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Freihandel ist das falsche Rezept

Nachhaltige Entwicklung als Alternative

Bis zu 30.000 Menschen haben in Quebec gegen die Schaffung einer panamerikanischen Freihandelszone demonstriert. ATTAC Österreich erklärt sich mit den DemonstranInnen solidarisch und unterstützt die Proteste inhaltlich.

"Das Ziel, den Wohlstand aller zu mehren, ist begrüßenswert. Freihandel ist dafür jedoch ein ungeeignetes Mittel. Freihandel zwischen ungleichen Partnern stärkt die Starken (USA, Kanada), während die Schwachen weiter geschwächt werden (Lateinamerika). Die bisherigen Erfahrungen haben das gezeigt. Der Anteil der 48 ärmsten Länder am Welthandel hat sich infolge der Liberalisierung seit 1980 von 0,7 auf 0,3 Prozent verringert (UNDP). In Mexiko gehen Kleinunternehmen seit Inkrafttreten des NAFTA reihenweise Bankrott. Freihandel führt zur Herrschaft einiger weniger Konzerne, die ein "ebenes Spielfeld" am besten für sich nützen können und lokal gewachsene Wirtschaftsstrukturen dabei zerstören. Wenn bolivianische Kleinunternehmen gegen US-Konzerne im freien Wettbewerb antreten, steht von vornherein fest, wer gewinnt und wer verliert. Lateinamerika hat bereits durch die bisherige Handelsliberalisierung eine Rückentwicklung der Wirtschaft erfahren: sinkende Industriegüterdiversifikation, erneute Konzentration auf Rohstoffe und Raubbau an der Natur", so ein ATTAC-Sprecher.

"Wer den Wohlstand aller Menschen anheben will, soll den Weg nachhaltiger Entwicklung beschreiten, die den Aufbau lokaler Wirtschaftsstrukturen fördert und die Eigenständigkeit der Kulturen voraussetzt. Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur unter Einbindung der Bevölkerung, während Freihandelszonen stets über die Köpfe der Betroffenen hinweg beschlossen werden", so der Sprecher.

ATTAC Österreich lehnt eine Globalisierung, die Waren und Finanzen alle Hindernisse auf dem Weg räumt und gleichzeitig neue Grenzzäune für Menschen errichtet, entschieden ab.