Vor und während der Hauptversammlung der Raiffeisen Bank International (RBI) protestieren heute internationale Organisationen wie Attac, BankTrack, B4Ukraine und der Versöhnungsbund gegen die skandalöse Geschäftspolitik der Bank. (BILDER)
RBI-Hauptversammlung: Proteste gegen Kriegsprofite, fossile Geschäfte und Investitionen in Überwachung - BILD
RBI füllt weiterhin Putins Kriegskasse – obwohl Ausstieg möglich wäre
Die RBI füllt weiterhin Putins Kriegskasse, heizt die Klimakrise an und investiert in den US-Überwachungskonzern Palantir. Die Organisationen fordern einen sofortigen Rückzug der RBI aus Russland und den konsequenten Ausstieg aus fossilen Investitionen wie auch aus demokratiefeindlicher Militär- und Überwachungstechnologie.
„Trotz eines Konzerngewinns von 1,44 Milliarden Euro stellt die RBI weiterhin Profite über Frieden, Klimagerechtigkeit und demokratische Grundrechte. Und während die Bank vom Krieg profitiert, fordert RBI-Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Hameseder noch mehr Aufrüstung, Erleichterungen für Waffenexporte sowie EU-Regeln, die klimaschädliche Rüstungsinvestitionen als ‚nachhaltig‘ einstufen“, kritisiert Hanna Braun von Attac Österreich.
RBI füllt weiterhin Putins Kriegskasse – obwohl Ausstieg möglich wäre
Entgegen ihren Ausstiegsversprechen ist die RBI noch immer die größte westliche Bank in Russland. Seit 2022 hat sie rund 1,9 Milliarden Euro Steuern in die russische Staatskasse eingezahlt – etwa 30 Prozent davon fließen in den Militärhaushalt. 2025 investierte eine RBI-Tochter 335 Millionen Euro in russische Unternehmen wie Gazprom und Rosneft sowie in russische Staatsanleihen.
Ein aktueller Bericht zeigt, dass ein Russland-Rückzug sogar günstiger wäre als das Risiko eines Verbleibs. „Die RBI finanziert ohne Notwendigkeit immer noch Putins völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit. Ein Rückzug ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch aus Sicht des Risikomanagements die richtige Entscheidung“, erklärt Max Hammer von BankTrack.
Gute Geschäfte mit der Klimakrise und Überwachung
Die RBI gehört weiterhin zu den größten österreichischen Geldgebern für die fossile Industrie. Zwischen 2022 und 2024 sie hat 3,5 Milliarden US-Dollar in fossile Unternehmen gepumpt. Rund 1,7 Milliarden US-Dollar flossen in Unternehmen, die ihre fossilen Projekte weiter ausbauen – ein Anstieg um rund 68 Prozent in drei Jahren. Zusätzlich hält sie in über 50 Fonds 232 Millionen Euro an Investitionen in expandierende Öl-, Gas- und Kohleunternehmen. Zudem wickelt die Bank weiterhin Zahlungen für russisches Pipeline-Gas nach Europa ab – in Höhe von mindestens 7 Milliarden Euro jährlich.
Darüber hinaus investiert die RBI in den Überwachungs- und Militärkonzern Palantir, der als verlängerter Arm des US-Sicherheitsapparats gilt und grundlegende Datenschutz- und Demokratieprinzipien untergräbt.
