News

Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert sofortigen Stopp von Landraub

Auswege aus der Ernährungskrise führen an Ernährungssouveränität und Menschenrechten nicht vorbei.

Anlässlich des Welternährungstags (16.10.) fordert ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus FIAN, ÖBV-Via Campesina Austria und Attac den sofortigen Stopp von Landgrabbing: 

?Wir fordern einen sofortigen Stopp des Landraubs. Noch nie haben mehr Menschen gehungert als heute. Es ist ein Skandal, dass heute in den ärmsten Ländern Afrikas und Asiens zehntausende ha  Land verpachtet oder verkauft werden, während die eigene Bevölkerung sich nicht ausreichend ernähren kann. Fruchtbares Land Großinvestoren und damit ausschließlich Profitinteressen zu überlassen wird die Hungerkrise weiter verschärfen.?, so Irmi Salzer von der ÖBV-Via Campesina Austria. 

Die Organisationen kritisieren dabei auch die Vorschläge zB der Weltbank für einen ?Verhaltenskodex?. ?Der Vorschlag, auf den Landraub mit einem Verhaltenskodex zu antworten, lenkt davon ab, dass bei diesen Landraubgeschäften Millionen von Menschen im ländlichen Raum ihrer Existenzgrundlagen beraubt werden. Dieser Vorschlag der Weltbank bedient weiterhin die problematische Vorstellung eines win-win-Szenarios und treibt die bestehenden industriellen Produktions- und Konsummuster für Nahrung und Energie weiter voran, welche durch Konzerne kontrolliert werden. Anstatt Landnahmen zu stoppen, werden diese Deals durch einen Verhaltenskodex weißgewaschen.?, so Franziskus Forster von AgrarAttac weiter. 

Hunger herrscht heute vor allem in ländlichen Gebieten bei kleinbäuerlichen Familien, Landlosen und LandarbeiterInnen. Also dort, wo Nahrungsmittel und Energie (Agrofuels) mit sozial und ökologisch ausbeuterischen Methoden der industriellen Landwirtschaft produziert werden und gleichzeitig  das Land in Richtung kaufkräftiger Nachfrage verlassen. Die  Abhängigkeit von internationalen Märkten zur Versorgung der eigenen Bevölkerung macht ärmere Länder für Preisschwankungen besonders verwundbar.  Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum in den letzten Jahren die Hungerzahlen so rasant gestiegen sind.

Das Bündnis fordert stattdessen, einen Menschenrechtsansatz ins Zentrum zu stellen und unter der Perspektive der Ernährungssouveränität Schritte in Richtung einer nachhaltigen Landwirtschaft einzuleiten. Nicht zuletzt der Weltagrarbericht zeigt deutlich, dass jetzt alle Kräfte darauf verwendet werden müssen. Jede weitere Fortschreibung des agroindustriellen, exportorientierten Modells verschärft danach die soziale und ökologische Krise weiter. ?Voraussetzung für Ernährungssicherheit ist die Gewährleistung des Zugangs zu Ressourcen wie Land, die für die Nahrungsmittelproduktion notwendig sind. Echte Landreformen in diesem Sinn sind unerlässlich. Wir alle erachten es als selbstverständlich, jederzeit genug zu essen zu haben. Es müssen endlich die Regeln der Weltwirtschaft auch danach ausgerichtet werden, dass allen Menschen dieses gleiche Recht zusteht.?, so Gertrude Klaffenböck von FIAN Österreich abschließend.

BILDER von der heutigen FOTOAKTION unter: > www.attac.at/landraub