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Black Friday: Weltweite Proteste gegen Amazon

Steuertricks, Ausbeutung, Klimazerstörung und Macht - Attac fordert Zerschlagung

Von 28. November bis 1. Dezember (Black Friday bis Cyber-Monday) streiken und protestieren Beschäftigte, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen auf sechs Kontinenten gegen die Arbeitsrechtsverletzungen, die Umweltzerstörung und die Bedrohungen der Demokratie durch Amazon. Von Neu-Delhi bis Montreal werden Tausende unter dem Motto der globalen Kampagne Make Amazon Pay auf die Straße gehen sowie Lagerhäuser, Büros und Rechenzentren besetzen. 

Aus Anlass der Proteste veröffentlicht Attac heute die Recherche Amazons Welt: Steuertricks, Ausbeutung, Klimazerstörung und Macht.

„Amazon steht für ein Wirtschaftssystem, das Profite über Menschen und planetare Grenzen stellt. Die Macht von Tech-Giganten wie Amazon ist mit demokratischen Prinzipien nicht vereinbar. Amazon sollte daher in mehrere Geschäftsteile zerschlagen werden, um seine Monopolmacht zu begrenzen“, fordert Hanna Braun von Attac Österreich. Zudem fordert Attac eine gerechte Besteuerung globaler Konzerne, verbindliche Arbeitsrechte und faire Löhne sowie eine Stärkung der regionalen Wirtschaft. (Mehr Infos).

Profite über Menschen und planetare Grenzen

Mit aggressiven Steuertricks, Subventionen und Gewinnverschiebungen entzieht Amazon der Allgemeinheit Milliarden, die für soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Klimaschutz dringend benötigt werden. Gleichzeitig drängt Amazon mit Dumpingpreisen und aggressiven Marktstrategien lokale Händler*innen und kleine sowie mittlere Unternehmen vom Markt und zerstört so den lokalen Handel und Arbeitsplätze.

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind prekär: Hoher Leistungsdruck, ständige Überwachung, befristete Verträge und geringe Arbeitsplatzsicherheit sind an der Tagesordnung. Gleichzeitig beschleunigt Amazon die Klimakrise – durch Luftfracht-Flotten, weltweite Logistik, massenhaften Versandhandel und ressourcenintensive Retouren. Trotz gegenteiliger Versprechen steigen die Emissionen des Konzerns in allen Geschäftsbereichen weiter an.

Macht und Verbindungen zu autoritären Kräften

Amazon Web Services (AWS) ist der weltweit weltgrößte Cloudanbieter und profitabelste Konzernbereich. AWS betreibt kritische digitale Infrastruktur für Regierungen, Behörden, Medien und künstliche Intelligenz. Mit dieser Kontrolle verfügt Amazon über eine Machtposition, die weit über den Onlinehandel hinausgeht.

Diese Macht von Amazon zeigt sich auch in der gefährlichen Verbindung mit autoritären und faschistischen Kräften. Amazon finanzierte die Amtseinführung von Donald Trump und bekam dafür Unterstützung für die Bekämpfung von Gewerkschaften, für Deregulierung und den Abbau von Umweltschutzmaßnahmen. Amazon hat bisher im Jahr 2025 durch Steuersenkungen 1,4 Milliarden Dollar weniger Steuern gezahlt hat als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Christy Hoffmann, Generalsekretärin der globalen Gewerkschaft für den Dienstleistungssektor, UNI Global Union: „Seit Jahren unterdrückt Amazon das Recht der Beschäftigten auf Demokratie am Arbeitsplatz durch eine Gewerkschaft und durch die Unterstützung autoritärer Politiker. Das vertieft die Ungleichheit und untergräbt die Grundrechte der Arbeiterinnen und Arbeiter, sich zu organisieren, Tarifverhandlungen zu führen und sichere, faire Arbeitsplätze zu fordern.“


Über Make Amazon Pay

Die Koalition „Make Amazon Pay” vereint mehr als 80 Organisationen, darunter UNI Global Union, Progressive International, Attac, Greenpeace International und das Tax Justice Network. Sie wurde 2020 von UNI Global Union und Progressive International ins Leben gerufen und hat sich zu einem weltweiten Tag des Widerstands entwickelt, der jährlich vom Black Friday bis zum Cyber Monday stattfindet.

