Vorstand

Ursula Bauer-Iddrisu

Schon seit fünf Jahren ist Sambattac ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Die Menschen bei Attac sind zu meiner erweiterten Familie geworden. Seit Oktober 2018 bin ich in Pension, vorher habe ich 37 Jahre lang als Physiotherapeutin mit Menschen in schwierigen Situationen gearbeitet. Ein wichtiges Anliegen von mir ist, mit Attac die negative Spirale aus Angst und Gefühlen zu durchbrechen, die durch die derzeitige Politik getrieben wird. Dafür möchte ich mich auch im Vorstand von Attac Österreich einsetzen und neue Zielgruppen mit Attac-Themen erreichen.
Ich habe schon sehr viel bei Attac gelernt - und lerne immer mehr. Die themenzentrierte Arbeit und die vielen AktivistInnen mit ihrem fundierten Wissen möchte ich mit meiner Erfahrung und Kraft auch im Vorstand unterstützen. So liegt mir vor allem die Vernetzung von AktivistInnen und Gruppen am Herzen, damit wir noch besser alle gemeinsam an einem Strang ziehen können. Es ist ein schönes Gefühl, nicht alleine zu sein und Verbündete zu haben, die an der gemeinsamen Vision arbeiten, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.


Ralph Guth

Foto: Manuel Zauner

Ich bin Rechtsberater für Geflüchtete, Politikwissenschafter und arbeite in Wien. Bei Attac aktiv bin ich seit der SoAk 2010, weil ich damals die Krise auch ökonomisch besser verstehen wollte, später konnte ich mich selbst inhaltlich einbringen. Seit 2014 bin ich im Vorstand und beschäftige mich vor allem mit der Frage, wie eine progressive kritischere Positionierung gegenüber der EU aussehen kann. Ein spannendes Thema, zu dem wir im Herbst 2017 ein Attac-Buch herausgegeben haben und das seitdem große Wellen schlägt. Durch die österreichische Ratspräsidentschaft vergangenes Jahr und die Europa-Wahlen dieses Jahr ist das Interesse an unserem Buch sehr groß.
Neben der sich immer weiter vertiefenden wirtschaftlichen und sozialen Krise erleben wir momentan einen Rechtsruck und einen Autoritarismus in Österreich und Europa, der fast jeden Tag neue Tiefpunkte erreicht. Obwohl weder Flucht und Migration noch Sicherheitspolitik Kernthemen von Attac sind, können wir viel dazu beitragen, diesem Rechtsruck etwas entgegenzuhalten. Denn es ist in erster Linie die Krise und ihre fehlerhafte und autoritäre Bearbeitung durch Eliten, die die Voraussetzungen für die momentanen Entwicklungen geschaffen hat. Wir müssen mehr denn je diese Machtstrukturen offenlegen, Alternativen aufzeigen und die autoritäre Wende bekämpfen.


Tobias Held

Während meines Finance Studiums ist mir sehr deutlich klar geworden, dass unser aktuelles Finanzsystem die Ungleichverteilung von Einkommen und Kapital begünstigt. Oft werden wir mit finanziellen Entscheidungen konfrontiert, die ohne ausreichendes Wissen über die Funktionsweise von Geld und Finanzmärkten zu Fehlentscheidungen führen und eine effiziente und gerechte Verteilung von Vermögen und Einkommen verhindern. Hinzu kommt abnehmende Solidarität. Die Auswirkungen sind Armut, Demokratieverlust und Segregation. Diese Umstände und ihre Vernetzung möchte ich verständlich aufzuzeigen, Alternativen diskutieren und den Status quo infrage stellen ─ das versuche ich im Rahmen meines Engagements bei Attac.
Begonnen habe ich in der Finanzgruppe mit der gemeinsamen Ausarbeitung und Durchführung eines Vortragskonzepts zu „10 Jahre Finanzkrise“. Insbesondere den Bildungsaspekt und den aktivistischen Charakter von Attac empfinde ich als eine gute Mischung um den Menschen diese z.T. sehr trockenen Themen nahezubringen. In meiner Vorstandstätigkeit möchte ich weiterhin Finanzthemen (aktuell bspw. Sustainable Finance) öffentlichkeitswirksam kritisch hinterfragen und die Menschen zu einer Auseinandersetzung motivieren. Im Rahmen internationaler Vernetzung möchte ich z.B. zur Change Finance-Bewegung Kontakt pflegen und länderübergreifende aktivistische Partizipation fördern.


