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Von Helsinki bis Lissabon: Nein zum Angriff auf das soziale und demokratische Europa!?

Europaweite Petition fordert wirtschaftspolitische Kurskorrektur der EU

 Unter massivem Zeitdruck und weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit sollen in Brüssel noch vor dem Sommer Pläne für eine weitreichende ?Europäische Wirtschaftsregierung? beschlossen werden. Deren Kernelemente sind Kürzungen bei Löhnen und Sozialleistungen, Abbau der öffentlichen Dienste, niedrigere Steuern für große Unternehmen und Angriffe auf die Arbeitnehmerrechte in den EU-Staaten. Die EU-Kommission soll weit reichende Kompetenzen erhalten sich mittels Strafsanktionen in nationale Wirtschaftspolitik einzumischen, sollten ihre neoliberalen Sparvorgaben nicht umgesetzt werden.
 
 Dagegen organisiert sich ein europaweiter Protest. Das Europäische Attac-Netzwerk und zahlreiche weitere Organisationen starten eine europaweite Petition an die Europaparlamentarier auf www.oureurope.org. ?Wir fordern die Abgeordneten auf, die Pläne von Europäischer Kommission und nationalen Regierungen bei ihrer Abstimmung am 8. Juni zu stoppen?, erklärt Alexandra Strickner von Attac Österreich. Frédéric Lemaire, Attac Frankreich: ?Es ist demokratiepolitisch nicht hinnehmbar, dass dieser Angriff auf das soziale und demokratische Europa in kürzester Zeit und ohne öffentliche Debatte durchgepeitscht werden soll.? 
 
 ?Die wahren Ursachen der Eurokrise werden vollständig ignoriert. Diese sind eine ungleiche Vermögensverteilung, deregulierte Finanzmärkte sowie Steuerwettbewerb und Steuerflucht und nicht zu hohe Löhne oder Sozialleistungen. Die Pläne für die "Europäische Wirtschaftsregierung" werden Europa wirtschaftlich weiter spalten und die politische Krise der EU verschärfen?, sagt Steffen Stierle von Attac Deutschland: Finanzsektor oder Vermögende sollen nichts zu den Kosten der Finanzkrise beitragen, obwohl sie am meisten von den öffentlichen Rettungspakten profitiert haben.?
 
 Das Europäische Attac Netzwerk fordert eine sinnvolle koordinierte Wirtschaftspolitik. Diese muss folgende Punkte beinhalten:
 

  • Mindestlöhne und grundlegende Sozialstandards gegen wirtschaftliche Ungleichgewichte. 
     
     
  • EU-weite Steuern wie eine Finanztransaktionssteuer und eine Angleichung der nationalen Steuern an die jeweiligen Höchstsätze - besonders bei Unternehmens- und Vermögenssteuern. 
     
     
  • Eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte, ein Verbot von Spekulation auf Staatsverschuldung und eine und ein Bankensystem, in dem Banken es keine ?too big too fail? Banken gibt.
     
     
  • Die Möglichkeit direkter Kreditaufnahme von Regierungen bei der Europäischen Zentralbank: Derzeit profitieren vor allem Banken von der risikolosen ?Weiterreichung? der EZB-Kredite.
     
     
  • Massive Investitionen in öffentlichen Verkehrs, erneuerbare und sichere Energiesysteme, Bildung und im Sozial und Gesundheitsbereich. Diese schaffen Arbeitsplätze und verbessern die Lebensgrundlagen für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft.

 
 Mehr Informationen zu den Plänen für eine Europäische Wirtschaftsregierung":
 http://www.oureurope.org/9483.html?&L=2