Die Reichsten schaden dem Klima vor allem durch ihren exorbitanten Reichtum: Das oberste 1 Prozent verursacht durch ihr Unternehmenseigentum und Investitionsentscheidungen 41 Prozent der globalen Emissionen. (1) Aus Luxuskonsum entstehen dagegen „nur" 15 Prozent. Dies geht aus dem neuen Bericht des World Inequality Lab mit dem Titel „Eine kapitale Herausforderung – warum Klimapolitik Eigentumsverhältnisse adressieren muss” hervor.
Damit belegt der Bericht, was Attac schon lange kritisiert: Die extreme Konzentration von privatem Reichtum ist eine der Hauptursachen der Klimakrise. „Dieser Bericht ist ein Weckruf. Er zeigt, dass wir die Macht des reichsten 1 Prozent einschränken müssen. Klimapolitik, die auf den Markt setzt, greift zu kurz. Stattdessen müssen wir die Eigentumsverhältnisse in den Blick nehmen“, sagt Mario Taschwer, wirtschaftspolitischer Sprecher von Attac Österreich.
Sofortiger Stopp für fossile Investitionen
Attac und World Inequality Lab fordern ein Verbot von Investitionen in neue Kohle-, Öl- und Gasprojekte. Die Regierungen sind dazu aufgerufen sofort zu handeln, indem sie zunächst Auslandsinvestitionen in fossile Infrastruktur verbieten. Anschließend benötigt es eine Kennzeichnung von umweltschädlichen Investitionen und deren Verbot – inklusive hoher Strafen bei Missachtung.
Während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung die Hauptlast von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen trägt, profitieren wenige Reiche weiterhin von Investitionen, die den Planeten an den Abgrund treiben. Nur durch klare Verbote und gesetzliche Regulierung kann verhindert werden, dass weiterhin Kapital in die Zerstörung unseres Planeten fließt – während gleichzeitig die Reichen von den Profiten der Klimakrise profitieren.
Attac: Progressive Vermögensteuer notwendig, um Ungleichheit einzudämmen
In Österreich besitzt das reichste Prozent aller Haushalte rund 40 Prozent des Gesamtvermögens. Attac hat auf Basis der Reichenliste berechnet, dass sich die Vermögen österreichischer Milliardär*innen alle 7 Jahre verdoppeln. Auf Basis der Vermögenszuwächse von über 10 Prozent pro Jahr hat Attac ein Modell für eine progressive Vermögensteuer entwickelt. Beginnend mit einem Steuersatz von 1 Prozent ab 5 Millionen Euro steigt die Steuer in 4 Stufen bis auf 10 Prozent für Vermögen über 1 Milliarde Euro.
Klimakrise vertieft die globale Ungleichheit
„Wenn die Reichsten 1 Prozent die sauberen Vermögenswerte von morgen besitzen, könnte ihr Anteil am Weltvermögen bis 2050 von 38 auf 46 Prozent springen,“ schreibt der Studienautor und Ungleichheitsforscher Lucas Chancel. Die gute Nachricht: „Die Klimakrise wird die Vermögensungleichheit vertiefen, aber gut gestaltete Politik kann sie reduzieren.“