Elisabeth Klatzer

Foto: Manuel Zauner

In dieser Zeit, in der die verheerenden Auswirkungen des Wirtschaftssystems immer deutlicher sichtbar werden und mit nationalistischer und rassistischer Politik als Ablenkungsmanöver Wahlen gewonnen werden, ist Attac wichtiger denn je. Bei der Entwicklung von Alternativen und Perspektiven haben wir alle bei Attac viel einzubringen. Als Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin liegen meine Schwerpunkte bei Wirtschafts-, Steuer- und Budgetpolitik und bei feministischen Alternativen. Auch im Solidaritätspakt bringe ich mich ein, der sich zu einem wichtigen Ort der Vernetzung entwickelt, um Regierungsangriffen auf Demokratie, Zivilgesellschaft, Rechtsstaat und Solidarität in Österreich zu begegnen.
Ich bin seit 2010 in Forschung und Beratung selbständig tätig, meine Kinder sind mittlerweile 15 und 17 Jahre alt. Ich bin seit den Anfangsjahren bei Attac aktiv und werde das auch weiterhin sein, da mir Attac sehr am Herzen liegt.


Julia Litofcenko

Das traurige 10-jährige Jubiläum der Finanzkrise 2008 hat mich zu Attac geführt, wo ich seitdem rund ums Thema Finanzmärkte aktiv bin. Die Folgen der Krise und ihrer politisch-medialen Bearbeitung spüre ich alltäglich, auch abseits der Beschäftigung mit wirtschaftlichen Statistiken: Es ist wie eine unsichtbare Wand, welche die vor 2008 erwachsen gewordene Generation von den Nachkommenden scheidet. Selbstoptimierung, Leistung und Konkurrenzdenken sind tief in den Köpfen der Jungen verankert, verbreiten Angst und vergiften systematisch die Bedingungen für ein gutes Leben. Eine aktive Opposition dagegen führt immer schneller zu einem Ausschluss von Teilhabemöglichkeiten an unserer Gesellschaft.
Attac sehe ich als Gegenpol dazu: Ein Ort, an dem Mensch und Natur das Maß der Dinge sind, nicht das BIP; an dem Kritik der herrschenden Verhältnisse nicht in Resignation endet, sondern einen Antrieb für die Suche und das Aufzeigen von Alternativen darstellt; an dem unterschiedliche Positionen keine Gräben aufwerfen, sondern zum Wachstum der Sache und der Beteiligten beitragen.
Und an dem ich hoffentlich einen Teil dazu beitragen kann, dass die Ausgestaltung der Finanzmärkte zukünftig eine faire, inklusive und nachhaltige Gesellschaft fördert anstatt zu behindern.


Martin Mayr

Foto: Manuel Zauner

In meiner Rolle als Attac-Vorstandsmitglied beschäftige ich mich in erster Linie mit den Themen Ernährungssouveränität, Klima und digitale Selbstbestimmung, um so meinen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft einzubringen. Was mich an Attac über die Jahre besonders interessiert, ist die Fähigkeit sich laufend weiterzuentwickeln, und nie am Status quo stehen zu bleiben. Gerade in der aktuellen politischen Situation ist dies besonders wichtig, um trotz den widrigen Umständen mit vielen Menschen gemeinsam den Weg zu einem guten Leben für alle zu verfolgen.
Neben meinen Attac-Aktivitäten beteilige ich mich an Nachbarschaftsprojekten zur Erhöhung der Subsistenz kleiner Gemeinschaften und damit, wie ein zukunftsfähiges Bildungssystem aussehen kann. Ich freue mich dabei zu sein, wenn durch unser Tun Dinge in Bewegung geraten und verändert werden. 


