Warum ich den Corona-Lastenausgleich unterstütze

Prominenten Ökonom*innen unterstützten die Attac Forderung nach einem Corona Lastenausgleich der Reichsten.

Hier können Sie unsere Petition unterzeichnen

Das Detailkonzept für den Corona-Lastenausgleich finden Sie hier.

Kurt Bayer

Kurt Bayer, ehem. Gruppenleiter für österreichische und internationale Wirtschaftspolitik im öst. Finanzministerium, ehem. Exekutivdirektor der Weltbank und Board Director in der Europäischen Bank für Wiederaufbau (EBRD) in London:

"Es kann nicht sein, dass die riesigen Kosten der Bekämpfung der Coronakrise überwiegend durch die Lohn- und Mehrwertsteuern der Masse der österreichischen Haushalte, sowie durch weitere  Einsparungen bei Sozialausgaben (Austerität) getragen werden. Jene, die es sich leisten können, müssen endlich ihren gerechten Anteil an der Finanzierung der öffentlichen Haushalte leisten."

Luise Gubitzer

Luise Gubitzer, Univ. Prof.in, (em.), Wirtschaftsuniversität Wien: 

„Die Entstehung von Vermögen ist ein kollektiver Prozess. Die Beschäftigten tragen mit ihrer Arbeitsleistung enorm dazu bei. Gerade auch Frauen mit ihrer unter- und unbezahlten Arbeit schaffen viel Wert für die Vermögenden. Ebenso der Staat, zum Beispiel mit Subventionen, Infrastruktur und Deregulierung. Es ist daher geschlechter-gerecht, gesellschafts- und demokratiepolitisch notwendig, dass ein Teil des Vermögens über eine Vermögensabgabe der Finanzierung öffentlicher Ausgaben zugeführt wird.“

Maximilian Kasy

Maximilian Kasy, Associate Professor am Department of Economics, Oxford University (vormals Harvard):

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treffen Menschen mit niedrigen Einkommen besonders hart. Um die Krise abzufedern sind jetzt große öffentliche Ausgaben nötig. Um diese Krisenabfederung zu finanzieren, sollten diejenigen die das am besten können ihren entsprechenden Beitrag leisten. Eine Vermögensabgabe zur Finanzierung der Krisenkosten ist ökonomisch sinnvoll und gerecht.”

Karin Küblböck

Karin Küblböck, Ökonomin, Wien

"Die aktuelle Krise trifft besonders Menschen mit niedrigen Einkommen und prekären Arbeitsverhältnissen. Gleichzeitig wird plötzlich die zentrale Bedeutung vieler Sektoren sichtbar, die gesellschaftlich wenig geschätzt und remunieriert werden. Es braucht eine Diskussion über gesellschaftlich notwendige Arbeit, über Arbeitsbedingungen und Entgelte in vielen Bereichen und über die Verteilung von Einkommen und Vermögen. Eine progressive Vermögensabgabe zur Krisenbewältigung ist ein Gebot der Stunde."

Walter Otto Ötsch

Walter Otto Ötsch, Prof. für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, früher an der Johannes Kepler Universität Linz:

"Die Vermögen haben sich so weit auseinander entwickelt, dass es an der Zeit ist hier gegenzusteuern."

Miriam Rehm

Miriam Rehm, Juniorprofessorin für Sozioökonomie mit Schwerpunkt Empirische Ungleichheitsforschung an der Universität Duisburg/Essen:

"Eine Vermögensabgabe sollte erst nach der Krise eingeführt werden. Die Diskussion um eine ausgewogene Verteilung  der Krisenkosten muss aber jetzt geführt werden, damit sie demokratisch ablaufen kann!"

Sebastian Thieme

Sebastian Thieme, Ökonom, ehem. Schasching-Fellow der Kath. Sozialakademie und Vertretungsprof. VWL an der Hochschule Harz, derzeit VWL an der Hochschule Harz und für ‚Wirtschaft und soziale Verantwortung‘ an der Alanus Hochschule.

„Der Lastenausgleich ist aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit angesichts der Corona-Pandemie und vor dem Hintergrund auseinanderdriftender Vermögensverhältnisse schlicht notwendig. Er ist nicht nur ein Gebot der Fairness und Solidarität gegenüber den Menschen mit geringen Einkommen und in prekären Lebenslagen, sondern wäre auch gelebte Praxis des sozialen Prinzips, demgemäß Privatbesitz auch dem Gemeinwohl verpflichtet ist.“

Brigitte Young

Brigitte Young, Univ.Prof.in (em.) für Internationale Politische Ökonomie am Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

"Die staatlichen finanziellen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise dürfen nicht noch einmal, wie dies nach der Finanzkrise 2008 geschah, auf die Schultern der nationalen Steuerzahler abgewälzt werden. Deshalb ist es notwendig, dass diejenigen,  die von der Globalisierung und Finanzialisierung besonders profitieren, sich an den finanziellen Lasten im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen effektiv beteiligen."

Weitere Unterstützer*innen

Ulrich Brand

Ulrich Brand, Univ.Prof. für Internationale Politik, Universität Wien:

Die aktuelle Krise zeigt, dass der Staat bei entsprechendem politischen Willen durchaus handlungsfähig ist. Das sollte er auch im Hinblick auf eine solidarische Bearbeitung der Krisenfolgen auch bleiben und einen Lastenausgleich der sehr Vermögenden organisieren.”

Christian Felber

Christian Felber, Affiliate Scholar am IASS Potsdam, Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie


"Demokratische Parlamente und Regierungen haben es in den letzten Jahrzehnten verabsäumt, Grenzen für die Ungleichheit festzulegen. Wenn liberale Demokratien und Rechtsstaaten an ihrem eigenen Erhalt Interesse haben, müssen sie die Konzentration von Vermögen und Macht in Grenzen halten. Das ist zudem gut für die öffentliche Gesundheit und das persönliche Glück der Einzelnen."

 

Alois Stöger

Alois Stöger, ehem. Gesundheitsminister sowie Arbeits- und Sozialminister

„Die Besteuerung großer Vermögen ist eine Frage der Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft und angesichts der Coronakrise dringend erforderlich, um eine Armutspandemie zu vermeiden!“

Emmerich Tálos

Emmerich Tálos, Prof. (em.) für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Donau-Universität Krems.


"Politische Entscheidungen von Parteien wie insbesondere der ÖVP haben dazu geführt, dass Vermögende in Österreich immer reicher wurden. Eine Vermögens- und Erbschaftssteuer wurde immer wieder verhindert. Die Corona-Pandemie spitzt die Ungleichheit in unserer Gesellschaft noch zu. Sie hat beträchtliche Lasten zur Folge. Zu deren Bewältigung ist ein Lastenausgleich der Reichsten unumgänglich erforderlich."

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow, Schriftsteller, Übersetzer und Verleger

"Vor Jahren fragte mich ein alter Mann in Simbabwe: Was für einen Wert hat es, als einziger im Dorf einen vollen Magen zu haben? Solidarität bedeutet, dass alle anpacken, im Ramen ihrer Möglichkeiten. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer seinen Reichtum geniesst, während andere Not leiden, hat seinen Reichtum nicht verdient."