Österreich führt seit gestern gemeinsam mit zwölf weiteren EU-Mitgliedstaaten ein neues Bündnis für „weniger Bürokratie“ in der EU an. Angesichts der bisherigen EU-Vorhaben unter diesem Schlagwort warnt Attac vor einem weiteren Abbau wichtiger Schutzstandards für Menschen und Umwelt.
„Unter dem Vorwand von ‚Bürokratieabbau‘ geht die EU bereits seit geraumer Zeit mit der sprichwörtlichen Kettensäge gegen Schutzstandards für Menschen und Umwelt vor“, warnt David Walch von Attac Österreich. Das betrifft etwa wichtige Regulierungen für eine faire Besteuerung von Konzernen, für Datenschutz, für Umwelt- und Waldschutz oder im Bereich Lieferketten und Arbeitsrechte. Attac kritisiert, dass sich nun ausgerechnet die österreichische Regierung vor diese Konzern-Agenda spannt.
1./2. Oktober: Allianz „Kettensäge stoppen“ veranstaltet Konferenz über Gefahren und Alternativen
Attac, GLOBAL 2000, der ÖGB, die AK Wien, epicenter.works, Anders Handeln, das Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) und Greenpeace haben bereits im Frühjahr die gemeinsame Allianz „Kettensäge stoppen!“ gegründet.
Bei einer großen Konferenz am 1. und 2. Oktober in Wien zeigt die Allianz mit prominenten Gästen, wie soziale, ökologische und digitale Rechte und Lebensgrundlagen geschützt statt abgebaut werden können und wie eine zukunftsfähige Wirtschaft in der EU aussehen kann:
1. Oktober: Abendveranstaltung: Welche Wirtschaftspolitik benötigen wir als Alternative zur EU-Deregulierung?
Wann: Donnerstag, 1. Oktober 2026, 17:00 – 19:00 Uhr
Wo: Haus der EU, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien
Keynote: Prof. (FH) Elisabeth Springler, Fachhochschule des BFI Wien
Panel:
- MEP Evelyn Regner (S&D),
- Sonja Franzke (Grüne Wirtschaft- angefragt),
- NRAbg. Michael Bernhard (Neos),
- Alexandra Strickner (GLOBAL 2000)
Moderation: Ines Omann
2. Oktober: Tagesveranstaltung:
Wann: Donnerstag, 2. Oktober 2026, 9.00 - 13.00 Uhr
Wo: Catamaran, Johann Böhm Platz 1 , 1020 Wien
Begrüßung: Wolfgang Katzian (Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes ÖGB), Valentin Wedl (AK Wien) und Alexandra Strickner (Global2000)
Was ändert sich im Alltag, wenn die EU-Deregulierungsagenda umgesetzt wird?
Im ersten Teil der Tagesveranstaltungen erhalten Teilnehmer:innen einen Einblick in die konkreten Auswirkungen des Abbaus von Schutzrechten und Regulierungen durch Kurzvorträge von
- Max Schrems (noyb) – Digitale Rechte und Schutzstandards
- Martin Müller (ÖGB) – Arbeitnehmer:innenrechte
- Gregor Schamschula (Ökobüro) – Umweltschutz
- Fritz Loidl (Bio-Bauer) – Regulierung von Pestiziden
- Thabata Pena Pereira (Anwältin & Aktivistin) - Lieferketten & Menschenrechte
- Magdalena Pitzer (Kettensäge stoppen!) - Zivilgesellschaftliche Beteiligung
Welche Wirtschaftspolitik bringt uns in ein zukunftsfähiges Europa?