Situation

Das gegenwärtige Modell der industrialisierten Landwirtschaft wird von wenigen transnationalen Lebensmittelkonzernen und einer kleinen Gruppe von mächtigen Handelsketten kontrolliert. Für diese schafft es enorme Profite. Aus einer globalen Perspektive versagt es aber darin, Nahrungsmittel bereitzustellen, die den Menschen nützen sowie gesund und erschwinglich sind. Stattdessen verschiebt sich der Fokus immer stärker auf die Produktion von Rohstoffen für Agrartreibstoffe, Futtermittel und die industrielle Verwertung. Landwirtschaftliche Betriebe und Menschen, die von diesen leben, verschwinden.

Das industrielle Produktionsmodell ist enorm von endlichen fossilen Treibstoffen und chemischen Hilfsmitteln abhängig und erkennt die Begrenztheit der Ressourcen wie Boden und Wasser nicht an. Industrielle Landwirtschaft ist wesentlich verantwortlich für den drastischen Verlust von Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit und trägt zum Klimawandel bei. Sie entfremdet uns immer mehr von einem respektvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur. 

 Dass die Erde in einer solchen Art und Weise behandelt und ausgebeutet wird, ist die wesentliche Ursache für Armut im ländlichen Raum und den Hunger, unter dem mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leiden.  Dies verstärkt die „Zukunftslosigkeit“ des ländlichen Raumes und führt zur Prekarisierung
von Millionen von Menschen, für die es auf dem globalen Markt keinen Platz gibt (die so genannten „Überflüssigen“) und zu wachsenden Slums. Menschen werden in Jobs gedrängt, in   denen ihre grundlegendsten Rechte nicht anerkannt werden. Dies führt zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von BäuerInnen und ArbeiterInnen, im Besonderen von MigrantInnen. 

Gleichzeitig  wird ein Überschuss an industriellen Nahrungsmitteln geschaffen wird, der entweder im Abfall landet oder Märkte innerhalb und außerhalb Europas überschwemmt und damit die lokale Produktion zerstört. Dies wird begünstigt durch die vorherrschende Handels- und Entwicklungspolitik der EU, der Welthandelsorganisation WTO und anderen.