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Attac: Falsche Weichenstellungen in der Agrarpolitik

Fotoaktion in Krems: "Wird in der Landwirtschaft konkurriert, ist Bauernsterben garantiert"

Der informelle Agrargipfel in Krems beinhaltet ein klares Bekenntnis zu globaler Wettbewerbsfähigkeit. ?Diese Strategie bedeutet eine Weichenstellung für das falsche Landwirtschaftmodell. Regionale Versorgung, flächendeckende Ökologisierung und eine Landwirtschaft in natürlichen Kreisläufen wird damit verunmöglicht. Stattdessen kommt es zu einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft - gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der KonsumentInnen", kritisiert Franziskus Forster von Attac Österreich.

"Wir brauchen keinen globalen Wettbewerb, vielmehr sollte die Agrarpolitik eine Stärkung regionaler und ökologischer Kreisläufe beinhalten - und das weltweit. Daher ist auch das Agrarabkommen der WTO völlig auf dem Holzweg", so Forster.

Exportorientierte industrialisierte Landwirtschaft steht dem Prinzip der Ernährungssouveränität diametral entgegen. Sie dient vor allem den Interessen der Konzerne, welche billige Preise für die Weiterverarbeitung wollen. Diese Preise werden dann aber nicht an die KonsumentInnen weitergegeben. Dass diese Massenware ungesund, geschmacklos und umweltzerstörend ist, wird zusätzlich ausgeblendet. BäuerInnen und KonsumentInnen verlieren gleichermaßen.

Auch das neue Agrar-Umweltprogramm (ÖPUL neu) weist in die falsche Richtung: Die Eckpunkte der Attac-Kritik:

·  Von extensiv zu intensiv: Einerseits Kürzung der Mittel für das Umweltprogramm, andererseits Öffnung und Begünstigung für Intensivbetriebe etwa durch erweiterte Höchstdüngerobergrenzen.
·  Von klein zu groß: Strukturwandel durch Benachteiligung der Kleinlandwirtschaft wird bewusst gefördert ? Bauernsterben ist bewusstes Kalkül. Allein zwischen 1996 und 2002 ging die Zahl der kleinen Bauernhöfe (weniger als 5 ha) um 42% zurück, jene der Großbetriebe (größer 50 ha) nahm um 11% zu.
·  Von Grünland zu Acker: Benachteiligung der Gründlandbauern. Dauergrünland ist die ökologisch nachhaltigste Form der Bewirtschaftung des Bodens und deshalb besonders schützenswert.
·  Aufweichung der ökologischen Mindeststandards durch Streichung der Grundförderung.
·  Keine Verankerung der Gentechnikfreiheit.

Attac kritisiert weiters, dass kritische wissenschaftliche Forschung zu den Themen internationale Agrarpolitik, EU-Recht und WTO-Agrar- und Umweltrecht in Österreich kaum stattfindet. Diese Fragen sind jedoch gerade auf internationaler Ebene entscheidend.
?Es ist eine Schande, dass ein Land, das sich einer ökologischen und sozialen Agrarpolitik verschrieben hat, keinerlei Forschung in dieser Richtung betreibt oder unterstützt. Auch und vor allem die Universität für Bodenkultur ist in diesem Bereich viel, viel stärker gefordert?, so Forster abschließend.

Fotos von der heutige Foto-Aktion in Krems: "Wird in der Landwirtschaft konkurriert, ist Bauernsterben garantiert" von Attac und Agrarbündnis in Krems finden Sie in Kürze hier:
www.attac.at/index.php