Heute unterbrachen rund 30 Aktivist*innen die Hauptversammlung der OMV in der Messe Wien. Mit lautstarken Redebeiträgen protestierten sie gegen den Konzern als einen der größten Klimazerstörer Österreichs. „Eure Profite verbrennen unsere Zukunft", „Öl tötet" und „OMV vergesellschaften" waren zu hören. Mehrere Aktivist*innen wurden gewaltsam von Securities aus dem Saal entfernt, nachdem sie versucht hatten, die Vorstandsmitglieder direkt zu konfrontieren. Auch Aktionäre wurden handgreiflich gegenüber den Protestierenden. „Die Reaktion auf friedlichen Protest spricht Bände: Der Konzern tut alles, um sich vor Kritik zu schützen – auf Kosten der Allgemeinheit und jener, die für sich für eine gerechte Zukunft einsetzen", kritisiert Max Hollweg von Attac Österreich.
Milliardenprofite auf Kosten der Vielen
Während immer mehr Menschen unter steigenden Energiepreisen, Extremwetter und sozialer Unsicherheit leiden, verzeichnet die OMV weiterhin Milliardengewinne und schüttet hohe Dividenden aus. Konzernchef Alfred Stern verteidigte wiederholt die fossile Geschäftsstrategie, sprach trotz Energiekrise von historischen Erfolgen und stemmte sich gegen politische Eingriffe wie Übergewinnsteuern. Statt Klimagerechtigkeit ernst zu nehmen, fiel der Konzern in der Vergangenheit mit der Repression und Überwachung von Klimaaktivist*innen auf. „Die OMV macht Milliardenprofite mit intransparenten Öl- und Gasdeals, unterstützt Menschenrechtsverletzungen und heizt die Klimakrise weiter an. Diese Profite zahlen die Menschen – an der Tankstelle und auf ihrer Energierechnung", erklärt Hollweg.
Offener Brief fordert politische Maßnahmen
Im Vorfeld der Hauptversammlung forderten Wissenschafter*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen in einem offenen Brief an ÖBAG und die Bundesregierung als Eigentümerinnen des Konzerns einen grundlegenden Kurswechsel: keine neuen fossilen Großprojekte, eine am 1,5 °C Ziel ausgerichtete Klimapolitik und die Umleitung von Übergewinnen in einen Transformationsfonds für erneuerbare Energien statt in Dividenden. IPCC und IEA seien eindeutig: Neue Öl- und Gasfelder sind mit den Klimazielen unvereinbar. Als Mehrheitseigentümerin trage die Republik eine besondere Verantwortung, diesen Umbau umzusetzen.
Fossile Profite als koloniale Gewalt
Die Aktivist*innen warfen der OMV vor, trotz jahrzehntelanger Kenntnis über die Folgen fossiler Energien weiter Öl- und Gasprojekte auszubauen. „Fossile Profite sind koloniale Gewalt. Konzerne wie die OMV sichern hier Dividenden, während Menschen im Globalen Süden ihre Lebensgrundlagen verlieren, vor Dürren fliehen oder an Überschwemmungen sterben. Eure Gier tötet", rief eine Aktivistin, bevor sie aus dem Saal gebracht wurde.
OMV vergesellschaften – Energieversorgung neu denken
Die Protestierenden fordern ein Ende fossiler Expansion, die Vergesellschaftung zentraler Energieversorgung sowie massive Investitionen in leistbare erneuerbare Energie. „Die Klimakatastrophe ist keine Naturkatastrophe – sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen und der Profitgier weniger Konzerne. Solange Unternehmen wie die OMV unsere Zukunft verheizen, wird es keinen ruhigen Ablauf ihrer Hauptversammlungen geben," so Max Hollweg von Attac Österreich.
Fotos und Videos von der Protestaktion