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G8-Gipfel in Japan: Alte Rezepte und neue Desaster

G8 sind hauptverantwortlich für Finanzkrise, Nahrungsmittelkrise und Klimakrise / Versprechen von Heiligendamm nicht eingehalten

"Wash down G8, throw down neoliberalism" - unter diesem Motto ruft Attac Japan zu Protesten gegen den G8-Gipfel vom 2. bis 9. Juli  in Toyako auf. "Auf den G8-Treffen werden Entscheidungen gefällt, die nicht nur die beteiligten acht Staaten betreffen, sondern oftmals einen großen Teil der Staatengemeinschaft. Die G8 benimmt sich in gewisser Weise wie eine Weltregierung. Dazu ist die G8 aber demokratisch überhaupt nicht legitimiert?, erklärt Alexandra Strickner, Obfrau von Attac Österreich.

Ob Finanzkrise, Nahrungsmittelkrise oder Klimakrise - die katastrophale Politik der G8 ist hauptverantwortlich für die aktuellen Probleme der Welt. Ihre Konzepte der Deregulierung der Finanzmärkte und der Liberalisierung des Welthandels haben die globalen Ungleichheiten explodieren lassen. Die Länder des Südens haben durch Handelsliberalisierungen ihre Möglichkeiten zur agrarischen Eigenversorgung vielfach eingebüßt. Die deregulierten Finanzmärkte verschärfen durch die angeheizte Spekulation auf den Rohstoffmärkten die Situation weiter.  "Dass sich die Vertreter der EU in Japan dennoch für mehr Freihandel und einem Abschluss der laufenden Runde der Welthandelsorganisation WTO stark machen ist völlig unverantwortlich", kritisiert Strickner

Wie wenig von dem Treffen der acht Staats- und Regierungschefs erwartet werden kann, zeige die Bilanz von Heiligendamm.*
"Von den vollmundigen Ankündigungen des Gipfels vor einem Jahr ist nichts umgesetzt worden?, so Strickner. So haben die acht Staaten weder ihre Hilfszusagen für Afrika eingehalten, noch einen wirksamen Klimaschutz vorangetrieben. Im Gegenteil: Besonders zynisch sei die kürzlich veröffentlichte Empfehlung der G8-Finanzminister, die Ölförderung weltweit zu steigern.

Bereits 2005 beim G8-Gipfel im schottischen Gleaneagles hatte die G8 verkündet, die Entwicklungshilfe um 50 Milliarden US-Dollar bis 2010 aufzustocken. Das wären dann 0,38 Prozent des Bruttosozialprodukts der G8. Laut einer OECD-Prognose werden die acht Staaten dieses Ziel allerdings voraussichtlich um etwa 30 Milliarden verfehlen. "Im Jahr 2007 ist die Entwicklungshilfe-Quote der G8 trotz anderer Versprechungen in Heiligendamm sogar gesunken. Aber wir haben nichts anderes erwartet. Die G8 stehen für große Worte und falsche oder keine Taten", so Strickner.

Medienansprechpartner beim G8-Gipfel in Toyako, Japan.
(2. bis 9. Juli 2008 / Zeitverschiebung: +7h)

Attac Deutschland:
* Sabine Zimpel, Attac-Koordinierungskreis, sabine.zimpelATTAC@attac.de,
  Tel. 0049-178-694 77 59
* Alexis Passadakis, Attac-Koordinierungskreis, passadakisATTAC@gmx.net,
  Tel. 0049-170-268 44 45

INFORMATIONEN IM INTERNET:
* Übersicht über die geplanten G8-Proteste in Japan und in Deutschland:
http://www.attac.de/aktuell/nog8/aktivitaeten/

* G8-Seite von Attac Deutschland:
http://www.attac.de/aktuell/nog8/g8-in-japan/

*AUTORENBEITRÄGE (zur freien Verwendung bei Nennung des Namens):

* "Der Bock als Gärtner: Bilanz der Zusagen für mehr Entwicklungszusammenarbeit, ein Jahr nach Heiligendamm" von Alexis
Passadakis: http://www.attac.de/aktuell/nog8/g8-bilanz/g8-und-afrika/

* "Leere Worte, nichts dahinter: Die klimapolitische Bilanz der G8 ein Jahr nach Heiligendamm" von Chris Methmann:
http://www.attac.de/aktuell/nog8/g8-bilanz/g8-und-klima/