Ulrike Peuerböck

Mythos Reichtum und TTIP Stoppen waren die Triebfedern für mich bei Attac mitzuarbeiten. Dabei ist mir die grundsätzliche Kritik am Neoliberalismus und an den politischen Machtstrukturen wichtig. Aber auch Alternativen wie Anders Handeln, Steuergerechtigkeit und wie ein gutes Leben für Alle aussehen könnte, möchte ich diskutieren und verbreiten. Ich komme aus dem Bildungsbereich (Ausbildungen für Erwachsene), und der lässt mich nicht los. Nach der Durchführung des ersten Wirtschaftslehrganges in Graz, haben wir den zweiten Durchgang ein wenig anders gestaltet. „Her mit den Alternativen“ war unser Hit dabei. Und so möchte ich den dritten Wirtschaftslehrgang ganz neu aufsetzen und das Augenmerk auf praktische Umsetzungen richten.
Im Vorstand möchte ich weiterhin Impulse für die Steiermark und andere Regionalgruppen bekommen. Zu der Frage, wie Attac gezielter in den Bildungsbereichen wirken und dadurch mehr Breitenwirkung erzielen könnte, mache ich mir Gedanken und will diese nun in Form bringen. Was ich sonst noch in der Pension mache? Zum Beispiel arbeite ich freiwillig mit Personen mit nichtdeutscher Muttersprache und vergnüge mich mit meinen beiden Enkelkindern.


Augustine Wöss

Foto: Manuel Zauner

2011, kaum als Journalistin in Ruhestand, fand ich in der Gruppe SeniorInnen-Attac einen Kreis von engagierten, kritischen Älteren, denen ein gutes Leben für alle vordringliches Anliegen ist. Der Umgang mit der Natur, die Länder des Südens, sowie die Gleichstellung von Frauen waren für mich immer Themen, die Auseinandersetzung und Verbreitung erfordern. Bei Attac kamen die kritische Betrachtung von Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie die permanente Gefährdung der Demokratie hinzu. Gerne übernommen habe ich die Organisation der Filmreihe im Rahmen der Kooperation mit dem WUK um Attac-Themen einem breiteren Publikum näherzubringen. Die Abende sind – ganz besonders seit türkis-blau - sehr gut besucht. Ich habe das Gefühl, dass immer mehr, besonders junge Menschen, nach Antworten, nach Austausch, nach Kontakt suchen.
Im Vorstand arbeite ich seit 2014 mit. Hier bringe ich neben meiner Fähigkeit zu vernetzen und zu organisieren vor allem das große Potential der Attac-SeniorInnen ein. Unser vielfältiges Engagement konzentriert sich in letzter Zeit vor allem auf Steuergerechtigkeit – um das Thema der Finanztransaktionssteuer zu beleben, haben wir eine Bürgerinitiative eingereicht. „Anders Handeln“ steht natürlich ebenfalls im Focus. Gerne arbeiten wir auch mit anderen Attac-Gruppen zusammen, z.B. wenn SambAttac spielt. Bei den Donnerstagdemos, bei Music4HumanRights und Fridays for Future Vienna sind die Attac-SeniorInnen sichtbar dabei. In der derzeitigen politischen Situation sind einfach große Aufmerksamkeit und vermehrter Einsatz vonnöten.


Friederike Zauner

Foto: Manuel Zauner

Ich bin Pensionistin und ich möchte einen Teil meiner jetzt freien Zeit für Attac verwenden. Ich bin der der Attac-Regionalgruppe Wiener Neustadt beheimatet. Es freut mich, dass wir jetzt im Büro eine neue Mitarbeiterin haben, die sich um Gruppenunterstützung, neue Gruppen und Aktivismus verstärkt kümmert. Ich werde mit anderen diese Tätigkeiten vom Vorstand her begleiten.


Kooptierte Vorstandsmitglieder:

Alexandra Strickner

Ich bin Ökonomin und habe Attac Österreich 2000 mitbegründet. Im Rahmen meiner Berufstätigkeit habe ich mich immer wieder mit unterschiedlichen Attac-Themen beschäftigt: mit Agrar- und Handelspolitik, Ernährungssouveränität, Finanzmärkten, Steuergerechtigkeit und den verschiedenen Facetten der Eurokrise. Seit 2010 koordiniere ich die Allianz "Wege aus der Krise", die ich für Attac mitinitiiert und aufgebaut habe. Seit 2014 ist die TTIP-Stoppen-Kampagne und die Plattform "Anders Handeln", die daraus entstanden ist, eines meiner zentralen Anliegen. Neben der Kritik an Handelsabkommen wie TTIP, CETA & Co. thematisieren wir immer stärker die Notwendigkeit der grundlegenden Neuorganisation von Wirtschaft und Gesellschaft - von Ernährungssouveränität über Glokalisierung und Commons bis hin zu Energiedemokratie und alternativem Handelsmandat.