durchzusetzen.

ReferentInnen

  • Dr. Steffen Lehndorff ist Research Fellow am Institut für Arbeit und Qualifikation der  Universität  Duisburg-Essen.
  • Dr.in Birgit Mahnkopf war Professorin für Europäische Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland, im Kuratorium des Institut Solidarische Moderne und im Beirat der Open-Access-Zeitschrift Momentum Quarterly.
  • Dr. Werner Raza ist Mitglied des Steering Committees der EuroMemo Group (www.euromemo.eu) und Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationa-le Entwicklung (ÖFSE).
  • Mag.a Christa Schlager ist Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Kurswechsel und Mitherausgeberin des Hefts 1/2019.
  • Mag.  Nikolai  Soukup  ist  Vorstandsmitglied  des  Beirats  für  gesellschafts-,  wirt-schafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM).
  • Mag.a Alexandra Strickner ist Mitbegründerin von Attac Österreich, Koordinatorin der Allianz „Wege aus der Krise“ und Research Assistant am Institute for Multi-Level Governance and Development der Wirtschaftsuniversität Wien