Weitere Informationen zur Kampagne „Make Amazon Pay”:
Daniel Kopp, daniel.kopp@uniglobalunion.org


Internationale Zitate:

Neha Singh, Amazon-Beschäftigte in Manesar, Indien: „Während der Hitzewellen fühlt sich das Lager wie ein Ofen an – Menschen werden ohnmächtig, aber die Ziele werden nie aufgegeben. Selbst wenn wir ohnmächtig wurden, konnten wir keinen Tag frei nehmen und nach Hause gehen. Wenn wir diesen Tag frei genommen hätten, wäre unser Lohn gekürzt worden, und wenn wir drei Tage frei genommen hätten, hätten sie uns gefeuert. Amazon behandelt uns wie Wegwerfware. Wir schließen uns Make Amazon Pay an, um die grundlegendsten Rechte einzufordern: Sicherheit, Würde und die Chance, lebend nach Hause zu kommen.“

Sanna Ghotbi, Greenpeace International: „Jeff Bezos' Amazon ist ein eindeutiges Beispiel für den wachsenden, zerstörerischen Einfluss der Big Tech-Konzerne. Sie stellen eine zunehmende Gefahr für unsere Rechte dar, während sie abweichende Meinungen unterdrücken und den Planeten zerstören. Es ist an der Zeit, sich gegen die Übergriffe von Big Tech in unser Leben zu wehren!“

David Adler, Co-Generalkoordinator der Progressive International: „Amazon ist nicht mehr nur ein Einzelhändler – es ist eine Säule einer neuen autoritären Ordnung, die auf Überwachung und Ausbeutung basiert. Von Razzien der Einwanderungsbehörde ICE bis zur Unterdrückung der Palästinenser – die Technologien von Amazon sind weltweit in Systeme der Gewalt eingebunden.“


Make Amazon Pay - Aktionen in mehr als 30 Ländern:

  • Indien: Tausende werden in Neu-Delhi, Kalkutta, Mumbai und 20 weiteren Städten demonstrieren und faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und Schutz vor extremer Hitze fordern.
  • Bangladesch: Textilarbeiterinnen marschieren in Dhaka und prangern die Ausbeutung in der Lieferkette an.
  • Kanada: CSN und Oxfam demonstrieren in Montreal gegen Amazon. Unifor protestiert in British Columbia.
  • Deutschland: Von ver.di koordinierte Streiks in Amazon-Lagern.
  • Vereinigte Staaten: Cyber Monday-Proteste in Chicago (IL), Newark (NJ), New York City (NY), Oakland (CA), San Bernardino (CA) und Washington, D.C. Die Menschen werden gegen Amazons Verträge protestieren, die die Razzien der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) ermöglichen.
  • Indonesien: Protest der Gewerkschaft ASPEK in Jakarta
  • Australien: Proteste der TWU und SDA
  • Taiwan: Aktivitäten von Greenpeace Taiwan
  • Nepal: Protest in Kathmandu
  • Palästina: Postangestellte protestieren gegen die Zusammenarbeit von Amazon mit der Besatzungsmacht.
  • Kolumbien: COE-Protest in Bogotá
  • Dänemark: Aktivitäten von Greenpeace Dänemark
  • Luxemburg: Aktivitäten von Greenpeace Luxemburg und Greenpeace International
  • Südafrika: In Kapstadt findet die Aktion „Save Our Sacred Land” statt - vor dem südafrikanischen Hauptsitz von Amazon, der auf indigenem Land errichtet wurde.
  • Digitale und kreative Proteste: Projektionsaktionen, Online-Solidaritätsveranstaltungen und koordinierte Kampagnen gegen die Zentrale von Amazon.