Attac im WUK

Kooperation „Welt(en) in Bewegung“

Die Welt ist mehr denn je in Bewegung – und politisch sind mit all diesen Entwicklungen sprichwörtlich gesellschaftspolitische Welten in Bewegung!

  • Wird die Zivilgesellschaft mit den massiven Einschränkungen von Freiheits- und Menschenrechten mit abgeschafft – oder sind genau diese Entwicklungen der notwendige Ansporn für viele sich jetzt mehr denn je in sozialen Bewegungen zu engagieren?
  • Wie sehen die Gegenmaßnahmen aus, wie sammelt sich Gegenmacht zu neoliberal-autoritären Regimen und welche inhaltlichen Alternativen gibt es?
  • Wie kann eine alternative Wirtschaftspolitik aussehen, die auf sozialer Sicherheit beruht, die Menschenrechte respektiert und eine nachhaltige Entwicklung als wesentliche Säule begreift?

Nächster Termin:

Wird so bald wie möglich bekannt gegeben.


 

Im Zentrum der Kooperation Attac im WUK stehen Filmvorführungen mit anschließender Diskussion, sowie inhatliche Sonderveranstaltungen wie Buchpräsentationen, Ausstellungen und Vorträge.

Aktuelle politische Diskurse sollen damit noch stärker im Zentrum der Stadt verankert werden.

Das Wiener Werkstätten- und Kulturhaus WUK ist mit seinen 12.000m2 Fabrikgelände aus der Gründerzeit eines der größten soziokulturellen Zentren Europas. Das WUK ist Heimstätte für einen vier Sparten umfassenden Kulturbetrieb (Musik, performing arts, KinderKultur, Kunsthalle Exnergasse) und Träger von 13 arbeitsmarktpolitischen Bildungs- und Beratungseinrichtungen (WUK Bildung und Beratung). Im WUK sind außerdem 150 autonome Gruppen und Einzelinitiativen in sieben Bereichen organisiert. Insgesamt besuchen und nutzen 200.000 Menschen das WUK pro Jahr.

Programmarchiv 2019

BATTLE IN SEATTLE

Wann: 12.11. 2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: WUK Projektraum (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Anlässlich des 20. Jahrestages des Battle of Seattle in dem die Ministerkonferenz der in Seattle tagenden Welthandelsorganisation (WTO) erfolgreich durch Proteste abgebrochen wurde, zeigen wir den Politthriller “Battle in Seattle” von Stuart Townsend. Aus verschiedenen Perspektiven wird der Verlauf der Proteste gegen den zentralsten Akteur der neoliberalen Globalisierung der damaligen Zeit erzählt.

Diskussion nach dem Film:

Woran lag der Erfolg und was kann die Klimagerechtigkeitsbewegung davon lernen? 

Mit Aktivist*innen und Interessierten der globalisierungskritischen Bewegung Attac und dem Publikum wollen wir in Austausch kommen. Dabei wollen wir besonders der Frage nachgehen, was die globalisierungskritische Bewegung damals und die Klimagerchtigkeitsbewegung heute von dem Erfolg des Battle of Seattle und den darauffolgenden Entwicklungen lernen können.

  • Alexandra Strickner, Attac Österreich
  • Franziskus Forster, ÖBV – Via Campesina Austria
  • Angela Pfister,ÖGB

Moderation: Theresa Kofler, Anders Handeln

20 Jahre sind seit dem Battle of Seattle vergangen, es war einer der größten Proteste der globalisierungskritischen Bewegung.  Ein breites Bündnis von Gruppen und NGOs aus aus den Bereichen Arbeit, Umwelt, Menschenrechte und andere blockierte mit zehntausenden Menschen die Straßen von Seattle, sodass der Gipfel der WTO (Welthandelsorganisation) nicht stattfinden konnte.



Battle in Seattle
Drama/Action, 2007, 1h 51m
Regie und Drehbuch: Stuart Townsend
Mit: Martin Henderson, André Benjamin, Jennifer Carpenter, Charlize Theron, Woody Harrelson, Michelle Rodríguez, Ray Liotta, Channing Tatum u.v.m.,

Eintritt frei - Spenden erbeten


 

WEAPON OF CHOICE

Wann: 8.10. 2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: WUK Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Sie ist Kultobjekt, weltweiter Bestseller – und eine österreichische Erfindung: die Glock. Doch nur wenige wissen, dass die halbautomatische Schnellfeuerwaffe aus einem kleinen Dorf in Österreich einer der größten Exportschlager des Landes ist. Fritz Ofner und Eva Hausberger gehen in ihrem beeindruckenden und präzise recherchierten Dokumentarfilm dem Mythos und der Geschichte der Glock nach: „einer österreichischen Geschichte des Wegschauens“ (Diagonale).

