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Aktivist*innen besetzen Google-Rechenzentrum in Kronstorf

Forderungen: Baustopp, Offenlegung der Verträge, kein KI-Training von Militär- und Überwachungstechnologien / Attac solidarisch mit Protestierenden

Seit heute früh, 8:20 Uhr besetzen Aktivist*innen der Initiative „Rechenzentren Nein Danke!“ das Dach der Baustelle des Google-Rechenzentrums in Kronstorf. Vor der Baustelle findet eine Kundgebung in Solidarität mit den Aktivist*innen statt.

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Attac solidarisiert sich mit dem Protestierenden und gibt hier deren Presseinformation wieder.

Irrwitziger Boden- und Energieverbrauch, steigende Strompreise

„Die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. Dürresommer mit Rekordtemperaturen, hunderten Hitzetoten und Landwirtschaftsschäden in Milliardenhöhe werden zur neuen Normalität. In dieser Zeit können wir uns keine Hyperscaler mit irrwitzigem Energie- und Bodenverbrauch leisten. Daher sagen wir Rechenzentren Nein Danke – keine KI-Bunker in der Klimakrise“, sagt eine Sprecherin der Gruppe. Auch andere negative Folgen von Rechenzentren sind bereits an vielen Orten sichtbar: Strompreise steigen, Lärm und Wärme belasten Anwohner*innen.

Die Aktivist*innen von „Rechenzentrum Nein Danke“ fordern daher von der oberösterreichischen Landesregierung und der Bundesregierung

  • den sofortigen Baustopp für Kronstorf und alle geplanten Rechenzentren in Österreich.
  • die Offenlegung der Baupläne sowie der geplanten Verwendung von Rechenzentren.
  • kein Training von Militär- und Überwachungstechnologien in österreichischen Rechenzentren
  • keine Technologie für Völkermord, Besatzung und Apartheid

KI-Training für Massenüberwachung und autonome Waffen

Im Kronstorfer Hyperscaler soll größtenteils KI trainiert und betrieben werden. Damit werden unter anderem Massenüberwachungstechnologien verbessert und autonome Waffensysteme entwickelt. Google hat in den letzten Jahren milliardenschwere Verträge mit dem Pentagon abgeschlossen. Es stellt mit dem Projekt Nimbus zudem Cloud-Infrastruktur, KI und Überwachungs- und Trackingtechnologien für die israelische Regierung zur Verfügung. Der Konzern macht sich mitschuldig an Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Apartheid.

„Wir lehnen die Verwendung von KI für Überwachung und militärische Zwecke grundsätzlich ab – egal ob in Kronstorf oder an anderen Standorten“, erklären die Aktivist*innen.

Attac: Digitale Infrastruktur demokratisch kontrollieren

"Die rasante technologische Entwicklung darf nicht zu noch mehr digitaler Überwachung, Polarisierung, Spekulation und Ressourcenverbrauch führen. Digitale Infrastruktur muss als öffentliches Gemeingut verstanden und demokratisch kontrolliert werden. Daher braucht es auch einen Stopp für das Rechenzentrum in Kronstorf", kommentiert David Walch von Attac die Proteste.

Hintergrund

In Kronstorf, Oberösterreich soll auf 50 Hektar ein Google-Rechenzentrum entstehen – eines der größten in Europa. Es benötigt mehr Strom als alle Haushalte in ganz Oberösterreich zusammen. Damit die Server gekühlt werden können, müssen täglich bis zu 17,5 Millionen Liter Kühlwasser aus der Enns gepumpt werden. Anschließend werden 5,8 Millionen Liter an 30 Grad heißem Wasser wieder zurück in den Fluss geleitet.