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Agrabündnis: Paradigmenwechsel in Richtung Ernährungssouveränität notwendig

Anlässlich des Welternährungstags fordert das Agrarbündnis Österreich einen Paradigmenwechsel hin zur Ernährungssouveränität. ?Es gehört zu den großen Skandalen unserer Zeit, dass einerseits die Hungerzahlen dramatisch steigen und andererseits so viel produziert wird wie noch nie?, hält Elisabeth Baumhöfer vom Agrarbündnis fest.

Ernährungssouveränität umfasst viel mehr als Ernährungssicherheit. Ernährungssicherheit existiert laut FAO dann, wenn die Menschen Zugang zu ausreichenden, sicheren und nahrhaften Lebensmitteln haben. Entscheidend ist dabei jedoch im Hinblick auf Ernährungssouveränität, dass Ernährungssicherheit blind gegenüber der Frage ist, wie und unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen Lebensmittel hergestellt wurden. Ernährungssouveränität nimmt deshalb in den Blick, dass es zuallererst um den Zugang zu den für die Produktion notwendigen Ressourcen wie Land, Wasser und Saatgut gehen muss. Darüber hinaus geht es um das Recht der Menschen, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum und nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne. ?Insofern ist Ernährungssouveränität Voraussetzung für wirkliche Ernährungssicherheit. Erst dadurch können die zugrunde liegenden Probleme des Hungers bekämpft werden.?, so Baumhöfer weiter.

Der Bericht des Weltagrarrats IAASTD fordert eine radikale Kehrtwende der Agrarpolitik weg von der Förderung industrialisierter und erdölabhängiger Massenproduktion hin zu ökologisch-nachhaltigen und standortsspezifischen Produktionsmethoden. Die gravierenden Biodiversitätsverluste, der Klimawandel, die Patentierung und gentechnische Manipulation von Saatgut und Lebewesen bedrohen die bäuerliche Landwirtschaft und damit die Lebensmittelversorgung in Nord und Süd.

Hunger ist heute keine Folge des Mangels, sondern der Verteilung von Lebensmitteln, Land, Wasser, Saatgut und anderen Produktionsmitteln. Hunger entsteht dort, wo die Lebensmittel an jene exportiert werden, die diese bezahlen können. Hunger ist dabei Ausdruck einer Form von Landwirtschaft, die ökologische und sozialen Krisen verursacht. Neuerdings hat Hunger auch damit zu tun, dass wir in großen Mengen aus Lebensmitteln Agrosprit erzeugen.?, so Baumhöfer abschließend.

siehe auch:
Erklärung von Nyeleni: http://www.nyeleni2007.org/spip.php?article331

Attac ist Mitglied beim Agrarbündnis Österreich
www.agrarbuendnis.at

Rückfragehinweis:
Franziskus Forster, 0650-68 888 69