2025
4.12: Sold City - Wenn Wohnen zur Ware wird

Dokumentarfilm | Idee und Regie: Leslie Franke und Herdolor Lorenz | D 2024, 126 Minuten
Seit die Gemeinnützigkeit des Wohnbaus fast überall in Europa aufgehoben ist, gilt Wohnen nicht mehr als Menschenrecht. Nun entscheidet der Markt, wo Menschen leben. Damit hat sich ein beispielloses System der Vernichtung bezahlbaren Wohnraums etabliert, das unsere Gesellschaft im Kern auseinander dividiert.
In Deutschland allgemein und besonders in den Groß-Städten leben traditionell mehr Menschen zur Miete als in Eigentum. In Berlin sind es sogar 82%. Diese Menschen sind zunehmend bedroht. Eine neoliberale Politik seit der Jahrtausendwende, dann aber vor allem die Finanzkrise sind die Ursache dieser Entwicklung. Seitdem kreist sehr viel internationales Kapital um das sogenannte Betongold. Ein vergleichsweise guter Mieter*innenschutz in Deutschland wurde zum Wohle des Kapitals mehr und mehr aufgeweicht. Seither geht es nicht mehr ums Wohnen, sondern um Geldanlage.
„SOLD CITY“ zeigt auf der einen Seite die Ursachen dieses Immobilienbooms, wie die Betroffenen ihn erleben und wie wir uns wehren können. Wir schauen aber auch über den Tellerrand nach Wien oder in das hochkapitalistische Singapur. Hier finden wir eine beispielhafte Wohnungspolitik – sinnvoll und denkbar auch für Deutschland? (Text: Kernfilm)
Im Anschluss Filmgespräch mit Vertreter*innen von "en commun - Zwangsräumungen verhindern" und der Arbeitsgruppe "WohnAttac"
Zeit: Donnerstag, 4.12.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer, Eingang C (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
10.11: Ohne Chefs – Demokratie bei der Arbeit

Dokumentarfilm | Idee und Regie: Mario Burbach | D 2025, 52 min.
Eine Arbeit ohne Chef*in? “In dieser Wirtschaftslage?!” – Für viele Menschen klingt das wie pure Utopie. Doch mitten im Herzen unseres auf Profitmaximierung und Hierarchie aufgebauten Marktsystem existiert bereits heute eine andere Realität, die auf Solidarität und ethischen Grundsätzen basiert: Kollektivbetriebe, die täglich für ein besseres “Richtig im Falschen” kämpfen.
“Ohne Chefs” begleitet Menschen, die einen scheinbar unmöglichen Beweis antreten: Ja, ein Unternehmen kann ohne Chef*innen funktionieren. Sie zeigen, dass ein radikal anderer Weg möglich ist, bei dem Demokratie nicht an der Chef*innen-Etage endet. In sogenannten Kollektivbetrieben, Kooperativen und selbstverwalteten Unternehmen entdecken wir eine Alternative zur “Mini-Diktatur” traditioneller Betriebe. Wir treffen auf ganz normale Menschen, die ihr Arbeitsleben selbst in die Hand nehmen – keine Utopist*innen oder Revoluzzer*innen, sondern Praktiker*innen einer modernen, nachhaltigen Wirtschaftsform.
Der Film zeigt den täglichen Kampf dieser Betriebe, die wie Inseln in einem Meer des Kapitalismus existieren. Hier sind Solidarität, gemeinschaftliches Wirtschaften und gegenseitige Hilfe eine wichtige Selbstverständlichkeit. Wir erleben Menschen, die ihr Leben der Vision einer besseren Zukunft widmen und sich gemeinsam gegen Ausbeutung und Dehumanisierung in der Arbeitswelt stellen.
Statt zu jammern, dass “keine*r mehr arbeiten will”, zeigt der Film “Ohne Chefs”, dass Kollektivbetriebe der Schlüssel für die Zukunft unserer Arbeit und Wirtschaft sein können. Eine Alternative, die mehr ist als ein waghalsiges Experiment. Geschichten, die Mut machen, alte Wege zu verlassen und zusammen neue Wege zu gehen – nicht als Theorie, sondern als gelebte Praxis.
Im Anschluss Filmgespräch mit
Margit Wolfsberger, jahrelang Obfrau vom WUK (
Brigitte Reisenberger, Öffentlichkeitsarbeit beim MILA Mitmach-Supermarkt
Zeit: Montag, 10.11.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer, Eingang C (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
14.10: Kein Land für Niemand - Abschottung eines Einwanderungslandes