Die Ermittlungen führen Fritz Ofner und Eva Hausberger vom kleinen Werk in Deutsch-Wagram, wo unter strengster Geheimhaltung produziert wird, quer durch die USA bis in die Kriegsgebiete des Irak. Der Österreicher Gaston Glock hatte die Pistole Ende der 1980er Jahre erfunden, er vollzog mit diesem leicht zu bedienenden Modell aus Kunststoff eine waffentechnische Revolution, die das kleine Familienunternehmen zum Global Player machte.

Der milliardenschwere Namensgeber selbst war zu einem Statement für den Film nicht bereit. Dennoch gelingt es Fritz Ofner und Eva Hausberger, sich der legendenumwobenen Pistole und ihrem Erfinder anzunähern.

Entstanden ist eine vielschichtige und packende Auseinandersetzung über die Faszination am Mythos Glock und ihre weltweiten gesellschaftspolitischen Folgen, die zur Diskussion anregen sollen.

Fritz Ofner, der Regisseur, kommt zur Diskussion nach dem Film.

Eintritt frei - Spenden erbeten


 

3. September 2019: INLAND

Wann: 3.09. 2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: WUK Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Ulli Gladik | AT 2019 | 94 min | DF

INLAND begleitet drei FPÖ-Fans vor und nach der Nationalratswahl in Österreich: Eine Kellnerin, einen Arbeitslosen und einen kleinen Beamten. In roten Arbeiterfamilien sozialisiert, setzen sie jetzt ihre Hoffnungen auf die FPÖ. Alle drei haben großes Unbehagen gegenüber “den Ausländern”. Gleichzeitig sehnen sich nach einem besseren Leben für die „kleinen Leute”.

Der neue Film von Ulli Gladik (Global Shopping Village) gibt intime Einblicke in ihre Probleme, Ängste und Gesinnungen und zeichnet so ein Bild einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft.

Anschließend Diskussion mit dem Sozialwissenschaftler Manfred Krenn.

Eintritt frei - Spenden erbeten

12. Juni: MACHT ENERGIE

Wann: 12. Juni 2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: WUK Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Atomkatastrophen, Kriege um Öl und Gas, Klimawandel und ein stetig wachsender Energiebedarf: Wir sind an einem Scheidepunkt angelangt, "weiter wie bisher" ist keine Option. Doch wie können wir unseren Energiebedarf decken, ohne uns dabei selbst zu ruinieren? Gibt es sauberen Strom und effiziente Technik - und wenn ja, warum verwenden wir sie dann nicht? Und wie viel ist es uns wert? Strom aus erneuerbaren Energiequellen sei ohne Förderungen nicht konkurrenzfähig! Mit dieser und ähnlichen Aussagen werden wir tagtäglich konfrontiert, Studien überschlagen sich mit widersprüchlichen Berechnungen, je nachdem, wer die Studie in Auftrag gegeben hat. Hubert Canaval und Corinna Milborn haben sich auf die Suche begeben und im Schatten von Fukushima und Deepwater Horizon stille Katastrophen und laute Rebellen gefunden.

"Macht Energie" nimmt die Zuseher_innen auf eine Reise durch den Wahnsinn Energiewirtschaft mit. Ihre Nachhaltigkeit beweist sie nur bei der Bestätigung von Murphys Gesetz: "Whatever can go wrong, will go wrong". Aus dem Blickwinkel von Anrainer_innen, Pionier_innen und Kritiker_innen erzählt, zeigt der Film die verzweifelten Versuche, der Erde die letzten Öl-, Kohle- und Gasreserven zu entlocken und die Risiken der Atomenergie zu verschleiern. Er lenkt den Blick auf die Auswirkungen von gigantischen Wasser-, Wind- und Sonnenkraftwerksprojekten, die den Mythos der erneuerbaren Energien entzaubern - und zeigt Lösungen auf. Es geht augenscheinlich nicht darum, den Bedarf der Menschen an Energie zu decken, sondern darum, das Bedürfnis der Energiekonzerne nach Gewinn zu befriedigen. Und was das betrifft, scheinen viele der großen Konzerne keine Skrupel zu kennen.

Trotzdem, es herrscht nicht überall Trostlosigkeit. Immer mehr Menschen widersetzen sich den Konzerninteressen und nehmen die Energieerzeugung selbst in die Hand.

Im Anschluss an den Film kommt Regiesseur Hubert Canaval zum Filmgespräch.

94 Minuten | Österreich, 2014 | Regie: Hubert Canaval | Drehbuch: Corinna Milborn, Hubert Canaval

Eintritt frei - Spenden erbeten

Der Filmabend ist Teil der WUK%Attac Filmreihe "Welt(en) in Bewegung".

