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Aufwind für Debatte um Vermögenssteuern: neue Studie des Tax Justice Network

Die Debatte um Vermögenssteuern erhält neuen Aufwind. Vor kurzem haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und das Tax Justice Network (TJN) dazu Studien publiziert. Das Tax Justice Network zeigt in seiner Studie "Inequality: You don't know half of it" auf, dass das Vermögen Superreicher in Steueroasen weltweit - mit einem Vermögen über 1 Million US Dollar an Wertpapiervermögen - zwischen 21 und 32 Billionen US Dollar beträgt. Die Autoren der Studie kommen zum Schluß, dass die Kluft zwischen arm und reich weitaus größer als sie je vermutet haben. Die Finanzkrise wird sich nicht lösen lassen, ohne die Vermögen und Einkommen der (Super-) Reichen stärker zu besteuern, wenn wir nicht lang anhaltende ökonomische Stagnation, soziale Verwerfungen und politische Instabilität riskieren wollen. Hier setzt die Studie des DIW an. Einmalige Vermögensabgaben auf höhere Privatvermögen in Kombination mit Zwangsanleihen könnten zur Refinanzierung und zum Abbau der Staatsschulden in Europa herangezogen werden, ohne dass eine Dämpfung der Konsumnachfrage zu befürchten wäre. Für Deutschland wird ein Aufkommen von etwa 230 Milliarden Euro bei einer Abgabe von 10 Prozent auf private Vermögen über 250 000 Euro errechnet. Betroffen wären die reichsten acht Prozent der Bevölkerung.