Ein Film von Max Ahrens und Maik Lüdemann | Deutschland 2025 | 111 Min
Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag angenommen – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.
“Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes” begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Die Dokumentation beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, dokumentiert die katastrophale Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben.
Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politiker*innen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?
In eindringlichen Geschichten zeigt der Film eine zunehmend beängstigende Realität aus Sicht von Geflüchteten und analysiert die Dynamiken hinter dem historischen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen fordert “Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes” dazu auf, den brutalen Status quo und die scheinbar unaufhaltsame Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.
Denn damit es auch in Zukunft bei einem glaubhaften „Nie wieder“ bleibt, brauchen wir Alternativen – Alternativen, die der unvermeidbaren Realität von Migration in einer krisenhaften Welt und einem Einwanderungsland im Umbruch gerecht werden. (Text: kein-land-fuer-niemand.de)
„Ein eindrücklicher Film, der uns das Wegschauen unmöglich macht.“ (NDR)
Anschließend: Anna Lena Buchleitner und Michi Ladurner (Attac) im Gespräch mit Sieglinde Rosenberger, Professorin für Politikwissenschaft, Universität Wien (bis 2022)
Zeit: Dienstag, 14.10.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer, Eingang C (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
13.5: Wir sind so frei

Regie: Alf Schreiber, Christian Lehmann-Feddersen | Deutschland, 2024 | 97 Minuten
“Wir sind so frei” ist ein Dokumentarfilm von Christian Lehmann-Feddersen und Alf Schreiber über die Nachwehen des G20-Gipfels 2017 in Hamburg. Der Film begleitet Aktivist*innen, die der Polizeigewalt und Strafverfolgung ausgesetzt sind, und die für Grundrechte und eine freie Gesellschaft kämpfen.
Neben den Protesten gegen den Gipfel zeigt der Film neue politische Bewegungen der letzten Jahre wie Rider-Gewerkschaften (Gorilla Riders‘ Collective, Flink Workers Collective), Arbeitskämpfe bei Amazon (ver.di) und politische Kämpfe von Migrant*innen (NiNa Women in Action, Women in Exile).
Gleichzeitig beleuchtet der Film das kapitalistische System und zeigt zugleich das große Potential für Veränderungen durch politische Organisierung.
„Ein Destillat der wichtigsten antikapitalistischen Demonstrationen der vergangenen Jahre.“ (Lukas Hoffmann, Kino-Zeit)
„Die antikapitalistische Dokumentation beleuchtet Grundrechtseinschränkungen und Polizeigewalt u. a. während der G20-Proteste in Hamburg, kritisiert, dass die Beschäftigten bei Unternehmen wie Gorillas, Amazon oder Flink kein Streikrecht haben und porträtiert Selbsthilfeprojekte für geflüchtete Frauen.“ (TV Today)
Anschließend: Hannah Eberle im Gespräch mit Hanna Braun und Anna Lena Buchleitner (Attac).
Hannah Eberle ist seit zwanzig Jahren in antifaschistischen und antikapitalistischen Bewegung in Deutschland und Österreich aktiv. Sie war als Aktivistin bei G20, ist noch immer verbunden mit der Interventionstischen Linken (D) und organisiert bei der Gruppe Zinnoberrot in Wien. Außerdem ist sie Sozialwissenschaftlerin und Bildungscoach.
Zeit: Dienstag, 13.5.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
1.4: Niemals allein, immer zusammen

