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Alptraum Globalisierung: "Zerstörung durch Export und Handel"

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Darwin´s Nightmare

Hubert Sauper

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Attac - Infos zum Welthandel

Die geheimen Spielregeln des Welthandels
"Darwin's Nightmare" als filmisches Dokument der katastrophalen Folgen von wirtschaftlicher Globalisierung ohne Sozial- und Umweltstandards

Anlässlich des Kinostarts (21.1.05) des vielfach preisgekrönten Dokumentarfilms "Darwin's Nightmare" übten heute im Rahmen eines Pressegesprächs der Regisseur Hubert Sauper, GLOBAL 2000 und Attac Österreich massive Kritik am derzeitigen Welthandelssystem. Die Dokumentation beschreibt die für die lokale Bevölkerung in Tansania und die Umwelt katastrophalen Folgen des Exporthandels mit dem Viktoriabarsch. "Hier zeigt sich die hässliche Fratze der Globalisierung besonders deutlich", so Hubert Sauper, Regisseur der Dokumentation. Um den Viktoriabarsch, der in den Viktoriasee eingesetzt wurde und ihn jetzt langsam zerstört, ist ein katastrophaler Kreislauf aus Ausbeutung, Prostitution, Hunger und Waffenhandel entstanden. Flugzeuge bringen den Fisch nach Europa und kehren beladen mit Waffen nach Afrika zurück. "Das Thema repräsentiert viele Zusammenhänge. Der Fisch ist ein wertvolles Produkt, das am reichen Ende der Welt viel Geld bringt, aber im Ursprungsland den Leuten den Kopf kostet. Der Kern meiner Arbeit ist nicht Sachen herauszupicken oder aufzudecken. Kino bietet vielmehr die Möglichkeit, die Dinge, die man schon weiss, besser zu begreifen", so Sauper weiter.

Andreas Baur, Pressesprecher der Umweltorganisation GLOBAL 2000 bezeichnet den Dokumentarfilm als erschütterndes Beispiel für die Folgen der Globalisierung. Diese sind auch in vielen anderen Bereichen spürbar. "So macht die österreichische OMV immer noch Profite mit Ölfeldern im ecuadorianischen Regenwald. Die einzigartigen Regenwaldgebiete Ecuadors und die dort auf traditionelle Weise lebende indigene Bevölkerung sind durch die Ölförderung stark bedroht. Tropenholz wird als Ausgangsmaterial für Möbel und Papierprodukte verwendet, die bei uns verkauft werden. Die Folgen sind katastrophal: Zum Beispiel werden laut einer Studie der Weltbank die Regenwaldregionen auf Sumatra in wenigen Jahren verschwunden sein, wenn die Zerstörung in dem Ausmaß weitergeht wie bisher", so Baur. Ein weiteres Beispiel is Tierfutter für die Viehwirtschaft in Österreich und Europa. Die Soja-Anteile des Futters stammen vielfach aus gentechnisch verändertem Soja, das in Brasilien und Argentinien angebaut wird. Die Folgen der Freisetzung dieser Pflanzenschimären sind nicht ausreichend erforscht. "Unser derzeitiges Handelssystem führt dazu, dass wir das ökologische Risiko unseres Lebensstils in die weniger entwickelten Länder verlagern. Wir fordern deshalb die Einführung der weltweit gültigen Sozial- und Umweltstandards. Sonst riskieren wir zum Beispiel die völlige Zerstörung der für das Weltklima so wichtigen Regenwaldgebiete", so Baur.

Christian Felber, Mitbegründer von Attac Österreich, sieht in dem Film ein anschauliches Beispiel dafür, dass Export und Freihandel nicht automatisch zu Entwicklung und Wohlstand führen; sie können im Gegenteil große ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Zerstörung anrichten. "Das Verkehrte an der Globalisierung ist, dass Export und Freihandel als Ziele an sich verfolgt werden, obwohl sie großen Schaden anrichten können. Der Globalisierung müssen ganz andere Ziele vorangestellt werden: nachhaltige Entwicklung, Ernährungssouveränität, die Bewahrung der ökologischen Lebensgrundlagen und der kulturellen Vielfalt. Handel, Export und Investitionen dürfen nur dann stattfinden, wenn sie diesen Zielen dienen. Aus diesem Grund muss die WTO, die Freihandel als Ziel verfolgt, durch Organisationen der UNO abgelöst werden, die einen breiten sozialen und  nachhaltigen Entwicklungsansatz verfolgen", so Felber abschließend.