Fakten und Argumente zur Aufrüstungsthematik
Waffen schaffen Krisen, keinen Frieden
Die Zeichen stehen auf Wettrüsten. Mit milliardenschweren Rüstungspaketen und Förderungen für Rüstungskonzerne will die EU bis 2030 „kriegstüchtig” werden. Österreich zieht mit einem Aufbauplan 2032+ nach, wonach die Militärausgaben auf 2 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit über 12 Milliarden Euro pro Jahr erhöht werden sollen. Das ist mehr als das jährliche Budget für Bildung oder Gesundheit.
Doch wer ausschließlich militärisch denkt, vernachlässigt, was langfristig Sicherheit schafft: soziale Infrastruktur, Klimagerechtigkeit, Diplomatie und globale Solidarität.
Wir sind überzeugt: Waffen schaffen Krisen, keinen Frieden.
Unsere aktuelle Petition:
Anlässlich der aktuellen Budgetverhandlungen hat Attac mit 25 weiteren Organisationen eine gemeinsame Petition Friedensförderung und Sicherheit statt Aufrüstung! an die Bundesregierung gestartet – für ein gerechtes Budget für Soziales, Frieden und Umwelt. Wir fordern:
- Keine Erhöhung der Militärausgaben im Budget 2027/28
- Mehr Geld für Frieden, Soziales und Umwelt
Mit unserer Kampagne "Wettrüsten stoppen!" und dem europaweiten Bündnis "Stop ReArm Europe" kämpfen wir für eine solidarische Zukunft.
Unsere Forderungen
Veto gegen “ReArm Europe”-Programme in der EU sowie Nein zum 2-Prozent-Ziel und Aufbauplan 2032+ für Österreich
Wir fordern, dass Österreich sich nicht an den ReArm Europe-Initiativen beteiligt, sich aus den laufenden Programmen zurückzieht und dort, wo möglich, ein Veto einlegt. Auf EU-Ebene müssen der Defence Readiness Omnibus sowie weitere Deregulierungsmaßnahmen – einschließlich der Einstufung von Rüstungsinvestitionen als nachhaltig im Rahmen der EU-Taxonomie – konsequent verhindert werden. Statt einer Ausweitung der Verteidigungsausgaben setzen wir uns für eine Rücknahme der aktuellen Aufrüstungspläne ein. Österreich soll das 2-Prozent-Ziel des BIP bis 2032 klar ablehnen und Verteidigungsausgaben auf ein notwendiges Minimum begrenzen, um finanzielle Ressourcen für soziale Sicherheit, Klimaschutz und Friedensförderung freizuhalten.
Die Rüstungsindustrie muss demokratisch kontrolliert und zu emissionsarmer, ziviler Produktion umgebaut werden
Solange mit der Produktion von Waffen und Kriegsgütern Profite erwirtschaftet werden können, haben Rüstungsindustrie, Finanzinstitute und Aktionär*innen natürlich großes Interesse an der Ausweitung von Kriegen und Aufrüstung. Möchten wir den Einfluss und die Macht der Rüstungskonzerne brechen, braucht es einen Umbau. Ähnlich den Forderungen nach einer Vergesellschaftung der Energieversorger, ist die kritische Demokratisierung der Rüstungskonzerne ein möglicher Weg in eine friedliche Zukunft. Damit würde man sie der Profitlogik entziehen und demokratische Kontrolle über ihre Aktivitäten gewinnen. Wenn wir uns als Gesellschaft darauf einigen, dass Waffenproduktion und -exporte Leid und Zerstörung verursachen, können wir den Umbau der Branche hin zur Produktion von gesellschaftlich nützlichen Dingen beginnen.
Investitionen in menschliche Sicherheit, soziale Infrastruktur und Klimagerechtigkeit
Statt weiterhin Milliarden in militärische Aufrüstung zu stecken, müssen öffentliche Mittel gezielt in die nachhaltige Sicherheit von Menschen und Umwelt investiert werden. Das bedeutet: gesellschaftliche Resilienz stärken, zivile Friedensarbeit ausbauen und Strukturen fördern, die Konflikte verhindern statt verschärfen. Wir fordern daher, dass finanzielle Ressourcen prioritär in Menschenrechtsarbeit, den Schutz der Demokratie, Familien, hochwertige Bildungs- und Gesundheitsangebote, Umweltschutz und Klimagerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit sowie internationale Zusammenarbeit fließen. Nur durch solche Investitionen entsteht echte, langfristige Sicherheit – auch für jene, die bereits heute vor Kriegen fliehen oder sich dem Militär verweigern. Diese Mittel können insbesondere durch gerechte Besteuerung und eine konsequente Umverteilung bereitgestellt werden.