14.Mai: DIE MACHT DER KONZERNE: CETA, TTIP und CO

Wann: 14. Mai 2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: Projektraum (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Was passiert, wenn einem multinationalen Konzern ein Gesetz nicht passt, weil es seinen Profit schmälert? Er bringt den Staat unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor ein privates Gericht – ein internationales Schiedsgericht. Für den Steuerzahler stehen bei dem Machtkampf zwischen Staaten und multinationalen Konzernen Milliarden auf dem Spiel, wie die Reportage zeigt.

Die Dokumentation macht anhand von drei Fallbeispielen deutlich, wie groß die Macht der internationalen Schiedsgerichte ist: Der kolumbianische Staat wurde von der kanadischen Firma Cosigo vor einem privaten Schiedsgericht auf 16 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. In Deutschland fordert der schwedische Energieversorger Vattenfall 4,7 Milliarden Euro Entschädigung für den Atomausstieg, und in Peru verlangt der US-amerikanische Konzern Renco, dessen Bleihütte die Luft in der Umgebung vergiftet, 800 Millionen Euro Schadenersatz vom peruanischen Staat.
Inzwischen wachen viele Staaten und Bevölkerungen auf, deren Souveränität bedroht ist. Aber ist es vielleicht schon zu spät, um etwas gegen die scheinbar übermächtigen Konzerne zu unternehmen?

Im Anschluss an den Film zu diesem Kernthema von Attac :
Diskussion mit  Film Alexandra Strickner (Mitbegründerin von Attac) und Iris Frey (Campainerin von Attac)

Eintritt frei - Spenden erbeten

Der Filmabend ist Teil der WUK%Attac Filmreihe "Welt(en) in Bewegung".

19. März: Der marktgerechte Patient

Wann: 19.03.2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: Projektraum (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte  Fallpauschalen steht für deutsche Kliniken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf PatientInnen und Klinikbeschäftigte auf. Nach der seit 2003 verbindlichen Vergütung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen hat jede diagnostizierbare Krankheit einen fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten den Patienten/die Patientin schnell abfertigt, macht Gewinn; wer sich auf die PatientInnen einlässt, macht Verluste.

Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser, die bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurden. WirtschaftsberaterInnen durchforsten seitdem jede Abteilung und prüfen, ob Vorgänge nicht mit noch weniger Personal bewältigt werden können. Die Frage ist nicht mehr: Was brauchen die PatientInnen? Sondern: Was bringt sie uns? Viele ÄrztInnen und PflegerInnen können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden.

Der marktgerechte Patient handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet Wen?“, 2015; „Water Makes Money“, 2011) haben sich dazu mit MedizinerInnen, Pflegepersonal und PatientInnen getroffen, mit KrankenhausmanagerInnen und GesundheitsaktivistInnen. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für PatientInnen und Beschäftigte einsetzen wollen.

Der martgerechte Patient, ein Film von Leslie Franke & Herdolor Lorenz
DE 2018, 82 Min., deutsche OF

anschließend Filmgespräch mit Anna Leder (CARE Revolution) und Martin Schriebl-Rümmele (Gesundheitsjournalist und Buchautor).

Eintritt frei - Spenden erbeten

Der Filmabend ist Teil der WUK%Attac Filmreihe "Welt(en) in Bewegung".

14. Februar: SYSTEM ERROR. Wie endet der Kapitalismus?

Wann: 14.02.2019, Einlass 18:30 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wo: Projektraum im WUK (Währinger Straße 59, 1090 Wien)

Es ist verrückt: Wir sehen die schwindenden Regenwälder und Gletscher, wissen um die Endlichkeit der Natur und sind dennoch wie besessen vom Wirtschaftswachstum. Warum treiben wir das Wachstum immer weiter, obwohl wir wissen, dass man auf unserem endlichen Planeten nicht unendlich wachsen kann?

SYSTEM ERROR sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.

Der Film beleuchtet bisher häufig verborgen gebliebene Zusammenhänge und legt die selbstzerstörerischen Zwänge des Systems offen - einem System, an dem wir alle teilhaben, als Beschäftigte, Anleger oder Konsumenten. Denn der Kapitalismus durchdringt unaufhörlich immer mehr Lebensbereiche, verschlingt die Natur und gräbt sich am Ende selbst das Wasser ab – so wie es Karl Marx schon vor 150 Jahren prophezeit hat.

Die Frage ist: Sind wir tatsächlich bereit für den Kapitalismus alles zu opfern?

Regie und Drehbuch: Florian Opitz
Deutschland 2018, 96 min.

anschließend Diskussion mit Iris Frey (Attac, System Change not Climate Change)

Eintritt frei - Spenden erbeten