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Wasserkonzern Veolia verklagt kritischen Film

"Water makes money" thematisiert die negativen Folgen von Wasser-Privatisierung

Der französische Konzern Veolia hat in Paris gegen den Film ?Water Makes Money? Klage wegen ?Verleumdung? eingereicht. Unklar ist derzeit, was Veolia dem Film vorwirft. Der Konzern hat dennoch bereits erreicht, dass die französische Staatsanwaltschaft seinem Antrag stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig nicht auszuschließen. Veolia will zudem die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz auf Schadenersatz verklagen. "Veolia will uns wirtschaftlich ruinieren und uns über seine finanzielle Macht mundtot machen", sagt Leslie Franke. 
 
 ?Water makes money? thematisiert die negativen Folgen der Privatisierung von Wasser für lokale Kommunen vor allem am Beispiel von Frankreich, dem Mutterland der Großkonzerne Veolia und Suez. In Frankreich versorgen die Konzerne Veolia und Suez acht von zehn Bürgerninnen und Bürger mit Wasser. Überhöhte Preise, aber auch deutlich mehr Lecks in den Rohrnetzen sowie schlechtere Trinkwasserqualität und Abwasserreinigung als im meist noch öffentlich versorgten Österreich sind die Folgen.
 
  ?Praktisch jedes Wort in ?Water Makes Money? wurde von Anwälten in Hamburg und Paris hin- und her gewendet und überprüft. Dennoch wird sicherlich nicht allein auf juristischem Feld entschieden, ob es Veolia mit seiner Klage gelingt, dass der Film aus den Kinos und von den Bildschirmen verschwindet?, erklären Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Für sie ist es ein Kampf David gegen Goliath: Das von Instanz zu Instanz potenzierte finanzielle Risiko kann für sie ruinös werden. Sie haben jetzt schon hohe Anwaltskosten und viele andere Aufwendungen, um der Klage zu begegnen. Für Veolia sind die Kosten solcher Verfahren Peanuts.
 
 ?Die Informationen des Films müssen noch breiter in die Öffentlichkeit. ?Water makes money" macht Mut: Wasser in BürgerInnenhand ist möglich. Wir müssen verhindern, dass Großkonzerne Kritik an ihrem Geschäftsgebaren unterdrücken können?, erklärt Alexandra Strickner von Attac Österreich. Das internationale Wasser-Netzwerk von Attac ?Aquattac? hat mit dem Film kooperiert, nationale Attac-Organisationen unterstützen ihn. Attac hat auch in Österreich Informationsveranstaltungen im Rahmen von Filmvorführungen organisiert.
 
 Noch darf der Film gezeigt werden. ARTE hält an der Planung fest, eine TV-Fassung am Internationalen Wassertag, den 22.3.2011 um 20:15 auszustrahlen.
 
 Aufruf des Water-Makes-Money-Teams und weitere Informationen zum Film:
 http://www.watermakesmoney.com/de/startseite
 
 Rückfragen: filmATTAC@watermakesmoney.org