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Weltsozialforum geht ins fünfte Jahr

Attac mit täglicher Berichterstattung aus Porto Alegre

Bereits zum fünften Mal treffen sich GlobalisierungskritikerInnen, FrauenrechtlerInnen, UmweltaktivistInnen und andere zivilgesellschaftliche Gruppen, um dem neoliberalen Antlitz der Welt eine Alternative entgegenzustellen: Eine andere Welt ist möglich. Zwischen 26. und 31. Jänner findet das Weltsozialforum erneut in Porto Alegre (Brasilien) statt. Über 100.000 Menschen aus 132 Ländern werden erwartet, um aus einem Workshop- und Diskussionsangebot mit knapp 2.000 Veranstaltungen auszuwählen.

"Die Sozialforen bleiben die konkurrenzlose Plattform für die Vernetzung von AktivistInnen und Organisationen, die etwas gegen Ausbeutung, ungerechte Verteilung, ökologische und kulturelle Zerstörung als Folgen neoliberaler Wirtschaftspolitik tun möchten. Die Koordination der Arbeit verschiedener NGOs, beispielsweise zur WTO-Handelspolitik, erfolgt das Jahr über größtenteils online, das WSF bietet einen zentralen Treffpunkt zur persönlichen und inhaltlichen Vertiefung", erklärt Katharina Lind von Attac Österreich.

Erstmals erfolgt die Themenwahl der Veranstaltungen durch die teilnehmenden Organisationen selbst eine Mitbestimmungsmöglichkeit, die 1.863 Organisationen wahrgenommen haben. Zu den Hauptthemen zählen: Sicherung und Verteidigung der öffentlichen Güter, das Recht auf Diversität, Pluralität und Identität und Souveräne Ökonomien. Regional bedingt nehmen Fragestellungen zu Anti-Imperialismus und Kritik an der Politik der USA einen großen Stellenwert ein.

Attac Österreich wird mit den erfahrenen Sozialforen-Teilnehmerinnen Pia Lichtblau, Katharina Lind und Alexandra Strickner vor Ort sein. Attac legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Liberalisierung von Dienstleistungen auf EU- (Bolkestein-Direktive) und WTO-Ebene (GATS) und informiert sich diesbezüglich über internationale Entwicklungen. Wiederum wird ein eigenes Attac-International Treffen (rund 40 Länder) geben, wo nach dem fünfjährigen Bestehen von Attac Bilanz gezogen wird.

"Das 10-Jahres-Jubiläum der WTO wird gerade in Brasilien als zunehmend einflussreicher Akteur Anlass zu lautstarker Kritik und Protesten an der WTO-Politik geben", stellt Pia Lichtblau den inhaltlichen Bezug zum Gastgeberland her. Die Präsidentschaft des Sozialisten Lula, an den die Landlosen-Bewegung große Hoffnung geknüpft hat, wird einer kritischen Bilanz unterzogen.