Aktive Neutralität und Abrüstungsverträge als Friedensstrategie
Aktive Neutralitäts- und Friedenspolitik muss sich für die Opfer von Krieg und Gewalt, die Beendigung von Kriegen, für Diplomatie sowie internationale Abrüstungs- und Rüstungsbegrenzungs-Abkommen einsetzen. Österreich hat sich in der Vergangenheit erfolgreich für Abrüstungsabkommen stark gemacht (z. B. Verbot von Landminen, Streumunition und Atomwaffen). Echte Friedenspolitik muss diesen Weg einschlagen und sich weiter für ein Verbot von vom Völkerrecht geächteten Waffen einsetzen und eine internationale Abrüstung anstoßen: durch die Stärkung und Demokratisierung internationaler Institutionen wie UN und OSZE, durch den Ausbau von Fähigkeiten zur zivilen und gewaltfreien Konfliktlösung und -prävention sowie durch Maßnahmen der Friedensbildung und Forschung im Bereich ziviler Interessen und Gemeingüter.
Unsere Recherchen:
💰 Rüstungskonzerne und der Profit mit Krieg
Analyse zum systematischen Einfluss der Rüstungsindustrie auf die europäische Verteidigungspolitik
- Allein im Jahr 2025 (Zählung bis Oktober) traf sich die EU-Kommission 89-mal mit Rüstungslobbyist*innen – ein neuer Rekord.
- EU-Parlamentarier*innen hatten in 12 Monaten sogar 197 Treffen mit der Rüstungslobby. Zum Vergleich: In den fünf Jahren davor waren es insgesamt nur 78 Treffen.
- Die Lobbybudgets der größten Rüstungskonzerne stiegen allein zwischen 2022 und 2023 um 40 Prozent und wuchsen 2024 auf das Rekordniveau von 7,2 Millionen Euro.
Doch wer am Wettrüsten verdient, darf nicht über unsere Sicherheitspolitik bestimmen! Wir fragen ja auch nicht die Tabaklobby, wie man Lungenkrebs bekämpft. 🚬
🌎 Attac Insight: Wettrüsten macht Klimaziele unerreichbar
Analyse zum dramatischen Einfluss der Aufrüstung auf die Klimakrise
- Globale Emissionen des Militärs beliefen sich 2025 bereits auf 8 Prozent der weltweiten Emissionen.
- Steigen die Militärausgaben weiter wie geplant an, würden die weltweiten Heere im Jahr 2030 etwa 25 Prozent der dann maximal erlaubten Gesamtemissionen beanspruchen.
- Ernsthafte Emissionsminderungen in Industrie, Verkehr oder Energie würden durch den militärischen Sektor zunichte gemacht werden.
- Werden die angekündigten Rüstungsprogramme umgesetzt, rücken selbst minimale Klimaziele in unerreichbare Ferne.
Das Wettrüsten untergräbt also jede Chance, die Klimakrise abzufedern. Es bedeutet nicht nur mehr Emissionen, sondern auch weniger Spielraum für Klima-, Sozial- und Friedenspolitik. Wer es mit Klimaschutz ernst meint, muss Investitionen fürs Militär in Bereiche wie Klimaschutz umlenken – nicht umgekehrt!
Wir erleben, wie Aufrüstung und Krieg zum Normalzustand wird und Friedenspolitik in den Hintergrund rückt:
- Mit dem Programm „ReArm Europe“ pumpt die EU über 800 Milliarden Euro in die Aufrüstung.
- Noch mehr Rohstoffe, Energie und Ressourcen werden verschwendet.
- Nach Atomstrom und Gas will die EU nun auch Rüstung als „nachhaltiges Investment“ einstufen.
- Um den Waffenhandel zu erleichtern, sollen Exportkontrollen gelockert werden.
- Damit Rüstungskonzerne schneller und billiger produzieren können, sollen Chemikalien- und Schadstoffregeln sowie Umweltprüfungen abgeschwächt werden.
Attac ist überzeugt: Jeder Euro für mehr Waffen führt zu weiterer Eskalation, heizt die Klimakrise an, verstärkt soziale Ungleichheit und fehlt für die sozial-ökologische Transformation.
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Termine
Weiterführendes
In der Vergangenheit haben wir uns immer wieder zu aktuellen Kriegen und politischen Entwicklungen geäußert. Einige wichtige Statements mit unseren Positionen sowie Informationen sind zur weiteren Lektüre folgend verlinkt.
Weiterlesen:
- Stoppt den Marsch in den Krieg - Waffenstillstand jetzt, Abrüstung statt Eskalation im Mittleren Osten und in Europa (2026)
- Aufruf zur sofortigen Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel (2025)
- Aufrüstung schafft keinen Frieden (Attac Stellungnahme 2025)
- Friedensperspektiven in der globalisierten Welt (Attac Positionspapier 2024)
- Erster österreichischer Friedensatlas vorgestellt (2024)
- Attac Stellungnahme zum Nahost-Konflikt (2023)
- Attac Stellungnahme zum Ukraine-Krieg (2022)
- Attac-Magazin: Den Frieden gestalten (2022)






