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Eine alternative Globalisierung ist möglich

Ab Donnerstag wird im Schweizer Davos zum 31. Mal das Weltwirtschaftsforum stattfinden. Die globale Unternehmenselite trifft sich mit Spitzenpolitikern in der ausdrücklichen Absicht, "den Zustand der Welt zu verbessern" (<link http: www.weforum.org _new>www.weforum.org).

Dass ihr das bisher misslungen ist, zeigen zahlreiche Fakten: In 80 Ländern liegt das Pro-Kopf-Einkommen heute niedriger als vor 10 Jahren. Das Vermögen der drei reichsten Männer übersteigt das Bruttosozialprodukt von 48 Ländern. Afrikas Anteil am Welthandel ist von 6 auf zwei Prozent geschrumpft. Die globale ökologische Situation verschlechtert sich zusehends. Und die Liberalisierung der Finanzmärkte hat nicht Entwicklung, sondern Krisen beschert: Die Asienkrise 1997/98 stürzte 25 Millionen Menschen in Indonesien, Malaysia, Thailand und Südkorea in Arbeitslosigkeit und Armut.

"Selbst wenn sich die Weltenlenker in Davos mit sozial und ökologisch korrekter Rhetorik schmücken, wird auch das 31. Weltwirtschaftsforum nichts am Wesen einer Globalisierung ändern, die vor allem den internationalen Konzernen und den großen Akteuren auf den Finanzmärkten nützt", meint Christian Felber, Proponent von ATTAC Österreich.

ATTAC Österreich startet deshalb am Donnerstag, dem ersten Forumstag, eine kreative Protestaktion: Konzernbosse führen Politiker an der Leine; diese tragen Transparente wie "Totale Liberalisierung", "Alle Macht den Konzernen", "Freiheit für die Finanzmärkte". Rundherum fordern ATTACs auf Schildern: "Globalisierung braucht Gestaltung".

An der Gestaltung einer alternativen Globalisierung wird bereits gearbeitet: Hunderte Umwelt-, Sozialund Zivilgesellschafts-Gruppen aus aller Welt, darunter ATTACs aus 20 Ländern, werden sich heuer zum ersten "Weltsozialforum" im brasilianischen Porto Alegre treffen. Während im Schweizer Davos an der Liberalisierung weitergeschmiedet wird, denkt man in Porto Alegre (deutsch: "fröhlicher Hafen") über nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Verbesserung der Menschenrechte nach.