Viele Menschen verbinden die „globalen Finanzmärkte“ mit negativen Entwicklungen – Krisengefahr, Spekulation, große Macht. Tatsächlich unterstützen sie die Wirtschaft oft nicht mehr, sondern dominieren sie. Sowohl Unternehmen als auch Staaten stehen zunehmend unter dem Druck „der Finanzmärkte“. Vieles scheint verkehrt.
Dabei erfüllen Finanzmärkte grundsätzlich eine wesentliche Funktion. Sie finanzieren die Erzeugung und den Konsum von Waren und Dienstleistungen in der so genannten Realwirtschaft. Wer Geld gespart hat, kann es auf den Finanzmärkten anlegen. Dann kann dieses Geld Unternehmen, Regierungen und Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden, die es für Investitionen oder Konsum brauchen. Weiters können auf Finanzmärkten Währungen getauscht werden, was notwendig ist, um im internationalen Handel ausländische Produkte zu kaufen oder im Ausland zu investieren.
Diese Funktionen haben aber in den letzten Jahrzehnten relativ an Bedeutung verloren. Statt die Realwirtschaft zu unterstützen, bestimmen die Finanzmärkte immer stärker unternehmerische und wirtschaftspolitische Entscheidungen.