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Attac unterstützt Nominierung Junckers für Negativpreis „Schandfleck“

„Parade-Europäer“, der nationale Interessen voranstellt / Online-Voting bis zum 18. Februar unter www.schandfleck.or.at

Zum dritten Mal verleiht das Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) den Schmähpreis „Schandfleck des Jahres“ – eine Auszeichnung für besonders gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen.

Unter den sechs Nominierungen befindet sich auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Seine Nominierung „für besondere Verdienste um die Aufrechterhaltung der Steuervermeidung und -hinterziehung, Abbau des Sozialstaates, der Demokratie und den Verrat europäischer Werte“ wird von Attac Österreich unterstützt. „Juncker wurde medial jahrelang als ‚Parade-Europäer‘ gefeiert. Doch unter seiner Amtszeit als luxemburgischer Regierungschefs hat er das Land zur wichtigsten Steueroase in der EU ausgebaut. Juncker ist somit direkt dafür verantwortlich, dass andere Staaten um ihre legalen Steuereinnahmen geprellt werden. Er steht für eine EU, die Gerechtigkeit, Solidarität und mehr Europa predigt und Eigennutz und nationale Interessen voranstellt“, erklärt David Walch von Attac Österreich.*

Luxemburg ist neben der Schweiz das europäische Zentrum der Steuervermeidung und -hinterziehung. Die Milliarden, die sich multinationale Konzerne durch die laxe Auslegung der Regeln für Verrechnungspreise in Luxemburg ersparen, bezahlen die Mehrheit der Menschen – entweder in Form von höheren Steuern oder Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheit oder Bildung. Jean Claude Juncker hat als Regierungschef zudem persönlich jahrelang alle Bemühungen um einen automatischen Informationsaustausch der Steuerbehörden in der EU blockiert.

Vom 19. Jänner bis zum 18. Februar kann online der Publikumspreis für den Schandfleck des Jahres 2014 gewählt werden (www.schandfleck.or.at). Die Auszeichnungen (Publikums- und Jurypreis) werden am Welttag der sozialen Gerechtigkeit, dem 20. Februar 2015, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien Neubau verliehen. „Wir hoffen dass Juncker den „Schandfleck des Jahres“ am 20. Februar verdientermaßen überreicht bekommt“, erklärt Walch.

* Ausführliche Begründung der Nominierung im Dossier: http://www.schandfleck.or.at/wp-content/uploads/2015/01/Juncker_Dossier_Schandfleck-des-Jahres2014.pdf