16.08.2006, Attac fordert gerechte Vermögenssteuer


In Zeiten wachsender Ungleichheit darf Erben nicht belohnt werden

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac spricht sich strikt gegen die von Finanzminister Karl-Heinz Grasser in Diskussion gebrachte Abschaffung der Erbschaftssteuer aus. ?In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheiten sollten sich verantwortliche Politiker Vorschläge einbringen, wie die Schere zwischen Reich und Arm zugehen kann, anstatt sie weiter zu öffnen?, kritisiert Christian Felber von Attac Österreich.

In den letzten Jahren wurden Vermögen und Gewinne steuerlich stark entlastet. Die Globalisierungsgewinne tragen immer weniger zur Staatsfinanzierung bei. Das hat einerseits zur Folge, dass die steuerliche Belastung der Arbeitseinkommen immer stärker ansteigt und andererseits die finanziellen Mittel für wichtige öffentliche Leistungen wie Gesundheit, Kinderbetreuung oder Universitäten fehlen?, so Christian Felber.

Österreich ist das Industrieland mit der geringsten Vermögensbesteuerung. Eine durchschnittliche Besteuerung aller Privatvermögen mit einem Prozent ? bei hohen Freibeträgen (fürs Eigenheim) ? würde rund zehn Milliarden Euro einspielen. ?Damit wäre nicht nur das Budget saniert, sondern auch eine breite öffentliche Investitionsoffensive finanzierbar, die zigtausende Arbeitsplätze in so wichtigen Bereichen wie Gesundheit, Pflege, öffentlicher Verkehr und Bildung schaffen könnte?, so Christian Felber.