Aktivist*innen verschiedener Gruppen, darunter Attac und die Initiative „Rechenzentren, nein danke!“, haben heute bei der Data Center World Europe vor der Messe Wien gegen den weiteren Ausbau von Hyperscale-Rechenzentren protestiert.
Protest gegen Hyperscaler-Ausbau bei „Data Center World Europe“ in Wien
Baustopp für alle Rechenzentren und demokratische Debatte über Zweck gefordert
Bei der Konferenz kommen laut Webseite „Betreiber, Entwickler, Cloud-Anbieter, Hyperscaler und Innovatoren zusammen“ um mit Chip-Hersteller*innen, Banken und Energieunternehmen über die - aus ihrer Sicht notwendige - Verdreifachung der europäischen Rechenzentrenkapazität zu diskutieren.
Doch der Ausbau von Hyperscalern widerspricht allen Klimazielen. Sie verbrauchen viel Boden, Wasser und enorme Mengen Strom, schaffen jedoch wenige Arbeitsplätze. Rechenzentren werden zudem für oftmals für Überwachungs- und Kriegstechnologien und Kriegsverbrechen genutzt, aber auch für enorme Mengen an KI-Slop. Aufsichtsbehörden weltweit warnen aufgrund der exorbitanten Verschuldung für den Bau von Rechenzentren vor einer massiven KI-Finanzblase.
Nicht den Konzernen überlassen
„Wir benötigen dringend ein Moratorium für alle Bauprojekte und eine Debatte darüber, von wem, für wen und zu welchem Zweck Rechenzentren gebaut werden sollen – oder auch nicht“, erklärt dazu Hanna Braun von Attac Österreich. „Wenn wir Technologie nicht in einer autoritären Weise, sondern demokratisch und solidarisch ausbauen und nutzen wollen, dürfen wir Entscheidungen darüber nicht den Konzernen überlassen. Digitale Infrastruktur muss als öffentliches Gemeingut verstanden und demokratisch kontrolliert werden“, erklärt Braun.
Dass der Widerstand gegen Rechenzentren erfolgreich sein kann, zeigen internationale Beispiele aus den USA, Irland, Schottland oder den Niederlanden. Zuletzt wurde der Bau eines Rechenzentrums in Finnland gestoppt.
