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Der weltweite Energie­preisschock kommt

Der Iran-Krieg offenbart erneut, wie abhängig wir im Kapitalismus von Öl, Gas und Konzernen sind

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran forderte bereits tausende Tote und zehntausende Verletzte. Zugleich droht nun eine globale Energiekrise. Durch die Blockade der Straße von Hormus brechen Lieferketten für Öl, Gas und wichtige Vorprodukte ein  – mit dramatischen Folgen für Preise, Versorgung und wirtschaftliche Stabilität. Der Preisschock wird nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die Düngemittelerzeugung, die Landwirtschaft und die Industrie betreffen. 

Global sehen wir bereits eine tiefe Spaltung: Reiche Länder sichern sich knappe Ressourcen, während ärmere Regionen mit echten Engpässen – etwa bei Nahrungsmitteln – konfrontiert sind. Die UNO befürchtet, dass die Folgen des Krieges mehr als 30 Millionen Menschen in die Armut treiben könnten.

Konzerne nutzen die Krise

Energie- und Rohstoffkonzerne nutzen derartige Krisen, um die Preise noch weiter anzuheben. In kaum einem EU-Land haben die Ölkonzerne die Gewinnspannen derart stark erhöht wie in Österreich. Daraus entsteht seit Beginn des Irankriegs ein Übergewinn von rund 4 Millionen Euro– und das jeden Tag. In der EU sind es sogar mehr als 81 Millionen Euro täglich

Diese Krisenprofite entstehen nicht nur durch Knappheit, sondern durch Marktmacht und mangelnde Regulierung. Spekulation an den Finanzmärkten verschärft die Preisanstiege weiter. Während die breite Mehrheit unter steigenden Lebenshaltungskosten leidet, profitieren die Reichsten als Aktionär*innen der fossilen Konzerne und der Rüstungsindustrie. 

Als kurzfristige Reaktion setzen die Regierungen auf Energie sparen und preisdämpfende Maßnahmen, zumeist mittels Subventionen oder Steuersenkungen. In Asien (z. B. Indien, Japan, Südkorea) gibt es Fahrverbote, Rationierung und teils Rückgriff auf Kohle, in afrikanischen Staaten Stromrationierungen.

Mutige politische Eingriffe nötig

Dringend nötig wären mutigere politische Eingriffe: Dazu zählen internationale Preiskoordination, Preis- und Margenregeln, Übergewinnsteuern, eine gerechte Verteilung knapper Güter sowie ein striktes Verbot von Spekulation. Darüber hinaus sollten Unternehmen der Energieversorgung und Lebensmittelproduktion nicht gewinnorientiert betrieben, sondern demokratisch und gemeinnützig organisiert werden, um eine langfristige stabile Versorgung zu ermöglichen.

Der Krieg offenbart erneut, wie abhängig wir im Kapitalismus von Öl, Gas und Konzernen sind. Die grundlegende Lösung kann nur darin liegen, die fossile Abhängigkeit zu beenden, die Wirtschaft zu regionalisieren, die Macht großer Konzerne zu brechen und Frieden statt Wettrüsten ins Zentrum internationaler Politik zu stellen!

 

Siehe auch: Der weltweite Energie­schock steht bevor: Was nun passieren muss. blog A&W