Gesprächsreihe: Die neue Zeit kommt nicht von allein

Lisa Mittendrein im Gespräch mit internationalen Intellektuellen

Klimakatastrophen, Krieg und Inflation, steigende Armut und krasse Ungleichheit. Es ist nicht leicht, zwischen all den Krisen nicht die Hoffnung zu verlieren. Eine andere Welt ist nötig wie nie und scheint doch weiter weg als je zuvor. Wir müssen verstehen, wie die Krisen unserer Gegenwart zusammenhängen und welche Wege uns in eine neue, bessere Zeit führen können. 

Die neue Zeit kommt nicht von allein.* Das ist der Titel einer neuen Gesprächsreihe von Attac, die am 12. Oktober im Wiener FLUCC startete. Lisa Mittendrein diskutiert dabei 4x pro Jahr mit internationalen Intellektuellen, die an vorderster Front aktueller Debatten und sozialer Kämpfe stehen. Frisch, kurzweilig, in feiner Clubatmosphäre und überhaupt ein bisschen anders.

Wir brauchen ein klares Bild der Welt, in der wir leben, und Mut für die politischen Auseinandersetzungen, die uns bevorstehen. Die neue Gesprächsreihe soll dafür Orientierung schaffen.

* Die neue Zeit kommt nicht von allein ist eine Kooperation von Attac und FLUCC. Der Titel geht zurück auf eine Textzeile der Schmetterlinge in der Proletenpassion.

Ort

FLUCC, Praterstern 5, 1020 Wien, Eintritt: freie Spende

Nächster Termin

Ort: FLUCC, Praterstern 5, 1020 Wien, Eintritt: freie Spende

Zur Moderatorin: Lisa Mittendrein ist Sozioökonomin und Sprecherin von Attac Österreich. Sie ist seit über zehn Jahren politisch aktiv und arbeitet zu Themen der globalen Ökonomie

ACHTUNG: ABGESAGT

Warum wir immer noch eine Revolution brauchen (auf Englisch)
 

Die Klimakrise und der Aufstieg des “kommunikativen Kapitalismus” haben die Bedingungen für linke Politik fundamental verändert. Vor diesem Hintergrund stellen sich drängende Fragen: Was ist angesichts von Unsicherheit und Zerstörung unser politischer Horizont? Welche Strategien brauchen wir und was lernen wir von Bewegungen wie Occupy? Und wie setzen wir uns im Zeitalter von Konsumismus und Eigennutz solidarisch zueinander in Beziehung?

Lisa Mittendrein spricht mit der politischen Theoretikerin Jodi Dean (USA) über kommunikativen Kommunismus, das Verhältnis von Bewegung und Organisation, die Notwendigkeit eines politischen Horizonts jenseits des Kapitalismus - und warum wir immer noch eine Revolution brauchen.

Jodi Dean ist politische Theoretikerin und Professorin am HWS College in New York. Sie publiziert zu Demokratie- und Medientheorie, zur Aktualität der Revolution und zu politischer Zugehörigkeit.

Vergangene Termine

Kapitalismus am Limit. Klimakrise, Krieg und Kampf für die Transformation

19. März 2024, 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)

Kapitalismus und liberale Demokratie befinden sich in einer tiefen Krise. Die Klimakatastrophe erschüttert ihr Fundament und bringt neue, öko-imperiale Spannungen hervor. Wie es weiter geht, ist hart umkämpft. Wird der fossile Status quo autoritär verteidigt? Setzt sich ein “grüner” Kapitalismus durch? Oder erkämpfen wir eine gerechtere, bessere Art des Lebens?

Mit Ulrich Brand spricht Lisa Mittendrein über sein Ende März erscheinendes Buch “Kapitalismus am Limit”. Es geht um Chancen und Grenzen des grünen Kapitalismus, die autoritäre Verteidigung der imperialen Lebensweise, die Erfahrungen im Kampf um Alternativen seit der globalisierungskritischen Bewegung und wo soziale Bewegungen heute stehen.

Ulrich Brand ist Professor für Internationale Politik an der Universität Wien und Autor zahlreicher Bücher zur imperialen Lebensweise, Post-Wachstum und radikalen Alternativen. Sein neues Buch “Kapitalismus am Limit” (gemeinsam mit Markus Wissen) erscheint am 26. März 2024.

18. Jänner 2024: Digitalisierung und Macht: Technopolitik von unten und Chancen demokratischer Planung

Sind Algorithmen, Big Data und künstliche Intelligenz unser Schicksal? Befinden wir uns auf dem Weg in einen dystopischen digitalen Kapitalismus? Oder ist der Ausgang noch offen und soziale Kämpfe werden entscheiden, welche Rolle neue Technologien spielen werden?

Mit dem Soziologen Simon Schaupp spricht Lisa Mittendrein über die Rolle von Digitalisierung in der Arbeitswelt, wie Widerstand und Aneignung den Einsatz neuer Technologien verändern, und welchen Beitrag sie gerade angesichts der Klimakrise zu einer nicht-kapitalistischen, demokratischen Wirtschaft leisten könnten.

Simon Schaupp ist Soziologe am Department für Gesellschaftswissenschaften der Universität Basel. Er forscht zu Fragen der Macht in Zusammenhang mit Digitalisierung der Arbeitswelt und ökologischer Krise sowie zu aktuellen und historischen sozialen Konflikten.

Simon Schaupps Buch "Technopolitik von unten. Algorithmische Arbeitssteuerung und kybernetische Proletarisierung" ist im Attac-Shop erhältlich.

 

12. Oktober 2023, 19 Uhr: Grace Blakeley (UK) Raubtier-Kapitalismus versus demokratischer Sozialismus. (auf Englisch)

Grace Blakeley ist britische Ökonomin und Autorin von Büchern zur Finanzialisierung, zur Coronakrise und der Zukunft des Kapitalismus. Sie kommentiert regelmäßig das politische Geschehen im britischen Fernsehen und ist eine der scharfsinnigsten linken Denker:innen ihrer Generation.

Korruption, Ineffizienz, mächtige Monopole und massive Unterstützung durch Staaten: Der real existierende Kapitalismus ist weit weg von seiner angeblichen Funktionsweise über Wettbewerb und freie Märkte.

Was zeichnet also unser Wirtschaftssystem im 21. Jahrhundert und in seiner aktuellen Krisenphase aus? Welche Rolle spielen Finanzmärkte, Planung und Staaten?

Neben der Analyse der aktuellen politisch-ökonomischen Lage spricht Grace Blakeley zum Start der Attac-Gesprächsreihe mit Lisa Mittendrein unter anderem über die Lehren aus Jeremy Corbyns Führung der britischen Labour-Partei für Österreich und über Strategien für und Chancen eines demokratischen Sozialismus.

Grace Blakeleys Buch "STOLEN. So retten wir die Welt vor dem Finanzkapitalismus" ist im Attac-Shop erhältlich.

Die Gesprächsreihe wird auf radio%attac und Radio Orange gesendet.