Was ist das EU-Mercosur-Abkommen?

Stopp EU-Mercosur!

Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein geplantes Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und den Mercosur-Staaten in Südamerika. Nach über 20 Jahren Verhandlungen wurde 2019 eine politische Einigung erzielt – doch der Vertrag ist bis heute nicht ratifiziert. Grund dafür sind massive Bedenken hinsichtlich Umwelt, Klima, Menschenrechten und Demokratie.

Wer sind die Mercosur-Staaten?

Mercosur ist ein südamerikanischer Wirtschaftsverbund, der folgende Länder umfasst:

  • Brasilien

  • Argentinien

  • Paraguay

  • Uruguay

Gemeinsam bilden sie einen der größten Agrar- und Rohstoffexporteure der Welt.

Was sind die Ziele des Abkommens?

Das EU-Mercosur-Abkommen soll:

  • den Marktzugang für Waren und Dienstleistungen verbessern,

  • Zölle abbauen (vor allem für europäische Industriegüter und südamerikanische Agrarprodukte),

  • Investitionen fördern,

  • internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Aus Sicht der EU ist es vor allem ein geopolitisches Abkommen zur Absicherung von Handelspartnern in einer sich wandelnden Weltordnung.

Welche Probleme gibt es mit dem Abkommen?

Das Abkommen ist höchst umstritten. Kritiker*innen – darunter auch Attac – benennen zahlreiche Gefahren:

  • Förderung von Abholzung und Klimazerstörung durch steigenden Exportdruck auf Regenwälder

  • Menschenrechtsverletzungen gegenüber Indigenen und Kleinbäuer*innen

  • Schwächung lokaler Landwirtschaft und bäuerlicher Strukturen

  • Keine einklagbaren Umwelt- und Sozialstandards

  • Demokratiedefizit: Verhandelt wurde weitgehend intransparent und ohne parlamentarische Kontrolle

Warum ist das Abkommen für Österreich relevant?

Österreich steht wie viele andere EU-Länder vor der Entscheidung, das Abkommen zu ratifizieren oder abzulehnen. Die österreichische Zivilgesellschaft – von Attac, Umweltorganisationen über Gewerkschaften bis hin zu bäuerlichen Initiativen – fordert einen Stopp des Abkommens. Denn es gefährdet Klima, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitsprache – auch bei uns.

Was fordert Attac?

Attac Österreich setzt sich für einen sozial-ökologischen Welthandel ein, der Menschen und Umwelt ins Zentrum stellt – nicht die Profite multinationaler Konzerne. Wir fordern:

  • Stopp des EU-Mercosur-Abkommens

  • Transparente Verhandlungen unter demokratischer Kontrolle und Beteiligung

  • Starke Umwelt-, Klima- und Menschenrechtsstandards

  • Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe statt Exportmaximierung

Weiterführende Informationen und Quellen

Attac-Kampagnenseite zum EU-Mercosur-Abkommen