Eine Produktion von: Irina Thiab, Anna-Katrin Winkler & Joana Georgi | Deutschland 2024 | 90 Minuten
Für ihren Dokumentarfilm “NIEMALS ALLEIN, IMMER ZUSAMMEN” begleitet die Filmemacherin Joana Georgi fünf Berliner Aktivist*innen ein Jahr durch ihren Alltag. Quang, Patricia, Simin, Zaza und Feline sind jung, idealistisch und organisiert. Sie engagieren sich bei „Fridays for Future“, „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, kämpfen in der Berliner Krankenhausbewegung für bessere Care-Arbeit und setzen sich für die Aufarbeitung rassistisch motivierter Gewalt ein. Sie kümmern sich um die Community, machen politische Kunst und mischen Social Media auf. Mittels Instagram, TikTok und YouTube sind sie global vernetzt und bringen ihre Ideen in die Smartphones und die Herzen ihrer Altersgenossen. In einer zunehmend gespaltenen und polarisierten Welt zeigen sie Wege aus der politischen Lethargie und repräsentieren eine neue Generation, die ihre Stimme erhebt, um befreit von Denkverboten und dogmatischen Altlasten für eine gerechtere Zukunft einzustehen.
Mit “NIEMALS ALLEIN, IMMER ZUSAMMEN” wirft Regisseurin Joana Georgi einen authentischen Blick auf den schwierigen Weg, der Aktivismus häufig bedeutet und lenkt den Fokus auf die liebevollen, tagtäglichen Geschichten des Ringens um gesellschaftliche Veränderung. Dabei bricht sie mit abwertenden Klischees über soziale Bewegungen und schafft einen hoffnungsvollen Film, dessen Protagonist*innen fest daran glauben, dass radikaler Wandel nicht nur möglich, sondern notwendig ist.
„Das Engagement der Aktivist*innen ist inspirierend, erfrischend und hoffnungsvoll. Ihr Zusammenhalt macht Mut.“ (taz)
"Der immer raumgreifenderen politischen Hoffnungslosigkeit setzt der Film etwas entgegen, indem er die solidarische Gemeinschaftlichkeit feiert." (analyse & Kritik)
Im Anschluss Filmgespräch mit Francesca O`Brien (Aktivistin der antikapitalistischen Klimagerechtigkeitsbewegung) und Niki Kubaczek (Soziologe und Kulturwissenschaftler und Aktivist), moderiert von AG Linksruck.
Zeit: Dienstag, 1.4.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
26.2.: Human Energy

Buch und Regie: Weronika Bloch und Adam Dzienis | UK 2018 | 50 Min.
„Human Energy“ ist eine energiegeladene Geschichte über Menschen aus 12 verschiedenen europäischen Ländern, die für den Klimaschutz kämpfen. In Energie-Genossenschaften (REScoops) aktiv, zeigen sie, wie Menschen zum Handeln befähigt werden können, welche Bedeutung Gemeingüter haben und wie sich damit schließlich auch Geld verdienen lässt.
Im Anschluss Filmgespräch mit Irene Stögerer und Paula Friedrichsen von OurPower, moderiert von Hanna Braun und Michael Ladurner (Attac).
Zeit: Mittwoch, 26.2.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"
28.1.: The Plan That Came From The Bottom Up

Regie: Steve Sprung | UK, Portugal 2018 | 90 Min. | OF mit deutschen Untertiteln
Mitte der 1970er kriselte es in der britischen Waffenindustrie. Grund war vor allem die Kürzung der staatlichen Verteidigungsausgaben. Um ihre Arbeitsplätze zu retten, entwickelte eine Gruppe Ingenieure des britischen Rüstungskonzerns Lucas Aerospace einen Plan: Statt Waffen wollten sie künftig Produkte herstellen, die Menschen nützten, nicht schaden. Der Dokumentarfilm "The Plan that Came from the Bottom up" erzählt ihre Geschichte.
Im Jahr 1979 wurden sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Financial Times urteilte: „Eines der radikalsten Konzepte, das je von Beschäftigten für ihr Unternehmen entwickelt wurde.“
"Please support this film, see it, promote it and discuss it. If we want to transform society, this is a good place to start." (Ken Loach)
Anschließend: Anna Lena Buchleitner und Michi Ladurner (Attac Vorstand) im Gespräch mit Paul Dvořak (Institut für Historische Sozialforschung) und Ines Kusmenko (Attac).
Zeit: Dienstag, 28.1.2025 | 19.00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr
Wo: WUK, Foyer (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
Eintritt: freie Spende
Im Rahmen der WUK%Attac Kooperation "Welt(en) in Bewegung"