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Weltweiter Streik für den Amazonas

Klimagerechtigkeitsbewegung fordert Regierungen weltweit zum Stopp von EU-Mercosur Klimakiller-Abkommen auf

Gelegte Feuer und Kahlschläge für mehr Rinder-Weideflächen und Soja-Anbaugebiete sind der Auslöser für die heuer noch stärkeren Brände im Amazonas.

Deshalb ruft Attac Österreich mit Fridays for Future und einem breiten Bündnis für diesen Freitag, 28.8., ab 18:00 Uhr zum Streik für den Amazonas auf. Weltweit gibt es von 28. bis 30.8. in über 26 Ländern Protestaktionen für den Amazonas. In Österreich finden Demonstrationen und Aktionen in neun Städten und Gemeinden statt [1].

Nein muss Nein bleiben

Attac fordert gemeinsam mit den anderen Aktivist*innen und Organisationen, dass die Regierung sich auf EU-Ebene an die Weisung des Nationalrats hält und das EU-Mercosur-Abkommen ablehnt. Mit dem geplanten Mercosur-Abkommen will die EU den Handel mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay massiv ausweiten. Auf Betreiben der deutschen Chemie- und Autoindustrie [2] will die deutsche Ratspräsidentschaft das Abkommen trotz breiter Kritik und gegen Parlamentsbeschlüsse einiger EU-Mitgliedsländer vorantreiben. Im Herbst soll das Abkommen im EU-Ministerrat zur Abstimmung gebracht werden.

Das Mercosur-Abkommen: Klimakiller und Bedrohung für die kleinbäuerliche Landwirtschaft

Das Ziel des Abkommens ist Zölle für Importe von Rindfleisch, Soja, Zucker und Bioethanol in die EU zu senken und im Gegenzug Zölle für Autos, Pestizide und Medikamente abzusenken. Mehr Rindfleisch- und Sojaimporte in die EU bedeuten mehr Abholzung des Regenwaldes, mehr CO2-Austoß, mehr Vertreibungen von Kleinbäuer*innen und Indigenen sowie weniger Artenvielfalt und laxere Lebensmittelkontrollen. Auch der Handel mit klimaschädlichen Agrartreibstoffen soll erleichtert werden. In der EU wiederum würde das Abkommen den Druck auf kleinbäuerliche Landwirtschaft, Produktionsstandards und Tierschutz noch weiter erhöhen und die Industrialisierung der Landwirtschaft weiter vorantreiben [3]. Die zusätzlichen Emissionen, die infolge des Abkommens allein in der Landwirtschaft entstehen würden, sind genauso hoch wie die gesamten Emissionen des österreichischen Autoverkehrs [4].

Menschenrechte und Gesundheit unter Beschuss

Eine aktuelle Studie [5] belegt, dass das geplante Abkommen die zahlreichen Landkonflikte, die der Vormarsch des Agrobusiness in den Mercosur-Staaten anheizt, noch verschärfen würde. Das Kapitel zu Menschenrechten und Nachhaltigkeit enthält keine Sanktionsmöglichkeiten und damit keinen ausreichenden Schutz vor Waldvernichtung, Biodiversitätsverlust oder Menschenrechtsverletzungen. Darüber hinaus würde das Abkommen den Handel und die Verbreitung von hochgefährlichen Pestiziden fördern, die in der EU längst verboten sind. Auch sollen Lebensmittelkontrollen weiter abgebaut werden, sodass auch europäische Verbraucher*innen von den Auswirkungen betroffen wären [6]

 

[1]https://fridaysforfuture.at/events/2020-08-28-amazonasstreik

[2]https://www.handelsblatt.com/politik/international/deal-zwischen-eu-und-suedamerika-mercosur-die-weltgroesste-freihandelszone-freut-vor-allem-die-autoindustrie/24505378.html?ticket=ST-2931822-QJdiNCbhJ6MsOV30Ucje-ap1

[3]https://www.attac.at/fileadmin/user_upload/dateien/kampagnen/konzernabkommen_stoppen/Dossier_EU-Mercosur-final.pdf

[4]https://www.vcoe.at/news/details/vcoe-oesterreichs-autofahrer-tanken-im-schnitt-840-liter-sprit-pro-jahr

[5]https://www.anders-handeln.at/wp-content/uploads/downloads/2020/06/Greenpeace-Misereor-DKA-Studie-EU-Mercosur-Abkommen-B01331.pdf

[6] https://www.attac.at/news/details/eu-mercosur-abkommen-foerdert-handel-mit-hochgefaehrlichen-pestiziden-1

Rückfragen:
Iris Frey, Kampagnenkoordination Attac Österreich
Mail:     
Telefon: 0677 61 40 69 13

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